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Jetzt erst recht: Wir sind Bischof!

Plan B – 10 tolle Jobs für Tebartz-van Elst in der Behindertenbranche.

Bischof Tebartz-van Elst (Foto: dpa)

Bischof Tebartz-van Elst (Foto: dpa)

Alle empören sich über das Thema Schöner Wohnen und die läppischen 31 Millionen Euro ohne Folgekosten, die der „Skandalbischof von Limburg“ (Spiegel Online) Franz-Peter Tebartz-van Elst für seinen Amt- und Wohnsitz ausgegeben hat.

ROLLINGPLANET versteht diese Empörung nicht und ordnet sie in die wieder typisch deutsche Neid-Kultur ein, zumal es sich bei den Vorwürfen um eine „Erfindung von Journalisten“ und eine „Medienkampagne“ handelt, wie der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, laut „Bild“ am Freitagabend während einer Messe in Rom klarstellte.

Jetzt erst recht: Wir sind Bischof! Wir brechen nicht den Stab! Es kann nicht sein, dass Geldverschwendung, Angeberei und Lügen im Namen Gottes schlimmer sein sollen als bei Rot über die Ampel zu fahren (siehe Alkohol-Weichei Margot Käßmann, die sofort zurückgetreten ist). Es kann nicht sein, dass sich Behinderte, die noch nie einen Gottesdienst besucht haben, sich darüber empören, dass viele Kirchen nicht barrierefrei sind, weil es dafür kein Geld gibt. Und überhaupt, warum die ganze Aufregung: 70 Millionen Euro sind noch da, in der Limburger Bischofskasse.

"Bild"-Schlagzeile: "Die Kirche sucht schon neuen Job für Protz-Bischof"

„Bild“-Schlagzeile: „Die Kirche sucht schon neuen Job für Protz-Bischof“

ROLLINGPLANET lässt den von allen gejagten Gottesmann nicht fallen. Die Kirche muss ja nicht alles alleine machen: Wir bieten ihm Asyl – unsere zehn Top-Jobs für Tebartz-van Elst.

1. Chef bei Aktion Mensch

Hat dank Fernsehlotterie Kohle ohne Ende, gibt Kohle ohne Ende für Kampagnen für Inklusion aus, bei denen niemand so genau nachfragt, was am Ende hängen bleibt. Also idealer Posten.

Problem: Der derzeitige Vorstand Armin v. Buttlar will weder zurücktreten noch hat er nach dem Rücktritt von Ex-Co-Vorstand Martin Georgi neuerliche Lust auf eine Doppelspitze.

2. Diener nicht des Herrn, sondern der Geissens

So stellen wir uns die Hölle vor: Die Geissens (Foto: Just Sylt)

So stellen wir uns die Hölle vor: Die Geissens (Foto: Just Sylt)

Seit dem Interview von TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf („Joko und Klaas“) mit dem „Playboy“ wissen wir, dass es Behinderten-Fernsehen gibt. Damit meint er Trash-Sendungen wie „Schwiegertochter gesucht“ und „Bauer sucht Frau“. Herr Heufer-Umlauf hat sicherlich nichts dagegen, dass wir auch die Geissens (RTL II: „Eine schrecklich glamouröse Familie“) dazurechnen. Rooooobert und Carmen protzen so gerne mit ihren Luxus-Villen, da findet sich locker ein Plätzchen für Tebartz-van Elst.

Problem: Die Geissens sind gar keine echten Millionäre, sondern eben nur Behinderten-Fernsehen. Und mal ehrlich: Einen Diener-Job bei den Geissens wünscht man nicht mal einem Bischof, der jemanden umgebracht hat.

3. Flugbucher beim Deutschen Gehörlosen-Bund

Nur weil alle Welt guckt, ob der Bischof wieder First Class fliegt, musste er jetzt demonstrativ den Billigflieger Ryanair nehmen, um zum Papst zu kommen. Immer wenn der Vorstand des klammen Deutschen Gehörlosen-Bundes an einem internationalen Weltkongress für Gehörlose teilnehmen will, muss er sich dafür einen Reisekostenzuschuss von der Bundesregierung überweisen lassen. Wäre eine sinnvolle Aufgabe für Tebartz-van Elst: Nicht mehr nur Holz-, sondern Edelklasse für die Gehörlosen zu organisieren.

Problem: Keins, macht er mit links.

4. Architekten-Betreuer bei den Sozialhelden

Auch die Berliner Sozialhelden haben soeben Geld von der Bundesregierung bekommen: 29.000 Euro für die „Förderung der Aus- und Weiterbildung von Architekten“. Weil Raul Krauthausen nicht alles alleine machen kann, freut er sich sicherlich über einen Referatsleiter.

Problem: Keins, im Gegenteil, mit Architekten kennt sich Tebartz-van Elst inzwischen bestens aus.

5. Direktor bei Robert Hartings neuem Sportlotto

So schnell wie das Geld weg ist kann nicht mal er den Diskus werfen: Olympiasieger Robert Harting (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

So schnell wie das Geld weg ist kann nicht mal er den Diskus werfen: Olympiasieger Robert Harting (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Bald startet Robert Hartings neues Sportlotto, da dürfte richtig viel Geld zusammenkommen. Wäre also die richtige Größenordnung für unseren Bischof.

Problem: Sobald Tebartz-van Elst eine Geschäftsstelle für den neuen Laden gebaut hat, ist nichts mehr übrig für Olympia- und Paralympicssportler, für die das Geld gedacht war. Macht aber nichts. Ist eine Chance für den olympischen Geist, an seine Wurzeln zurückzukehren: Einst gab es zum Lohn auch nur Lorbeerkränze – die kosten nicht viel. Die Pennys dafür wird Sportlotto auch unter Tebartz-van Elst noch zusammenkratzen können.

6. Geschäftsführer von Meyra Ortopedia

Erbärmlich, gehört unbedingt aufgemotzt: Die Firmenzentrale von Meyra Ortopedia

Erbärmlich, gehört unbedingt aufgemotzt: Die Firmenzentrale von Meyra Ortopedia

Ebensfalls der perfekte Job, weil der Laden sowieso schon pleite ist, nicht mehr viel kaputt gemacht werden kann, und die verbliebenen Mitarbeiter Gebete gut gebrauchen können.

Problem: Insolvenzverwalter Hans-Peter Burghardt hat den Rollstuhlhersteller gerade an die Polen verkauft, und die wollen partout keine neue Firmenzentrale in Kalletal-Kalldorf bauen.

7. Irgendetwas im Ausland

Ausland ist immer gut, bis sich die Wogen geglättet haben. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, Vorsitzender des Vereins „Kärntner in Not“ zu werden. Der hilft manchmal auch Behinderten, die nicht ausreichend Kohle für eine 31-Millionen-Villa haben, eine Wohnung zu bekommen.

Problem: Selbst wenn es Tebartz-van Elst zehn Jahre in Österreich aushält und erst danach wieder nach Deutschland kommt, werden sich alle noch an ihn erinnern.

8. Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Limburg Diez

Freuen sich schon auf den Neuen: Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Limburg Diez (Foto: Lebenshilfe)

Freuen sich schon auf den Neuen: Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Limburg Diez (Foto: Lebenshilfe)

Falls Tebartz-van Elst wirklich den unnötigen Ehrgeiz an den Tag legen sollte, Reue zu zeigen: Eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist immer der ideale Ort, um Demut zu lernen (so ungefähr 200 Euro Monatsgehalt). Die nächste WfbM wäre ganz in der Nähe: In Limburg Diez unterhält die Lebenshilfe eine Einrichtung.

Problem: Da gibt es auch diverse Wohnhäuser. Die Versuchung, die renovieren zu wollen, ist einfach zu groß.

9. Kassierer beim schleswig-holsteinischen Landesblinden- und Sehbehindertenverein

Da hat man es bisher beim Geld auch nicht so genau genommen: Der Verein zweckentfremdete die Erbschaft eines blindes Mannes, der ein Wertpapierdepot mit knapp 200.000 Euro und eine Eigentumswohnung hinterließ.

Problem: Die Wohnung ist schon weg und lässt sich nicht mehr für 31 Millionen Euro umbauen.

10. Füßer

Beim Papst himself wäre noch der Job als Füßer zu vergeben: Als Büßer könnte unser Bischof jenen behinderten Menschen die Füße waschen, die das Kirchenoberhaupt zu küssen gedenkt.

Problem: Der Papst hätte den Büßer vermutlich gerne möglichst weit weg als nahe.

Plan C: Wirklich nicht in die Behindertenszene?

Unsere Vorschläge stinken zum Himmel? Falls unser Bischof wirklich nicht in die verständnisvolle Behindertenszene wechseln will, wo Liebe und Anerkennung auf ihn warten, empfehlen wir einen Videoproduzentenposten bei Rihanna. Für einen Bischof zeigt die vielleicht etwas zu viel nackte Haut, aber wenigstens hat sie es kapiert – wie sie in ihrem Song „Pour it Up“ beweist. Was singt sie da? Richtig! „Money make the world go around“.

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4 Kommentare

  • ulf_der_freak

    Seid doch nicht so gemein zu dem armen Monchichi! Der kann doch nichts dafür. Das muss doch so sein! http://weblog.hundeiker.de/item-7707.html

    13. Oktober 2013 at 19:35
  • Mandred

    Ach, ich denke, der Buttlar wird nicht lange durchhalten, wahrscheinlich hat er den lukrativeren Auftrag irgendeines Konzerns schon in der Tasche.

    14. Oktober 2013 at 12:00
  • Heidi

    Ich weiß zwar nicht welche Auswirkungen diese Geldverschwendung auf die Finanzen der Limburger Bürger hat, aber da ich Christin bin und an meinen Nächsten denken soll, habe ich mir heute statt Gouda, zwei Päckchen Limburger Käse gekauft.

    14. Oktober 2013 at 14:06

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