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In Memoriam. Krankenmorde im Nationalsozialismus

Die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erinnert an Menschen mit Behinderung, die zwischen 1939 und 1945 ermordet wurden.

Ehemalige Häftlingsküche. (Foto: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)

Ehemalige Häftlingsküche. (Foto: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)

Am Donnerstag, dem 6. Juli 2017, eröffnet die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg um 19 Uhr die Wechselausstellung „In Memoriam. Krankenmorde im Nationalsozialismus“. Irmgard Badura, die bayerische Behindertenbeauftragte, nimmt die Ausstellungseröffnung zum Anlass, der vielen unschuldigen Opfer zu gedenken.

Zwischen 1939 und 1945 wurden im Deutschen Reich zirka 240.000 Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen getötet. Ärzte, Psychiater und Pflegepersonal waren maßgeblich daran beteiligt. Weitere tausende Morde fanden in den von Deutschland besetzten Gebieten statt. In der Wanderausstellung werden anhand von kurzen Texten, Dokumenten, Fotografien und Videointerviews mit Zeitzeugen die verschiedenen Phasen des NS-Vernichtungsprogramms wie die „Aktion T4“, das Hungersterben und Tötungen durch Medikamente dargestellt. Sie zeigt unterschiedliche Opfergruppen, die Haltung der Ärzte, die Reaktionen von Angehörigen sowie die Auseinandersetzung in der Nachkriegszeit.

„Den Opfern ein Gesicht geben“

Die Idee für die Ausstellung (links: Plakat) und ihre kuratorische Umsetzung gehen auf Prof. Dr. Michael von Cranach zurück. „Die Ausstellung gibt den Opfern ein Gesicht – Menschen, denen Ärzte unsägliches Leid angetan haben“, so Prof. Cranach. Unter seiner Führung als leitender ärztlicher Direktor (1980 bis 2006) stellte sich das Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren der Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus. Zusammengestellt wurde die Ausstellung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN).

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zeigt die Ausstellung in einer überarbeiteten und um Bezüge zum Konzentrationslager Flossenbürg ergänzten Fassung. Begleitend zu der Ausstellung wurde ein vielfältiges Programm zusammengestellt. „Dabei war es uns wichtig, nicht nur Veranstaltungen über behinderte Menschen zu machen, sondern auch Angebote für sie zu entwickeln und dabei mit ihnen eng zusammenzuarbeiten“, so Dr. Jörg Skriebeleit, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. In die Planung und Durchführung ist das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth eingebunden, das in der Gedenkstätte das Museumscafé betreibt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten.

„In Gedenken an die vielen unschuldigen Opfer unserer Personengruppe ist es mir wichtig, bei der Ausstellungseröffnung mit dabei zu sein“, betont Badura. Und weiter: „Wir alle, Menschen mit und ohne festgestellte Behinderungen haben heute und in Zukunft den Auftrag und die Chance, unser gesellschaftliches Miteinander offen füreinander, gleichberechtigt und gemeinsam zu gestalten. Diesen Auftrag wahrzunehmen, Schritt für Schritt zu gehen, das ist es, was mich täglich antreibt. Es ist schön für mich zu spüren, wie viele Menschen in Bayern dabei sind und mitmachen!“

In Memoriam. Krankenmorde im Nationalsozialismus
6. Juli 2017 bis 31. Mai 2018
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Gedächtnisallee 5, 92696 Flossenbürg
Geöffnet täglich 9-17 Uhr, Eintritt frei.
Öffentliche Führungen jeden zweiten Sonntag im Monat, 11 Uhr Anmeldung für Gruppen: [email protected]

(PM)

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