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„Initiative Inklusion“ in Brandenburg: Jeder Dritte landet in einer Behindertenwerkstatt

Programm zur Berufsorientierung für Menschen mit Behinderung wird verlängert und als Erfolg verkauft.

Sozialminister Günter Baaske (SPD) (Foto: dpa)

Sozialminister Günter Baaske (SPD) (Foto: dpa)

Das Programm zur Berufsorientierung für Schüler mit Behinderung wird in Brandenburg verlängert. Darauf haben sich Vertreter des Sozial- und Bildungsministeriums und der Arbeitsagentur am Mittwoch in Potsdam geeinigt. Gehandicapte werden im Programm „Initiative Inklusion“ bis 2015 beim Übergang von der Schule ins Arbeitsleben mit Beratungs- und Förderangeboten unterstützt.

Seit dem Schuljahr 2011/12 haben bereits 430 Schüler am Programm „Initiative Inklusion“ teilgenommen. 169 haben es abgeschlossen. 21 Teilnehmer davon konnten eine Ausbildung beginnen; 29 wurden in einen berufsvorbereitenden Kurs vermittelt; zehn haben eine unterstützte Beschäftigung aufgenommen. Ein Drittel wechselte in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

„Der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben der Schüler mit Behinderungen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert“, teilte Sozialminister Günter Baaske (SPD) mit. Finanziert wird das Programm mit Mitteln eines bundesweiten Ausgleichfonds.

(RP/dpa/bb)

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6 Kommentare

  • Michael Ziegert

    Wenn Ihr noch mal schreibt, dass jemand in einer WfbM „landet“, dann werdet Ihr von mir an Eure Rollstühle gefesselt… 😉

    21. August 2013 at 18:28
  • Rollingplanet

    In Deutschland landen viel zu viele Menschen in einer WfbM!
    In Deutschland landen viel zu viele Menschen in einer WfbM!
    In Deutschland landen viel zu viele Menschen in einer WfbM!
    In Deutschland landen viel zu viele Menschen in einer WfbM!
    In Deutschland landen viel zu viele Menschen in einer WfbM!

    21. August 2013 at 19:00
    • Achim Morina

      Ja, das sehe ich ganz genauso. Traurig, aber wahr. Die Politik hat für tatsächlich und wirklich alles, wie es scheint, einen riesigen Geldvorrat in Petto; doch für Menschen mit Beeinträchtigungen ist nichts vorhanden. Peinlich so was

      27. Januar 2016 at 16:27
  • Helge Joachim Blankenstein

    Ich finde die Formulierung „landen in WfbM“ auch unzutreffend. Handelt es sich doch vielmehr um Zwangsbeschäftigungsanstalten. Denn das trügerische Bild der „Hilfe und Unterstützung“ ist schon lange zusammengebrochen. Die Mitarbeiter erbringen gute Qualität, bekommen aber nur rd. 2% der Entlohnung wie die sogenannten „nichtbehinderten Mitmenschen“. Das liegt an der „bewusst geschaffenen“ tariffreien Zone. Das sich diese „Einrichtungen“ nur für die Betreiber lohnen, geht schon aus dem Bestreben hervor, dass man derzeit die Finger nach zusätzlichen Arbeitnehmern ausstreckt. So hegt man den Wunsch, dass Harz IV-Empfänger ebenfalls in „WfbM landen“ sollen.
    Helge Blankenstein

    22. August 2013 at 07:28
    • Achim Morina

      Vielen Dank für den ihrigen aufschlußreichen Kommentar! Denn genauso sieht es nunmal aus. Nur will keiner die Wahrheiten akzeptieren. Es ist hierbei nicht so sehr die Politik, die konfus, also völlig kopflos agiert, sondern folgerichtig sind es die Werkstätten selber bzw. die Leiter, die Förderungen versperren

      27. Januar 2016 at 16:30
  • Michael Ziegert

    Na gut, dann im Ernst:
    Die Formulierung wird häufig mit „landen in der Gosse“ und „landen auf dem Strich“ etc. verwendet.
    Die Werkstätten auf diese Ebene zu stellen, ist unfair und unangemessen.

    Für die Art der Entlohnung sind nicht die Werkstätten verantwortlich, sondern die Politik. Dass der Übergang von einer WfbM auf den sogenannten Ersten Arbeitsmarkt so schwierig ist, liegt an der Rentenregelung, die die freie Entscheidung von Menschen mit Behinderung erschwert. Aber auch das ist eine Aufgabe der Politik.

    Und wenn diese Regelungen eines Tages Realität sind – werden dann die Werkstätten sofort mangels MitarbeiterInnen eingehen und vertrocknen? Nein, keineswegs. Dort wird eine gute Arbeit geleistet, von allen Beteiligten. Pauschale Kritik nützt da – wie eigentlich immer – gar nichts.

    Sonst könnte ich ja auch schreiben:
    Rollingplanet ist doof, ist doof, ist doof.

    Im übrigen ist in den letzten 10 bis 15 Jahren massiv die Zahl von Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen angestiegen, die jetzt in WfbM arbeiten. Und zwar keineswegs zwangsweise sondern als echte Reha-Maßname, weil ihnen sonst nur die Arbeitslosigkeit bliebe. Wo kommen die alle her? Vom Ersten Arbeitsmarkt, wo viele den Leistungsdruck nicht mehr ausgehalten haben. Na super, die schicken wir aber jetzt mal sofort dahin zurück, oder? Das ist dann Inklusion, oder?

    Ja, wir wollen alle Inklusion, das ist auch gut so. Aber wir finden nur gute Lösungen, wenn wir die Themen differenziert betrachten. Pauschale Verunglimpfungen fruchten da gar nichts.

    22. August 2013 at 12:07

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