Eine Branche mit vielen Kleinwüchsigen

Aufgeschnappt: Gipfelstürmer im Rollstuhl +++ Diskriminierende Wortwahl und fehlender Respekt +++ Gefährliches Comeback


ROLLINGPLANET Aufgeschnappt

AUFGESCHNAPPT: Was aktuell sonst noch in der Welt passiert, worüber ROLLINGPLANET nicht selbst oder an dieser Stelle nur kurz berichtet


Gipfelstürmer im Rollstuhl

„Das ist ja echt der Gipfel!“, mag Georg Urbaner freudig erregt ausgerufen haben: 14 Freunden und Verwandten war es endlich gelungen, den 57-jährigen auf einem extra für diesen Anlass konstruierten „Spezialrollstuhl“ zum Gipfelkreuz am Wiesenspitz auf 2.052 Meter Seehöhe zu schleppen. Dadurch konnte der 57-jährigen Irschner noch einmal neben „seinem“ Gipfelkreuz stehen und die phänomenale Aussicht genießen. Urbaner, der seit 2010 auf den Rollstuhl angewiesen ist, hatte das Christussymbol dort vor 25 Jahren selbst aufgestellt. Kleine Zeitung

Warum arbeiten in der Unterhaltungsbranche so viele Kleinwüchsige?

Diskriminierende Wortwahl und fehlender Respekt – auch der Schauspieler Jordan Prentice hat das schon erleben müssen. Im Gespräch erklärt er, warum viele Kleinwüchsige in der Unterhaltungsbranche arbeiten. Süddeutsche Zeitung

Polio: Gefährliches Comeback

Erst 2015 wurde durch Unicef offiziell bekanntgegeben, dass in Afrika seit einem Jahr keine Neuinfektionen mit Kinderlähmung mehr registriert wurden. Der letzte Fall einer Ansteckung mit dem hochinfektiösen Virus war im August in Somalia ausgemacht worden. Doch kaum war Entwarnung gegeben, tauchte der Virus im Süden Madagaskars wieder auf. Zwischen September 2014 und Ende 2015 wurden zehn weitere Fälle von Polio registriert. Allein in Tsihombe, einer Stadt in der südlichen Region Androy, erkrankten vier Menschen an Polio. euraktiv.de

Behinderten-Wohnheim in Schmallenberg evakuiert

In Schmallenberg-Oberbruch musste ein Behinderten-Wohnheim von St. Georg mit 30 Insassen evakuiert werden, weil ein Mülleimer in Brand geraten war. Glücklicherweise kamen bei dem Brand keine Menschen zu Schaden. Wieder einmal habe eine automatische Brandmeldeanlage Schlimmeres verhindert, so Ralf Fischer von der Schmallenberger Feuerwehr. WAZ

Tod eines behinderten Studenten

Dr. Ursula Nau hat kürzlich eine Parte bekommen. Das ist eine Information darüber, dass ein Mensch gestorben ist. Der Verstorbene hier: Einer ihrer Studenten, dessen Tod die Dozentin der Universität Wien gleich doppelt getroffen hat. Zum einen, weil er gestorben und nun nicht mehr da ist. Zum anderen aber auch, weil der Student, den sie sehr gut kannte, in einer Gesellschaft leben musste, die ihn systematisch ausgegrenzt hat. Denn der Student, der jetzt gestorben ist, war ein Mensch mit Behinderungen. Bizeps

Hamburger U-Bahn-Netz wird barrierefrei

Es ist das „aufwendigste Infrastrukturprojekt“ der Hamburger Hochbahn: Seit Samstag bis einschließlich 20. Oktober ist die Strecke der U1 zwischen Volksdorf und Großhansdorf gesperrt, weil sie barrierefrei ausgebaut wird. Wie die Hamburger Hochbahn mitteilte, sollen aktuell insgesamt sechs Stationen barrierefrei und sieben Brücken saniert werden. Der barrierfreie Ausbau jeder Haltestelle umfasst den Einbau eines Aufzugs pro Bahnsteig, die Teilerhöhung der Bahnsteige und die Ausstattung mit einem Blindenleitsystem. Ziel sei ein komplett barrierfreies Hamburger U-Bahn-Netz bis Anfang des kommenden Jahrzehnts. shz.de

Brauchen wir Spielzeug mit Behinderung?

Die Wiener Psychotherapeutin Sigrid Sohlmann beantwortet die Frage, ob wir „Spielzeug mit Behinderung“ brauchen, mit einem eindeutigen „Jein“. Einerseits, so die 65-jährige, sei es für ein Kind im Rollstuhl nicht so wichtig, ob die LEGO-Figur auch im Rollstuhl sitzt. Anderseits hält die Autorin des Ratgebers „Behinderung bei Kindern und Jugendlichen. Hilfe für Eltern, Therapeuten und Pädagogen“ „Spielzeug mit Behinderung“ dennoch für wichtig. Kinder lernten so auf spielerische Art, dass es völlig normal sei, wenn jemand im Rollstuhl sitzt. Aktion Mensch

Erleichterter Zugang für Blinde: EU im Hintertreffen

Ein internationales Abkommen erleichtert die Umwandlung urheberrechtlich geschützter Werke für Sehbehinderte. Bürokratische Hürden verzögern möglicherweise ihre Umsetzung in Europa. Heise.de

Inklusion auf Italienisch

Im „Land, wo die Zitronen blühn“ hat sich offenbar erst kürzlich eine bildungspolitische Sensation ereignet: Der vom Down-Syndrom betroffenen Silvia Barbarotto war in Italien ein 100-Punkte-Abitur gelungen. Damit hat die behinderte Schülerin im Stiefel-Land auch eine inklusive Diskussion angezettelt. Plötzlich fragen sich alle Italiener, wie das Potenzial von behinderten Menschen besser gefördert werden kann. Auch bei der italienischen Regierung wurde durch die 20-Jährige das Interesse am Thema Inklusion endgültig geweckt. Das Büro des Staatssekretärs Davide Faraone vom Bildungsministerium hat sich vorsorglich schon mal bei Silvias Mutter Cristina gemeldet. Die Welt

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