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Iran: Ehemann verbietet Paralympics-Siegerin die Ausreise

Noch vor wenigen Monaten wurde Zahra Nemati als nationale Heldin gefeiert.

Zahra Nemati (Foto: Mohammad Hassanzadeh/CC BY 4.0)

Zahra Nemati (Foto: Mohammad Hassanzadeh/CC BY 4.0)

Der Ehemann von Zahra Nemati, der ersten iranischen Paralympics-Siegerin, hat seiner Frau die Ausreise verboten. „Ich werde nicht zulassen, dass sie das Land verlässt, auch nicht für Sportwettbewerbe“, sagte Roham S. der Nachrichtenagentur ISNA am Montag. Sie habe ihn verlassen und fordere die Scheidung. Er aber wolle sie zurück, sonst werde es bei dem Ausreiseverbot bleiben.

Nemati holte als erste Iranerin bei den Paralympics 2012 in London eine Gold- und eine Bronzemedaille im Bogenschießen. Letztes Jahr schrieb die 32-Jährige nochmals iranische Sportgeschichte. Bei der Olympia-Eröffnungsfeier 2016 in Rio führte sie als erste Frau im Rollstuhl ihr Heimatland als Fahnenträgerin ins Maracanã-Stadion (ROLLINGPLANET berichtete).

Damals war sie noch als nationale Heldin gefeiert worden, nun holte sie der Alltag ein. Im Iran können Ehemänner die Ausreise ihrer Frauen auch ohne triftigen Grund verbieten. Ohne Einverständnis des Mannes ist eine Scheidung kaum machbar. Dafür müssen die Frauen meistens einen juristischen Marathon bestehen.

(dpa)

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