Jan Haller überragend – deutsches Team im Viertelfinale

Rollstuhlbasketball: Nach einem leidenschaftlich erkämpften 73:63-Erfolg über Polen geht es jetzt bei den Paralympics gegen die USA.

Sebastian Wolk (#12) im Duell mit Mateusz Filipski (#5). Links Dirk Passiwan (#11) sowie rechts die beiden Polen Marcin Balcerowski (#12) und Jan Cyrul (#15) (Foto: Andreas Joneck)

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren hat gestern Abend in einem dramatischen Spiel Polen bezwungen und damit den zweiten Platz ihrer Vorrundegruppe belegt. Beim 73:63 (11:15/29:37/44:51)-Erfolg in der Olympic Basketball Arena lag die Mannschaft von Bundestrainer Nicolai Zeltinger bis ins vierte Viertel zurück, ehe sie mit viel Leidenschaft das Spiel auf den letzten Metern noch drehte.

„Wir haben phasenweise kein gutes Spiel gemacht, aber über die gesamte Spielzeit an uns geglaubt und dies hat uns letztlich auf der Zielgerade noch den Sieg ermöglicht“, so Zeltinger nach der Partie. Vor allem in der Defensive ließ seine Mannschaft über weite Strecken die Disziplin vermissen, die sie sonst auszeichnet. So hatten die Polen um die beiden überragenden ehemaligen Bundesligaspieler Piotr Luszynski und Mateusz Filipski beim 51:42 (29.) aus ihrer Sicht schon den Erfolg vor Augen, ehe im Schlussviertel Deutschland alle Emotionen in die Waagschale warf.

Andre Bienek (#8) wird von Mateuz Filipski (#5) und Jan Cyrul (#15) in die Zange genommen, links Sebastian Wolk (#12). (Fotos: Andreas Joneck)

Nach sechs Punkten in Serie des nun überragenden Topscorers Jan Haller war es sein Teamkollege André Bienek, der fünf Spielminuten vor dem Ende die Führung beim 58:56 erstmals wieder zurückeroberte. In den Schlussminuten konnten die jetzt deutlich verunsicherten Polen dem Lauf des Vize-Europameisters nichts mehr entgegensetzen. Deutschland trifft nun im Viertelfinale am Mittwoch auf den Tabellendritten der Gruppe A aus den USA. „Das habe ich mir gewünscht, die passen gut zu unserem Spiel“, sagte Matchwinner Jan Haller.

Polen: Mateusz Filipski (27/3 Dreier), Piotr Luszynski (22/1), Jan Cyrul (7), Marcin Balcerowski (3), Krzysztof Bandura (2), Andrzej Macek (2), Dominik Mosler, Marcin Wrobel, Slawomir Gorzkowicz, Piotr Darnikowski, Kryzysztof Pietrzyk (n.e.), Robert Wisnik (n.e.).

Deutschland: Jan Haller (17, RSV Lahn-Dill), Sebastian Wolk (15, Mainhatten Skywheelers), André Bienek (13, Briantea ´84 Cantú/ITA), Dirk Köhler (8, RSV Lahn-Dill), Thomas Böhme (6, RSV Lahn-Dill), Dirk Passiwan (6, GOLDMANN Dolphins Trier), Thomas Gundert (2, RSV Lahn-Dill), Matthias Heimbach (2, Jena Caputs), Björn Lohmann (2, RSV Lahn-Dill), Sebastian Magenheim (2, USC München), Sercan Ismail (USC München), Andi Kress (Mainhatten Skywheelers).

Die Begegnungen im Viertelfinale

Mittwoch, 5. September 2012
13.00 Uhr: Deutschland – USA
15.15 Uhr: Türkei – Großbritannien
19.00 Uhr: Kanada – Spanien
21.15 Uhr: Australien – Polen

(aj)


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