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Irie Révoltés: Warum soziales Engagement (fast) genauso geil wie Sex ist

(Foto: AARGON/pixelio.de)

Gestern hat ROLLINGPLANET Irie Révoltés vorgestellt: Die in Heidelberg gegründete Band hat die Aktion „Rollis für Afrika“ ins Leben gerufen und engagiert sich vielfältig auch für andere politische und soziale Projekte. ROLLINGPLANET wollte wissen: Was ist dabei der Lustfaktor für die neun Jungs?

Wohl kaum eine andere deutsche Band verbindet seit Jahren so engagiert Musik mit sozialem Engagement wie Irie Révoltés, schrieben wir in unserem Artikel „Wenn neun Jungs mit Helfersyndrom die Bühne rocken“.

Wir hätten uns bei Irie Révoltés natürlich erkundigen können: Warum macht Ihr das? Warum seid Ihr so gute Menschen? Und dann hätten wir vermutlich eine dieser langweiligen Auskünfte bekommen, die man in solchen Fällen nicht anders verdient hat. Also haben wir Irie Révoltés gefragt: Warum ist soziales Engagement (fast) genauso geil wie Sex? Und so haben uns die Musiker geantwortet:

Das ist auf jeden Fall mal eine interessante Frage. Wir haben seit Ewigkeiten nicht mehr so lange über eine Interviewfrage diskutiert! Doch jetzt sind wir uns einig: Sex und soziales Engagement finden wir beides super wichtig und extrem schön. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied und deshalb wollen wir diesen Vergleich erst gar nicht ziehen. Es gibt unsererseits also eigentlich keine Antwort auf eure Frage! Warum?

Irie Révoltés

Sex ist für uns alle etwas sehr intimes. Und: Sex ist Selbstzweck. Sex muss nichts können, außer schön zu sein (auch mit Kinderwunsch im Hinterkopf sollte Sex Selbstzweck bleiben!).

Soziales Engagement ist für uns auf gewisse Art das Gegenteil: Soziales Engagement ist ein Gemeinschaftserlebnis, das ein Ziel verfolgt. Soziales Engagement ist also nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck.

Das heißt nicht, dass soziales Engagement nicht (auch) Spaß machen kann und sollte! Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass man nur etwas verändern kann, wenn man zusammenhält, sich gemeinsam Ziele steckt und auch gemeinsam dafür kämpft, dass diese Ziele real werden – Und zwar gemeinsam mit den Menschen, für die das Engagement bestimmt ist. Deshalb ist es krass wichtig, dass soziales Engagement nicht zum Selbstzweck wird, das allein dazu dient, einer Seite (wohl meistens, denen die helfen) ein gutes Gefühl zu geben. Soziales Engagement muss mehr können, als schön zu sein!

Eine Gemeinsamkeit gibt es dann aber doch: Sex und soziales Engagement wollen und können wir aus unserem Leben nicht weg denken!

Geile Antwort, ROLLINGPLANET sagt Danke.

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3 Kommentare

  • Lummy

    Sex sollte doch nicht Selbstzweck sein, sondern mindestens Zweierzweck

    27. Januar 2012 at 14:09
  • Angelika

    Ich finde das Engagement von Irie Revoltes vorbildlich, aber soziales Engagement hat doch auch immer was mit Selbstzweck zu tun. Man soll ja auch ein gutes Gefühl haben beim Helfen, und das ist ja gut so.

    27. Januar 2012 at 14:28
  • Glückliche Aufständische

    Ganz klar, beides ist geil

    27. Januar 2012 at 14:32

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