Inklusion am Arbeitsplatz – eine Studie mit verblüffenden Ergebnissen

Die Mehrheit ist (angeblich) überzeugt: Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke fördern die Kreativität und den Ideenreichtum in Unternehmen.

Flaschen voll statt leer: Die Sitzung kann beginnen. (Symbolfoto: I-vista/pixelio.de)

Flaschen voll statt leer: Die Sitzung kann beginnen. (Symbolfoto: I-vista/pixelio.de)

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten im Berufsleben bringt nicht nur Vorteile für die Betroffenen – auch die Betriebe profitieren, so die für ROLLINGPLANET überraschend weit verbreitete Ansicht. Wenn es wahr ist, freuen wir uns – so sind zum Beispiel 52 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass Inklusion die Kreativität und den Ideenreichtum in Unternehmen fördert. Der Grund: Wer im Alltag mit Einschränkungen zu kämpfen hat, bringt auch im Beruf neue und ungewohnte Denkansätze ein. Das ist ein Ergebnis der Studie „Inklusion in Beruf und Alltag“ der Coloplast GmbH. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren.

Als weiteren erheblichen Vorteil der Inklusion sehen 70 Prozent der Deutschen an, dass die sozialen Kompetenzen der Unternehmen gestärkt werden. Und 61 Prozent führen an, dass sich die Inklusion stark oder sehr stark positiv für die Betriebe auswirkt, weil ihnen dadurch betroffene Fachkräfte länger erhalten bleiben. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich die deutsche Gesellschaft nicht leisten, Leistungsträger vom Berufsleben auszuschließen“, sagt Michael Zwick, Geschäftsführer Coloplast Deutschland.

Angeblich 47 Prozent der Deutschen sind laut der Studie auch davon überzeugt:

„Stringente Inklusionsmaßnahmen wirken sich hier sogar doppelt positiv für die Unternehmen aus: Sie können so nicht nur die konkret von Einschränkungen durch Behinderungen und chronische Krankheiten betroffenen Fachkräfte halten. Sie erhalten auch im generellen Wettbewerb um die qualifiziertesten Mitarbeiter einen Vorteil, weil sie sich verantwortungsbewusst zeigen und so als Arbeitgeber attraktiver werden.

Inklusion beginnt im Kopf

„Die wichtigste Inklusionsmaßnahme in Unternehmen ist zunächst ein Umdenken in den Köpfen. Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten werden noch zu oft zuerst als behindert oder krank angesehen, und dass wird meist auch noch automatisch mit ,nicht leistungsfähig‘ gleichgesetzt“, schildert Michael Zwick die Hemmschuhe der Inklusion. „Diese Einstellung diskriminiert die Betroffenen – und ist auch wirtschaftlich unsinnig. Denn eine gesundheitliche Einschränkung im Leben des Betroffenen durch eine Krankheit oder Behinderung hat nicht automatisch eine Auswirkung auf seine Eignung für seinen Beruf und die Qualität seiner Arbeit.“

(RP/PM)

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1 Kommentar

  • Renee Iseli - Smits

    Diese Studie überrascht mich nicht. Ich habe in meinem Blog Ich bin Schwerhörig, na und? (reneeiseli.wordpress.com)ebenfalls über dieses Thema geschrieben, u.a. im Beitrag Gute Arbeit. Viele Arbeitgeber haben leider noch zu viel Angst einen (Hör) Beeinträchtigte ein zuvstellen.

    17. April 2016 at 14:18

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