Immer noch keine Wiedervereinigung beim Blindengeld

25 Jahre nach dem Mauerfall liegen die Blindengeldleistungen der neuen Länder immer noch bei nur 73 Prozent der Leistungen der alten Länder.

Infografik des DBSV: Blindengeldvergleich Ost/West

Infografik des DBSV: Blindengeldvergleich Ost/West

Hier gibt es noch keine Wiedervereinigung: Die durchschnittliche Blindengeldzahlung beträgt in den alten Bundesländern 441 Euro monatlich, in den neuen Bundesländern nur 324 Euro. Darauf weist der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) anlässlich des Tages der deutschen Einheit am Samstag (3.10.2015) hin.

Der DBSV fordert deshalb angemessene Leistungen und gleiche Lebensbedingungen für blinde Menschen im ganzen Land. „Blindsein ist in ganz Deutschland gleich – warum nicht auch das Blindengeld?“, fragt DBSV-Präsidentin Renate Reymann. „Wir fordern, dass Bund und Länder im Rahmen des geplanten Bundesteilhabegesetzes endlich eine bundesweit einheitliche, gerechte Lösung schaffen!“

Wer blind ist, hat aufgrund dieser Behinderung besondere Ausgaben, beispielsweise um eine Haushaltshilfe zu bezahlen oder um sich Hilfsmittel anzuschaffen. Blinde Menschen bekommen aber als Nachteilsausgleich kein Geld aus der Pflegeversicherung, sondern das Blindengeld. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung des Bundeslandes, in dem man wohnt, und die Höhe der Unterstützung ist je nach Bundesland sehr unterschiedlich.

(RP/PM)

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