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Joana Zimmer beeindruckt Zuschauer und Jury: „Für die Menschheit getanzt“

Der Auftritt der blinden Sängerin bei „Let’s Dance“ am Mittwoch Abend erzeugte ehrlichen Respekt und große Gefühle.

Joana Zimmer und Christian Polanc

Foto von den Proben – so trat Joana Zimmer auch in der Show auf: In Weiß und mit Augenbinde (Foto: RTL)

Sie hat es gewagt. Als der langsame Walzer vorüber war, zeigte sich Maite Kelly, die Vorjahrssiegerin und das neue Jurymitglied, von ihr sichtlich berührt. Die Tränen mühsam unterdrückend sagte sie: „Ich war schon immer überzeugt, dass Musik und Tanzen Grenzen brechen können.“ Heute jedoch habe sie das Gefühl gehabt, dass Joana Zimmer und Christian Polanc „für die Menschheit und Menschlichkeit getanzt“ hätten.

“Tränen in den Augen“

Wir müssen zugeben, dass wir den Atem angehalten haben, weil wir uns auch nicht vorstellen konnten, wie erstmals ein blinder Mensch vor einem Millionenpublikum solch eine freiwillige Tanz-Herausforderung meistern würde. Von unserer Redaktion hätte sich das keiner getraut. Tatsächlich war die Neunundzwanzigjährige offensichtlich so angespannt und konzentriert, dass ihr bei der Begrüßung kein Lächeln gelang.

Ihren ersten Auftritt bei „Let’s Dance“ meisterte Joana Zimmer dann souverän – wollte aber ihre Erleichterung nicht verbergen: Sie können es nicht sehen, wandte sie sich nach der gelungen Premiere an das Publikum, „ich habe Tränen in den Augen“.

Motsi Mabuse fand den Tanz „perfekt inszeniert“ und war „sehr positiv überrascht.“

Distanzen beurteilen, keine Umstände

Der gewohnt scharfzüngige und strenge Oberkritiker Joachim Llambi bewies, wie man es machen muss. Für ihn gab es keinen Behindertenbonus: „Ich will Distanzen bewerten, nicht Umstände“. Sagte er und riet Joana, furchtlos zu sein und sich noch mehr auf den erfahrenen Christian Polanc (33, Deutscher Meister in der Latein-Kür) zu verlassen: „Nutzen Sie Ihren Partner noch besser. Angst verlieren ist das Wichtigste.“ Und warnte, dass es bei schnelleren Stücken sehr viel schwieriger werden würde.

Ob blind oder nicht – auch bei Joana ließ es sich Llambi nicht nehmen, von allen Juroren die wenigsten Punkte zu vergeben: 3. Das waren immerhin zwei mehr, als er sie jeweils den Musikproduzenten und Komponisten Uwe Fahrenkrog-Petersen und Diskuswerfer Lars Riedel gegeben hatte. Übersicht: Alle Kandidaten der Show

Insgesamt kamen Joana Zimmer und Christian Polanc auf 22 Jurypunkte, in die nächste Runde und nach ihrer „Let’s Dance“-Performance bereits gleich zum nächsten Fernsehauftritt: Als Gäste beim anschließenden sternTV.

Fahrenkrog-Petersen ausgeschieden

Nur einer war noch schlechter als Diskuswerker und Olympiasieger Lars Riedel – fand das Publikum. Per Telefonwahl schickte es Musikproduzent und Komponist Uwe Fahrenkrog-Petersen nach Hause.


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3 Kommentare

  • Mariele

    Hier ist meine persönliche, bestimmt überkritische und nicht sehr fachlich fundierte Meinung

    Mandy Capristo : Oh ! – auf jeden Fall was für die Augen von den Jungs…a bissl staksig …aber okay
    Laufender Meter Patrick Bach…hmmmm- der Bub hat Tanzen geübt- ganz okay- glaub, da wirkt noch a bissl der Teenie-Bonus….dennoch: man kann ihm zuschauen

    Uwe Fahrenkrog-Petersen….nöööööö…der soll besser Musik schreiben- hätte sich die 99 Luftballons an die Beine schrauben sollen… ansonsten: ein kühles Blondes übt auf mich mehr Anziehungskraft aus…und der kühle Blonde kann daheim bleiben

    Magdalena Brzeska : ein Beispiel dafür, dass Eleganz bei der rhythmischen Sportgymnastik nicht gleich bedeutet, dass das auf dem Parkett auch gut rüberkommt

    Der Ardian Bujupi….ach was- lass’n lieber singen- das Gehabe von wegen – ich zeige meine Männlichkeit…aha- dann : Hose auf….auf dem Parkett nur affig, aber ich fürchte die Mädels rufen für ihn an wie für den ‚Checker’….

    Tanzbär Lars Riedel na ja-hat sich bemüht….eine Wiener Straßenlaterne hat mehr Gefühl…->Llamby

    Steffi Hertel…Täterä im Dirndl- wirf mi weg…edelweiss auf eglisch…a kloane Prinzessein schwebt übers Parkett- i schaug ma’s o und find’s ganz nett

    Marc Terenzi oh yeah- zumindest sexy, dynamisch mit Gefühl für Rhythmus…der kann weit kommen

    Gitte Haenning- die Oma im Papageien-Look – was soll so eine Comedy-Version des Tanzes- ‚abgehen wie Pommes’???? (Zitat Frieling) Ja ! – Llambi – ‚slapstick-mäßig’ trifft’s…lieber lassen….

    Patrick Lindner- hat mit Isabel Edvardsson natürlich das große Los gezogen- mir wird warm ums Herz…schmacht…den brezelt’s beim Jive oder Quickstep sicher…aber den langsamen Walzer packt er grad noch- nett, lieb…ganz okay…

    Rebecca Mir : ‚Götterspeise auf zwei Beinen’ sagt der Tanzpartner Massimo Sinato ( auch einer der erfolgreichen Trainer ) …Cha-Cha-Cha sehr körperbetont- mir zu wenig Tanzschritte…Beine von hier bis Ägypten- Posen gut- Model halt…an sich (Llambi) beste Performance des ersten
    Abends

    Joana Zimmer /Christian Polanc: Gänsehaut…- irre Leistung ! feeling pur ! Also der langsame Walzer war so harmonisch und ausdrucksvoll auch in der Kombination von Musik und Bild – aber die Augenbinde find ich persönlich blöd und zu theatralisch .

    Blöd für die teilehmenden Jungs- wie sollen die bitte solche Temperamentbündel bändigen… Die Mädels können sich – wenn sie’s können- eben von den Jungs zu den Höchstleistungen führen lassen

    Und – wenn man bedenkt, dass das eine Sendung des deutschen Fernsehens ist…so schlechtes Deutsch müsste unter Strafe gestellt werden 😉 ….aber wahrscheinlich fällt’s eh keinem auf….

    14. März 2012 at 23:33
  • Hans Meier

    Ich habe Aktenzeichen XY geschaut, bei „Let’s Dance“ schlafe ich auf dem Sofa sonst ein

    15. März 2012 at 07:17
  • Kathykiss

    das war eine absolut beeindruckende leistung

    16. März 2012 at 09:34

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