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iPad-Helfer für Menschen mit Behinderung

Der Niederländer Ivo Beckers stellt mit seiner Firma vor allem Halterungen für iPads her. Seit Kurzem entwickelt er auch Hilfsmittel, die behinderten Menschen helfen sollen, kapazitive Bildschirme zu benutzen.

Mädchen mit Mundstab und iPad

Bei der für Nichtbehinderte zunächst merkwürdig anmutenden Vorrichtung handelt es sich um einen Mundstab. Dieser ermöglicht es Menschen mit motorischen Einschränkungen, die ihre Hände nicht zu Bedienung einsetzen können – beispielsweise Tetraplegiker – , Geräte wie das iPad zu benutzen.

Hierbei wird die Energie des Körpers durch das im Mund befindliche Stück des Aluminiumstiftes geleitet und durch die am Ende des Stiftes angebrachte “Socke” auf den Bildschirm gebracht.

Diese “Socke” hatte Ivo 2010 in Heimarbeit entwickelt. Er fing an, sie an einem normalen Stylus anzubringen und zu vertreiben. Zielgruppe waren eigentlich Menschen, die damit auf ihrem iPad malen wollten. Kurz darauf bekam er eine E-Mail von einem Mann, der ihm erzählte, dass er aufgrund seiner Behinderung sein iPad nicht mit den Händen oder einem normalen Stylus bedienen könne und ihm im Applestore auch niemand eine Lösung anbieten konnte.

Allerdings durchforsteten die Mitarbeiter des Stores mit ihm zusammen das Internet und stießen auf Beckers “Socke”. Die Ehefrau des Mannes bestellte den Stylus, entfernte den Überzug und brachte ihn am Mundstab ihres Mannes an.

Seitdem vertreibt Ivo selbst Mundstifte mit dem entsprechenden Aufsatz über den Onlineshop Etsy und entwickelt weitere Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen, wie zum Beispiel den iPad Stylus mit Klettband.

Inzwischen ist das Geschäft mit den Helferleins – die Beckers zu Preisen von 12,49 bis 31,22 Euro verkauft – zu einem wichtigen Standbein für seine Firma geworden.

Was sind kapazitive Bildschirme?

Aktuelle „Touchscreen Displays“ lassen sich in zwei grundlegend verschiedene Techniken einteilen. Beide Techniken bestimmen die aktuelle Position des Fingers (Stylus) auf unterschiedliche Weise.

Stift

"Verlängerter Arm": Stylus

Die Ältere der beiden Touchscreen Technologien wird als resistiv bezeichnet. Bereits die Palm DPAs setzten diese Technik ein, aber auch aktuelle Handys von Samsung, Sony Ericsson und Nokia verwenden sie. Hierbei handelt es sich um zwei elektrisch leitfähige Schichten aus Folien, die übereinanderliegen und auf Druck reagieren.

Die Technik der kapazitiven Touchscreen ist wesentlich jünger und erst seit ein paar Jahren in Mobiltelefonen zu finden. Verwendet wird sie zum Beispiel im Apple Iphone, dem Google Handy G1 und dem Samsung I8910. Grundlage der kapazitiven Displays ist eine beidseitig mit Metalloxid beschichteten Glasplatte.

Kapazitive Touchscreens können nur mit dem bloßen Finger (ob der Touchscreen nun mit kalten oder warmen Fingern berührt wird, spielt hierbei keine Rolle), leitfähigen Eingabestiften oder speziell angefertigten Hilfsmitteln, nicht aber mit einem herkömmlichen Eingabestift oder in Handschuhen bedient werden. Von dieser Einschränkung sind insbesondere auch Menschen mit Handprothesen betroffen, da sie nur mit speziellen Handschuhen oder Eingabestiften die Möglichkeit haben, die Bedienfelder zu aktivieren. In dieser Hinsicht bilden kapazitive Systeme unter Umständen ansonsten eine Hürde im Sinne der Barrierefreiheit.

Wir veröffentlichen Teile dieses Beitrags mit freundlicher Genehmigung von ipad-mag.de. Quelle für „kapazitive Touchscreens“: Wikipedia

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