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In Berlin versagt die Kontrolle von Heimen und Behinderteneinrichtungen

Fast 40.000 erwachsene Menschen in Berlin sind wegen Krankheit, Alter oder Behinderung stationär untergebracht – die Beschwerden häufen sich.

Rotes Rathaus in Mitte, Sitz des Senates von Berlin. (Foto: Wikipedia/Zairon, CC0)

Rotes Rathaus in Mitte, Sitz des Senates von Berlin. (Foto: Wikipedia/Zairon, CC0)

Die Zahl der Beschwerden gegen Berliner Alten- und Pflegeheime sowie Behinderteneinrichtungen ist gestiegen. Erreichten die Heimaufsicht 2015 noch 232 Anzeigen, waren es 2016 bereits 260, heißt es im neuen Jahresbericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales, der im Internet veröffentlicht wurde. 27 dieser Beschwerden betrafen betreute Wohngemeinschaften. Dabei ging es mehrheitlich um Personalausstattung und bauliche Gestaltung.

Insgesamt waren in Berlin im vergangenen Jahr rund 39.500 erwachsene Menschen wegen Krankheit, Alter oder Behinderung stationär in einem der 579 Heime untergebracht. Bei Prüfungen stellten die Mitarbeiter der Heimaufsicht in 25 von fast 500 kontrollierten Einrichtungen gravierende Mängel fest – insgesamt 35 Verstöße.

Nichts geändert

Der Landesrechnungshof hatte kürzlich kritisiert, dass die Heimaufsicht allerdings kaum unangekündigt zu Kontrollen ausrücke. So hätten 2015 lediglich in zehn Prozent der Heime unangemeldet Besuch bekommen. 2010 habe der Anteil dieser Prüfungen noch ein gutes Drittel ausgemacht.

Nach einer Anfrage der FDP im Abgeordnetenhaus vom Juli hat sich an dieser Praxis 2016 nichts geändert. Von mehr als 400 Prüfungen seien allein 25 überraschend erfolgt. Insgesamt habe sich bei allen Kontrollen bei rund 20 Heimen zu wenig Personal gefunden oder die Fachkraftquote von 50 Prozent sei nicht erfüllt gewesen.

Details:
FDP-Anfrage vom Juli 2017
Jahresbericht Landesamt 2016. Heimaufsicht Seiten 60 und 61

(dpa)

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1 Kommentar

  • Huber

    Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sind behinderte Menschen gleichberechtigt gegenüber nichtbehinderten Menschen.

    Art.23 Abs.4 und Abs.5 der UN – Behindertenrechtskonvention machen deutlich, dass kein behindertes Kind gegen den Willen der Eltern von diesen getrennt werden darf. In keinem Fall darf ein Kind aufgrund einer Behinderung entweder des Kindes oder eines oder beider Elternteile von den Eltern getrennt werden.

    In Fällen in denen die nächsten Angehörigen sich nicht um das Kind kümmern können, verpflichten sich die Staaten, alle Anstrengungen zu unternehmen, um in der erweiterten Familie Unterstützung zu finden.
    Anmerkung von uns: Bis heute hat sich kein Mitgliedstaat darum gekümmert, unsere Tochter mit Behinderung aus einem mittlerweile sechsten deutschen Heim herauszuholen.
    Die besten Interessen des Kindes von Adolf Hitler nach dem zweiten Weltkrieg propagiert und von den Jugenbehörden bis heute übernommen machen uns zum Feindbild.

    Wir fordern seit langem ambulante Hilfen vor stationären medizinischen und therapeutischen Eingriffen und damit Kinder nicht alles Vertraute verlieren, sollten Heime nicht zu Wohnorten werden, sondern nur befristete Aufenthaltsorte sein.

    Die Unterstützung zur Ausübung der Rechts- und Handlungsfähigkeit behinderter Menschen (Art. 12 UN-Behindertenkonvention) denn Beschwerdestellen für Heime fördern die Rechts- und Handlungsfähigkeit der Bewohner und beseitigen somit auch Benachteiligung
    Anmerkung von uns:
    Primär spricht unsere Tochter nicht und damit Auslandsverschiebungen nicht auffallen, muß unsere Tochter den Platz besetzt halten.

    28. August 2017 at 14:17

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