Inklusion ganz natürlich: Menschen mit Behinderung als Umweltassistenten

Projekt der Lebenshilfe Martredwitz – die ersten Diplome wurden nun vergeben.

Umweltassistentin Marion Sommerer (Mitte) erklärt Kindern die Natur. Hinten: Erwin Strama, Geschäftsführer der Lebenshilfe Marktredwitz (hinten). (Foto: ÖBI)

Umweltassistentin Marion Sommerer (Mitte) erklärt Kindern die Natur. Hinten: Erwin Strama, Geschäftsführer der Lebenshilfe Marktredwitz (hinten). (Foto: ÖBI)

Inklusion in der Umweltbildung: Das praktiziert die oberfränkische Lebenshilfe Marktredwitz beispielhaft für ganz Bayern in einem gemeinsamen Projekt mit der Umweltstation Ökologische Bildungsstätte (ÖBI) in Hohenberg. Dabei werden Menschen mit Behinderungen zu Umweltassistenten ausgebildet. Die ersten Diplome wurden nun vergeben.

„Unsere Erfahrungen hatten gezeigt, dass sich naturpädagogische Veranstaltungen positiv auf das Verhalten und die Entwicklung von Menschen mit Behinderungen auswirken“, erklärt Erwin Strama, Geschäftsführer der Lebenshilfe Marktredwitz.

Aus der engen Zusammenarbeit mit der Umweltstation ÖBI entstand die Idee, dass Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur an solchen Veranstaltungen teilnehmen, sondern darin geschult werden sollten, selbst als „Naturführer“ anderen die Umwelt zu erklären. Schließlich ergänzten sich Umweltbildung und Sonderpädagogik prima, so die Naturpädagogin Susanne Bosch von der ÖBI.

Als Honorarkräfte eingesetzt

Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gartengruppe der Werkstatt wurden ein Jahr lang gezielt geschult und ausgebildet – sowohl in Umwelt- und Naturwissen als auch in naturpädagogischen Methoden und Rhetorik. Die frisch gebackenen Umweltassistenten werden nun als Honorarkräfte in der Umweltstation zum Beispiel bei Führungen von Grundschulklassen eingesetzt.

„Es ist schön, mit den Kindern in den Wald zu gehen und ihnen dort die Bäume zu zeigen und die Blattformen zu erklären“, so die Umweltassistentin Marion Sommerer. Sie freut sich vor allem auch darüber, dass sie bei der Ausbildung gelernt hat, frei vor einer Gruppe zu sprechen. Das erfolgreiche Projekt soll fortgesetzt werden.

(RP/PM)

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