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Immer mehr Förderschüler – alles eine Frage der Definition?

Hamburger Senat will Anstieg mit neuem Diagnosesystem begegnen.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) (Foto: Axel Heimken/dpa)

Schulsenator Ties Rabe (SPD) (Foto: Axel Heimken/dpa)

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) will dem sprunghaften Anstieg der Förderschülerzahl mit einem einheitlichen Diagnosesystem begegnen. „Künftig wird die Diagnose in einem genormten Verfahren in zwei Stufen vorgenommen“, sagte der Politiker am Dienstag.

Zunächst werde das Kind an der Schule selbst untersucht. Sollte ein Förderbedarf bejaht werden, muss diese Diagnose vom kommenden Schuljahr an an einem der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) bestätigt werden. Rabe: „Für uns entscheidend ist, dass wir in Hamburg (…) auf dem gleichen Level überall solche Diagnosen machen“, sagte Rabe. Erst dann könne die Behörde den Schulen zielgenau etwa Personal zuweisen.

Seit Einführung der Inklusion – also dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung – im Jahr 2010 ist die Zahl der Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache oder emotionale Entwicklung (LSE) an den allgemeinen Schulen von 1113 auf 5652 in diesem Schuljahr gestiegen – während auf der anderen Seite die Zahl der Förderschüler an den Sonderschulen aber nur um 1218 auf 2991 gesunken ist.

(dpa)

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1 Kommentar

  • Name

    Genormtes Verfahren klingt wieder, als ob die üblichen Verdächtigen wieder Probleme bekommen werden: Es gibt genug Länder, in denen genormte Tests (K-ABC, HAWIK…) eingesetzt werden, die z.B. zur Bewertung der Intelligenz davon ausgehen, dass das Kind uneingeschränkt sehen oder sich bewegen kann – wer das nicht kann, hat schon so schlechte Karten. Und dann wird der Fördersschwerpuntk geistige Entwicklung als Restkategorie angenommen…

    1. Juli 2014 at 20:31

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