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Jetzt hat Pistorius auch seinen Weltrekord verloren – an den Mann, den er lächerlich fand

Er ist der neue Superstar: Der Brasilianer Alan Oliveira läuft in Berlin neue Bestzeit über 100 Meter.

Archivfoto: Alan Oliveira am 2. September 2012 nach seinem Sieg über Oscar Pistorius ((Foto: Andy Rain/EPA)

Archivfoto: Alan Oliveira am 2. September 2012 nach seinem Sieg über Oscar Pistorius (Foto: Andy Rain/EPA)

Hier klatschen sie sich ab: Pistorius und Oliveira nach dem 200-Meter-Lauf

Klatschen sich ab: Pistorius und Oliveira nach dem 200-Meter-Lauf (Foto: Andy Rain/EPA)

Alan Oliveira (voller Name: Cardoso Alan Fonteles Oliveira) hat am Samstag in Berlin bei den 35. Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) in der Leichtathletik der Behinderten einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er lief die 100 Meter (Startklasse 43) in 10,77 Sekunden.

Er unterbot damit um 14 Hundertstelsekunden die alte Bestmarke, die sowohl von Oscar Pistorius als auch dem US-Amerikaner Blake Leeper (jeweils 10,91 Sekunden) gehalten worden war.

Dass der Brasilianer Pistorius als Superstar ablösen könnte, deutete sich bereits bei den Paralympics 2012 in London an. Der 20-Jährige war der erste Athlet, der den Südafrikaner über 200 Meter schlagen konnte – und damit einen kleinen Skandal auslöste.

„Er war bisher mein großes Idol“

„Das ist absolut lächerlich“, schimpfte Pistorius nach seiner überraschenden Niederlage. Nach seiner Ansicht waren Oliveiras Unterschenkelprothesen zu lang. „Wir laufen hier kein faires Rennen“, sagte der viermalige Paralympics-Champion, der mittlerweile wegen Mordes angeklagt ist.

Oliveira reagierte enttäuscht auf die Aussagen des weltweit (immer noch) prominentesten Behindertensportlers: „Er war bisher mein großes Idol. Aber es ist einfach nur traurig, dass er solche Sachen sagt.“ Wenige Stunden später entschuldigte sich Pistorius für seine Aussagen (ROLLINGPLANET berichtete: Oscar Pistorius und die „Technik-Doping“-Debatte – mal anders).

Doch Kritik hatte nicht nur Pistorius geübt. „Da gibt es einige Dinge, die extrem fragwürdig sind – lange Unterschenkel, lange Feder“, meinte der in London siebtplatzierte Leverkusener David Behre. Der Schweizer Christoph Bausch, der bei dem 200-Meter-Lauf auf Rang sechs gelandet war, bezog noch eindeutiger Stellung: „Kein normaler Mensch hat solche Unterschenkel – das muss man einfach sehen.“

Oliveiras schneller Aufstieg

Ungeachtet dessen ist Oliveira seit seiner Goldmedaille ein Top-Star in seiner Heimat. Von seinen Landsleuten wird er seither als das Gesicht für die Paralympics 2016 in Rio gefeiert. Laut dem SportsPro Magazin gehört er zu den 50 Sportlern weltweit, die sich am besten vermarkten lassen – auch hier folgt er also auf Pistorius’ Spuren.

Noch bis Sonntagabend kämpfen 520 Athletinnen und Athleten aus 28 Nationen im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark um Titel und Medaillen.

(RP)

Sport
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2 Kommentare

  • Chris Biggs

    sehr schoen, dann hat der egomane pistorius mal richtig einen einlauf verpasst bekommen.

    16. Juni 2013 at 13:57
  • grisu

    Was will er, trotz scheinbar längerer Federbeine isser immer noch kleiner als Pistorius. Auch die Gesamtlänge Boden-Hüfte ist kürzer, hat also ganz offensichtlich keinen Vorteil durch Überlänge.

    20. November 2013 at 20:43

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