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Ich war eine Polizeiuniform, bevor ich in die Hände von Menschen mit Behinderungen geriet

Eine Design-Idee für den guten Zweck: Ab heute kann man Taschen und Rucksäcke kaufen, die aus alten Beamtenklamotten hergestellt werden.

Eine Polizistin präsentiert in Straubing (Bayern) eine alte Polizeiuniform und was daraus beim Recycling/Upcycling entstehen kann. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Eine Polizistin präsentiert in Straubing (Bayern) eine alte Polizeiuniform und was daraus beim Recycling/Upcycling entstehen kann. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Ein Polizeiabzeichen wird in der Behindertenwerkstatt der Barmherzigen Brüder in Straubing aus einer alten Polizeiuniform ausgeschnitten. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Ein Polizeiabzeichen wird in der Behindertenwerkstatt der Barmherzigen Brüder in Straubing aus einer alten Polizeiuniform ausgeschnitten. (Foto: Armin Weigel/dpa)

War mal eine Uniform: Eine Sporttasche aus dem 110-Shop. (Foto: Upcycling Uniform)

War mal eine Uniform: Eine Sporttasche aus dem 110-Shop. (Foto: Upcycling Uniform)

Alte Uniformen der bayerischen Polizisten in den Farben Grün und Beige werden nicht alle entsorgt – viele werden zu Taschen und Rucksäcken umgenäht. Ab heute um 17 Uhr sind die in den Werkstätten der gemeinnützigen Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder (BBBH) in Straubing gefertigten Produkte in dem neuen 110-Internetshop zu kaufen, wie die Einrichtung mitteilte. Das Projekt „Upcycling Uniform“ war im Februar vom Innenministerium in München gestartet worden. Ein Teil des Erlöses kommt der Bayerischen Polizeistiftung zugute.

Bis Mitte 2018 sollen alle rund 27.500 Polizisten aus Bayern blaue Uniformen erhalten. Insgesamt könnten mehr als 600 000 Uniformteile zusammenkommen. Das Innenministerium setzt bei dem Projekt auf die Spendenbereitschaft der Polizisten, da der überwiegende Teil einer Uniform den Beamten gehört. „Es kommt immer neue Ware hinzu“, sagte eine Sprecherin der Barmherzigen Brüder. Je nach Materialien und Farben entwerfe die Designerin Birgit Strasser aus Deggendorf weitere Produkte.

Umstrittene Parallelwelt: Die Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH begleitet an verschiedenen Standorten in Bayern – hier die Einrichtung in Straubing – zirka 2000 Menschen mit Behinderungen. (Foto: Barmherzige Brüder)

Umstrittene Parallelwelt: Die Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH begleitet an verschiedenen Standorten in Bayern – hier die Einrichtung in Straubing – zirka 2000 Menschen mit Behinderungen. (Foto: Barmherzige Brüder)

Etwa 60 Menschen mit Behinderungen arbeiteten an den Taschen und Rucksäcken, sagte die Sprecherin. Gefertigt wird in Straubing und an den Standorten der Barmherzigen Brüder im oberbayerischen Algasing, in Reichenbach im Landkreis Cham und in Gremsdorf bei Erlangen statt.

Bei der Kooperation mit dem Behindertenwerk ist nach Angaben des Innenministeriums sichergestellt, dass die Hoheitszeichen von den Uniformen entfernt und entsorgt werden. Bei der Herstellung der neuen Produkte ist aber eine Wiedererkennung der Uniformen erwünscht.

Webseite: http://110-shop.de

(dpa/lby)

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