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Inklusion: Minister verlangt Qualität statt Tempo

Zum Auftakt des Themenjahrs „Gemeinsam leben. Miteinander lernen“ lobt sich Thüringens Landesregierung.

Bildungsminister Christoph Matschie (Foto: SPD)

Bildungsminister Christoph Matschie (Foto: SPD)

Thüringen gibt nach Meinung von Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) beim gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern mit den Ton an. Bereits seit zehn Jahren sei die Inklusion im Schulgesetz verankert, sagte Matschie am Dienstag zum Auftakt des Themenjahrs „Gemeinsam leben. Miteinander lernen“ in Erfurt.

Die Initiative, die unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission steht, soll dazu beitragen, dass die Idee des gemeinsamen Lernens noch mehr Partner und Mitstreiter findet.

“Noch weitere zehn Jahre“

Matschie glaubt: „Wir werden noch weitere zehn Jahre brauchen, um zu befriedigenden Ergebnissen zu kommen. Die Aufgabe ist gewaltig.“ Er setze bei der Umsetzung nicht auf Tempo, sondern auf Qualität. Das bedeute, dass im Unterricht neben dem Fachlehrer sich beispielsweise eine sonderpädagogische Fachkraft mit den Kindern mit Handicaps befasst.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 gebe es einen festen Ansprechpartner an jeder Schule. Außerdem seien an allen Schulämtern Qualitätsteams in Einsatz. Sie entscheiden über die notwendige Förderung und stellen einen individuellen Förderplan für jeden Schüler auf.

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung stieg die Quote der Thüringer Förderschüler, die eine reguläre Schule besuchen, in den vergangenen vier Jahren von rund 17 auf 28 Prozent. Thüringen belegt damit Platz 8 der Bundesländer mit dem höchsten Inklusions-Anteil (siehe ROLLINGPLANET-Tabelle).

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