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Inklusion: Protest wird zu recht lauter

Ein Gastkommentar von Matthias Korfmann (WAZ) zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern in Nordrhein-Westfalen.

Elternverbände in NRW kritisieren „Gießkannen“-Inklusion. (Foto: hauku/pixelio.de)

Elternverbände in NRW kritisieren „Gießkannen“-Inklusion. (Foto: hauku/pixelio.de)

Hinter der Inklusion verbirgt sich ein großes Projekt. Menschen mit Behinderungen streiten schon lange für mehr „Teilhabe“. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, dem dient vielleicht ein alter Werbespruch als Erklärung: „Mittendrin statt nur dabei“.

Darum geht’s, übrigens nicht nur in der Schule, auch am Arbeitsplatz und im Verein. Ein Rechtsanspruch für Kinder mit Behinderung auf Unterricht in einer Regelschule ist für viele Betroffene ein Traum, der in Erfüllung geht.

Und weil das Projekt Inklusion so wichtig und richtig ist, darf es nicht scheitern. Es darf einfach nicht sein, dass Eltern und Kinder, für die sich dieser Traum und dieser Anspruch auf ein Menschenrecht erfüllen, von der Wirklichkeit in den Regelschulen frustriert werden. So sehr, dass sie am Ende doch wieder eine Förderschule wählen möchten.

Der Protest von Eltern und Lehrern gegen die nordrhein-westfälische Umsetzung der Inklusion wird zu recht lauter. Wer gemeinsamen Unterricht will, der muss Schulen ordentlich ausstatten. Eine Haltung wie „Wir machen das jetzt, und am Ende ruckelt sich das“ verbietet sich für ein so wichtiges Vorhaben.

(WAZ)

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