Immer nur jammern gilt nicht: Testfahrer Volkmar Kirschbaum ist mit Humor und Optimismus unterwegs

Drei Tage lang blickten die deutschen Amateur- und Nachwuchsfilmer nach Gera. Am Freitag und Wochenende fand dort das „Bundesfestival Video 2012“ statt. Ausgezeichnet wurde auch ein Porträt über einen Rollstuhlfahrer.

Jubiläum: Das Bundesfestival Video fand zum 25. mal statt

Mit sozial-engagierten Themen haben junge Filmemacher beim Deutschen Jugendvideopreis 2012 die Jury überzeugt. So punktete der 19-jährige Florian Arndt aus Mühlhausen (Thüringen) mit dem Porträt eines Rollstuhlfahrers. „Dem Film gelingt die Gratwanderung, zu berühren und doch nie sentimental zu werden“, hieß es in der Begründung der Jury. Das 24-minütige Video „Testfahrer“ (siehe Trailer unten) begleitet den 69-jährigen Rollstuhlfahrer Volkmar Kirschbaum, der seinen Optimismus behalten hat. Arndt erhielt für „Testfahrer“ neben Yasemin Markstein und Ayla Yildiz aus Wuppertal für ihren Beitrag „Kalp unutmaz – Das Herz vergisst nicht“ den Hauptpreis.

“Einzigartig, erfrischend, überraschend“

Der 23-jährige Sascha Quade aus Berlin gewann mit seinem Film über einen jungen Mann und dessen dementen Vater. Weitere mit jeweils mit 1000 Euro dotierte erste Preise gingen an Jugendliche aus Leipzig und dem hessischen Roßdorf. Der Animationspreis wurde einer Gruppe aus Gerlingen (Baden-Württemberg) zuerkannt, beim Sonderthema „Unterwegs“ setzte sich der 14-jährige Richard Forstmann aus Dresden mit seinem Film „Der Zeichenplanet“ durch.

Bei dem am Sonntag nach drei Tagen beendeten Bundesfestival Video habe es keinen Film gegeben, der in seiner Geschichte oder Machart dem Zuschauer bekannt vorgekommen wäre, resümierte Festivalleiter Christian Exner. „Jeder Film verkörpert eine höchst individuelle Sicht auf die Dinge und ist in diesem Sinne einzigartig, erfrischend, überraschend.“

700 Arbeiten von Jung und Alt eingereicht

Das Festival verbindet den Deutschen Jugendvideopreis für Filmemacher bis 25 Jahre und den Wettbewerb Video der Generationen für Menschen ab 50 Jahre oder gemischte Teams von Jugendlichen und Senioren. Beim Wettbewerb der älteren Filmemacher setzte sich der Streifen „Intensivstation“ des 80-jährigen Horst Orlich aus Holzkirchen in Bayern durch. „Ein klar gestalteter, sinnlich-poetischer Film mit politischem Anspruch“, hieß es zur Begründung. In der gemischten Gruppe überzeugte der einstündige Zeitzeugenfilm „Einfach Esther – Eine Eppendorfer Lebensgeschichte“ des 18-jährigen Richard Haufe-Ahmels aus Hamburg.

Für den Wettbewerb hatte eine Jury 35 Filme aus rund 700 eingereichten Arbeiten ausgewählt. Darüber hinaus wurden in Gera verschiedene Workshops für die Filmemacher geboten, etwa zu Filmmusik, Filmen mit dem i-Phone und Spezialeffekten. Nach 2011 hat das Festival zum zweiten Mal in Gera Station gemacht, im kommenden Jahr wird es voraussichtlich in Halle/Saale zu erleben sein.

(dpa/RP)

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