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Eine Behinderung, die Liebe verhindern kann: Legasthenie

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Gehörlose Flüchtlinge +++ Norderney +++ Falsche Wahlbenachrichtigungen +++ Baden-Württemberg fördert Inklusionsprojekte +++ Johanniter Unfallhilfe +++ Sozialhilfeausgaben angestiegen


TAGEBUCH
FREITAG, 1. SEPTEMBER 2017
Schreibschwäche

Heute ist Welttag des Briefeschreibens

Ministerpräsident Bodo Ramelow im Mai bei einer Landtagssitzung in Erfurt. (Foto: Martin Schutt(dpa)

Ministerpräsident Bodo Ramelow im Mai bei einer Landtagssitzung in Erfurt. (Foto: Martin Schutt(dpa)

Seine Legasthenie hat Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Jugend um eine romantische Erfahrung gebracht: den Austausch von Liebesbriefen. „Ich hab sie immer formuliert, aber nie abgeschickt und hab mich immer gegrämt“, sagte der Linken-Politiker. Mittlerweile schreibt er persönliche Briefe auch mit der Hand – etwa an seine Geschwister oder enge Freunde – „Schreibfehler immer inklusive“, wie er sagt. Ramelow steht zu seiner Lese- und Rechtschreibschwäche. (dpa/th)

DONNERSTAG, 31. AUGUST 2017
Flüchtlinge

Weiterhin Integrationskurse für Gehörlose

Im Zeitraum 2015 bis zum 1. Halbjahr 2017 haben insgesamt 127 Personen aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia einen Integrationskurs für gehörlose oder hörbeeinträchtigte Menschen in Deutschland begonnen. Insgesamt seien im selbigen Zeitraum 41 Integrationskurse für Gehörlose gestartet worden, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (18/13348) auf eine Kleine Anfrage (18/13222) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Diese speziellen Integrationskurse würden nicht in Lautsprache, sondern in Gebärdensprache durchgeführt, heißt es darin. Die Bundesregierung betont, sie werde auch weiterhin Kursträger und Teilnehmende finanziell und beratend unterstützen, wo dies nötig sei, um eine gleichberechtigte Teilhabe sicherzustellen. Die entsprechenden Haushaltsmittel stünden hierzu bereit. (hib/JOH)

MITTWOCH, 30. AUGUST 2017
Schifffahrt

Einweihung des neuen Fährterminals auf Norderney

Noch ist ein Teil des neuen Fährterminals eingerüstet. Eingeweiht wurde am Mittwoch dennoch. (Foto: IWN)

Noch ist ein Teil des neuen Fährterminals eingerüstet. Eingeweiht wurde am Mittwoch dennoch. (Foto: IWN)

Auf der ostfriesischen Insel Norderney wurde heute ein neues Fährterminal eröffnet. Das alte Hafengebäude wurde in den beiden vergangenen Jahren größtenteils abgerissen und durch ein modernes Terminal mit einer Wartehalle ersetzt, wie Fred Meyer von der zuständigen Reederei Norden-Frisia sagte. Der Neubau soll moderner, behindertengerecht und energiesparend sein.
Das neue Terminal hat zehn Millionen Euro gekostet und bietet mit seiner Grundfläche von 3.000 Quadratmeter mehr Platz für Passagiere. Und die kamen im Jahr 2016 zahlreich: 2,17 Millionen Menschen strömten auf die Insel – und verließen sie mit der Fähre auch wieder. In Betrieb geht der Anleger voraussichtlich Mitte September. (RP/ag)

Italien

Regierung kündigt Hilfen für Einkommensschwache an

Angesichts wachsender Armut in Italien hat die Regierung in Rom finanzielle Unterstützung für die einkommensschwächsten Haushalte angekündigt. Das sogenannte Inklusionseinkommen Rei soll je nach Haushaltgröße zwischen 190 und 490 Euro monatlich betragen, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. „Das ist eine Hilfe für die schwächsten Familien“, twitterte Ministerpräsident Paolo Gentiloni nach einer Sitzung seines Kabinetts.
Demnach stellt die Regierung 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Ab Januar sollen zunächst 400.000 Haushalte von der neuen Stütze profitieren. Bevorzugt werden Haushalte mit Kindern, Schwangere, Arbeitslose über 50 sowie Menschen mit Behinderungen.
Ein Grundeinkommen für alle gehört zu den Forderungen der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung. Die Populisten haben derzeit gute Chancen, die Wahl im kommenden Jahr zu gewinnen. Nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde Istat lebten 2016 fast für Millionen Italiener, sieben Prozent der Bevölkerung, in Armut. Im Jahr 2007, vor Beginn der Rezession, waren es nur 3,1 Prozent. (dpa)

DIENSTAG, 29. AUGUST 2017
Baden-Württemberg

Rund 25.000 Wahlbenachrichtigungen mit falschen Angaben verschickt

Mannheim, Fußgängerzone (Foto: Wikipedia/DesertEagle, Gemeinfrei)

Mannheim, Fußgängerzone (Foto: Wikipedia/DesertEagle, Gemeinfrei)

Rund 25.000 Benachrichtigungen für die Bundestagswahl am 24. September sind in Mannheim mit falschen Angaben verschickt worden. 21 der 153 Wahlbezirke seien von der Panne betroffen, teilte eine Stadtsprecherin mit. Bei 14 Bezirken wurden Gebäude trotz rollstuhlgerechten Zugangs als nicht barrierefrei ausgewiesen. In sieben weiteren Fällen wurden Gebäude fälschlicherweise als rollstuhltauglich gekennzeichnet.
Die Stadt hat den Fehler inzwischen behoben: Die Betroffenen wurden demnach angeschrieben und über die Zugangsmöglichkeiten informiert. In Mannheim sind etwa 197.000 Menschen wahlberechtigt. (dpa/lsw)

SONNTAG, 27. AUGUST 2017
Baden-Württemberg

Regierung gibt 350.000 Euro für Inklusionsprojekte im Südwesten

Sozialminister Manne Lucha, Grüne (Foto: Sozialministerium Baden-Württemberg)

Sozialminister Manne Lucha, Grüne (Foto: Sozialministerium Baden-Württemberg)

Für neue oder erweiterte Projekte zur Förderung der Inklusion stellt die Landesregierung in diesem Jahr 350.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen landesweit Initiativen gefördert werden, die das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen voranbringen, wie das Sozialministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte.
Seit 2013 seien bereits etwa 150 Projekte unterstützt worden. Inklusion habe viele Facetten, betonte Sozialminister Manne Lucha (Grüne). „Sie zeigt sich beim Sport, in der Schule, in der Kirchengemeinde, bei Kulturveranstaltungen oder im Vereinsleben und zählt zu einer der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben überhaupt.“ (dpa/lsw)

Hamburg

Aus für Behindertenfahrdienst der Johanniter Unfallhilfe

Fahrzeug der Johanniter Unfallhilfe. (Foto: Johanniter)

Fahrzeug der Johanniter Unfallhilfe. (Foto: Johanniter)

Die Johanniter Unfallhilfe will zum Jahresende ihren Fahrdienst für behinderte Menschen in Hamburg einstellen. Wie ein Hörfunksender berichtete, macht das Unternehmen nach Angaben der Geschäftsführung in diesem Bereich jedes Jahr rund 300.000 Euro Verlust. Die Beschäftigten wurden bereits Mitte Juli von der geplanten Einstellung des Dienstes in Kenntnis gesetzt.
Der Johanniter Fahrdienst transportiert Menschen mit Behinderung zu ihrer Arbeit in Werkstätten, zu Ärzten oder bei Bedarf auch zu privaten Treffen. Die Johanniter haben im vergangenen Jahr bundesweit 680 Millionen Euro Spenden erhalten. (dpa)

Statistik

Sozialhilfeausgaben 2016 auf 29 Milliarden Euro angestiegen

Die Sozialhilfeausgaben in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 29 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, entfiel ein besonders hoher Teil der Leistungen auf Eingliederungshilfen für behinderte Menschen. Dafür wurden insgesamt 16,5 Milliarden Euro ausgegeben. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu 2015 um 5,3 Prozent, wie eine Behördensprecherin in Wiesbaden sagte.
Besonders hoch war der Anstieg bei Hilfen für die Pflege – hier stiegen die Ausgaben um 6,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wurden 6,1 Milliarden Euro ausgegeben. Das was ein Anstieg um 2,4 Prozent.
Außerdem wurden insgesamt 1,2 Milliarden Euro für Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen ausgegeben. In Hilfen für den Lebensunterhalt flossen 1,4 Milliarden Euro. In den alten Bundesländern wurden Sozialhilfeleistungen in Höhe von gut 24 Milliarden Euro gezahlt, in den neuen einschließlich von Berlin etwa fünf Milliarden. (dpa)

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