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International Paralympic Committee: „Wir beuten Praktikanten nicht aus“

ROLLINGPLANET äußerte den Verdacht, dass das IPC junge Menschen, die einen beruflichen Einstieg suchen, ausnutzt. Der Verband weist dies zurück und nimmt Stellung.

ROLLINGPLANET veröffentlichte am 10. Januar 2012 die aktuellen Stellenangebote des von uns geschätzten International Paralympic Committee (IPC): Für alle ROLLINGPLANET-Nutzer, die es drauf haben: Die Paralympics bieten Jobs.

Das IPC sucht für seine Zentrale in Bonn einen PC Commercial and Marketing Co-ordinator, Membership Relations Manager (f/m) und einen IPC Information Management Co-ordinator (f/m). Darüber hinaus wirbt man um Praktikanten.

In den in englischer Sprache verfassten Anzeigen heißt es: „Please be aware that the applicant must cover all expenses connected to the internship. The IPC does not offer any financial compensation.“ Auf Deutsch: Kandidaten müssen alle Kosten ihres Praktikums selbst tragen, das IPC bietet keinerlei finanziellen Vergütungen an.

ROLLINGPLANET fragte sich: „ROLLINGPLANET weiß nicht, wie die Stellen dotiert sind. Wir bedauern allerdings, dass das IPC die gesuchten Praktikanten nicht entlohnt. Die paralympische Bewegung als Ausbeuter der ‚Generation Praktikum‘?“

„Wir zahlen Taschengeld“

Diesen Vorwurf will der Verband nicht auf sich sitzen lassen. Georg Schlachtenberger, Chief Operating Officer (COO), nimmt gegenüber ROLLINGPLANET Stellung:

„Ja, ich stimme Ihnen zu, dass die Frage der Entlohnung von Praktikanten gerade heutzutage ein großes Thema ist. In vielen Organisationen und Betrieben werden Praktikanten wirklich als billige, zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, was aber beim Internationalen Paralympischen Komitee sicher nicht der Fall ist. Wir sind eine relativ kleine Organisation mit etwa 50 Mitarbeitern und halten im Laufe des Jahres zwei Stellen für Praktikanten bereit. Wie viele Organisationen bekommen wir eine Vielzahl von Anfragen (sicher 30 bis 50 pro Jahr), und die Praktikanten bekommen bei uns ein Taschengeld, und zusätzlich helfen wir bei der Suche nach einer preiswerten Unterkunft, oft in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk. Unsere Praktikanten sind, wie auch unsere Mitarbeiter, in der Regel nicht aus Deutschland, sondern aus Ländern der ganzen Welt, da wir als internationale Organisation ebenfalls diese Internationalität bei unseren Mitarbeitern spiegeln. Zusätzlich ist unsere Arbeit sehr spezialisiert, was auch auf die Praktikanten zutrifft.“

Auf Nachfrage wollte Schlachtenberger nicht erklären, warum es in den Stellenanzeigen trotzdem heißt, dass finanziellen Vergütungen ausgeschlossen werden.

ROLLINGPLANET stellt vorsichtshalber schon mal eine Kaffeekanne (Foto oben) hin. Liebe Praktikanten, Ihr wisst ja: die gehört in der Regel zu Euren Arbeitsbereichen.

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