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Jetzt kann ihr auch Nietzsche nicht mehr helfen: Monique van der Vorst war offensichtlich nie gelähmt

Haben wir alle an ein falsches Wunder geglaubt? „Bild“ spricht von einem „Skandal um Paralympics-Star“.

Aufmacher von "Bild"

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Am 20. November 2010 schrieb Monique van der Vorst – 13 Jahre nach einer missglückten Fußknöchel-OP – auf ihrer Homepage: „Ich kann wieder gehen!!!” War diese Behauptung ein kalkulierter Betrug oder naiv, wie die Holländerin sich in diesen Stunden rechtfertigt?

Denn die 27-jährige war offenbar niemals gelähmt. Ihre Wunderheilung – an die auch ROLLINGPLANET glaubte (Das Wunder Monique van der Vorst geht weiter) – war gar keine, wie heute Medien übereinstimmend berichten. Die Niederländerin konnte schon immer gehen, lauten die neuen Erkenntnisse.

Herausgekommen ist dies, nachdem mehrere Rollstuhl-Athleten sowie ehemalige Betreuer und Bewohner aus ihrem Heimatort berichteten, die dreimalige Handbike-Weltmeisterin schon vor ihrer überraschenden Genesung gehend gesehen zu haben. Warum sich die „Zeugen“ erst jetzt in der Öffentlichkeit melden, ist nicht bekannt.

“Nicht gut ausgedrückt“

Monique van der Vorst gestand der holländischen Zeitung „De Pers“: „Ich habe nicht gelogen, ich habe mich nur nicht gut ausgedrückt. Aus heutiger Sicht stimmte es nicht, was ich gesagt habe. Aber ich wusste es nicht besser“.

Ihre Entschuldigung klingt skurril: Ihre gesundheitlichen Probleme hätten nicht am Rückenmark, sondern am Kopf gelegen. „Mein aktueller Rehabilitationsarzt vergleicht mich mit einem Auto. Der Motor war nicht kaputt, aber ich wusste nicht mehr, wie man fahren muss”, zitiert „Bild“ van der Vorst. „Es war mir nicht bewusst, dass ich auch zuvor oft auf meinen Beinen gestanden hatte. Ich hätte nie in die Medien kommen dürfen.”

Auf ihrer Homepage ist das Geständnis noch nicht angekommen. Nach wie vor heißt es dort:

„My life has been full of challenges, after becoming disabled at age 13 I didn’t give up, I looked for oppurtinities to live life at the fullest and became a professional athlete. I have a mission to take myself to the highest level possible. After winning the World Championships Ironman, I was on a fast track to the Paralympic Games in London 2012. But… everything suddenly changed. After an accident in 2010 my body started to change and after a long/ hard rehab period I am back on my own feet again! For me a new competition has started now, I don’t know were or when it is gone finish but I will succeed and I will run!“

Monique van der Vorst zitiert auf ihrer Homepage Friedrich Nietzsche: „What doesn’t kill me will make me stronger.“ („Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“). Nietzsche wird der Dame wohl nicht mehr helfen können: Jetzt muss die Dame sehr stark sein, um die Reaktionen zu ertragen.

ROLLINGPLANET hat Monique van der Vorst angeschrieben. Falls wir Antwort erhalten, werden wir Sie informieren.

Link: Bericht auf Bild

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