Jeder achte Bundesbürger hat eine Behinderung (aber oft keine Liebe)

Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind da: Die Mehrheit der behinderten Menschen von 25 bis 44 Jahren bleibt ohne Partner.

Neue Statistik gibt Auskunft über Menschen mit Behinderung (Foto: RainerSturm/pixelio.de)

Neue Statistik gibt Auskunft über Menschen mit Behinderung (Foto: RainerSturm/pixelio.de)

Etwa jeder achte Bundesbürger lebt mit einer Behinderung. Insgesamt seien es 10,2 Millionen Menschen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Nach den Zahlen aus dem Jahr 2013 sind mehr Männer (52 Prozent) und insbesondere ältere Menschen betroffen. 73 Prozent sind demnach 55 oder älter. Die Zahl der Menschen mit Handicap insgesamt stieg gegenüber 2009 um sieben Prozent.

Die meisten Betroffenen – rund 7,5 Millionen – haben mindestens einen Behinderungsgrad von 50 und gelten damit als schwerbehindert (siehe Infokasten), wie die Statistiker weiter erläuterten. Das betrifft etwa Blinde, Gehörlose oder Menschen mit einer starken Gehbehinderung. Aber auch psychische Leiden können eine solche Einstufung rechtfertigen.

Die Einstufung von Behinderungen

Der Grad einer Behinderung orientiert sich daran, wie sehr diese die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinflusst. Dabei gibt es verschiedene Stufen, die in Zehnerschritten eingeteilt sind. Die höchste beträgt 100. Als schwerbehindert gilt, wer einen Grad von 50 oder mehr hat. Das betrifft etwas Blinde oder Personen, die stark gehbehindert sind.

Die Statistiker warfen dabei zudem einen genaueren Blick auf die Jüngeren und stellten fest: „Die Lebenssituation von behinderten Menschen im Alter von 25 bis 44 Jahren unterscheidet sich häufig deutlich von der Situation nichtbehinderter Menschen gleichen Alters.“ So waren mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Menschen mit Handicap unverheiratet und 32 Prozent lebten allein, bei den anderen waren es 45 sowie 21 Prozent.

Große Unterschiede

Auch in der Schule und im Beruf zeigen sich Unterschiede: 18 Prozent der jüngeren Behinderten besaßen keinen allgemeinen Schulabschluss gegenüber 3 Prozent der Altersgenossen. Das Abitur hatten 13 Prozent in der Tasche, aber 31 Prozent der Nichtbehinderten. Und während von diesen 88 Prozent arbeiteten oder einen neuen Job suchten, waren es bei den Menschen mit Behinderung 67 Prozent. Diese waren auch häufiger arbeitslos (7 Prozent) gemeldet als die nichtbehinderten 25- bis 44-Jährigen (5 Prozent).

„Auch von Krankheiten sind behinderte Menschen häufiger betroffen“, erläuterten die Statistiker weiter. Fast ein Drittel (32 Prozent) war in den vier Wochen vor der Befragung der Statistiker krank, aber nur 12 Prozent der Menschen ohne Handicap.

Das Bundesamt stützte sich für seine Analyse auf die Ergebnisse der Haushaltsbefragung Mikrozensus.

(dpa)

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1 Kommentar

  • Carl Gerhardt

    diese Zahlen ergeben nur zum teil einen Sinn . Wie könen 33 % nicht arbeien , aber nur 7 % gelten als Arbeitslos?

    12. Mai 2015 at 11:07

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