""

Juhu, ich bin auf der Intensivstation

Sternenhimmel überm Krankenbett? Das gibt es bei einem Pilotprojekt an Berliner Charité.

Nein, Sie befinden sich noch nicht im Delirium – hier waren die Lichtdesigner am Werk: Eine Patientin liegt in einem neuen Zimmer der Intensivstation der Charité in Berlin (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Nein, Sie befinden sich noch nicht im Delirium – hier waren die Lichtdesigner am Werk: Eine Patientin liegt in einem neuen Zimmer der Intensivstation der Charité in Berlin (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Der Arzt Alawi Lütz  bei der Präsentation "Intensivstation der Zukunft" mit neuer Innenausstattung und neuem Lichtkonzept (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Der Arzt Alawi Lütz bei der Präsentation „Intensivstation der Zukunft“ mit neuer Innenausstattung und neuem Lichtkonzept (Foto: Stephanie Pilick/dpa)

Wer kennt das Gefühl nicht? Wer jemanden im Krankenhaus besucht, fühlt sich angesichts der Atmosphäre selbst dann oft sterbenskrank, wenn man kerngesund ist. Geht das auch anders? Offensichtlich ja.

In Thailand beispielsweise gibt es für gut betuchte Patienten private Krankenhäuser, die wie Hotels eingerichtet sind – und (ROLLINGPLANET übertreibt bekanntlich gerne) Lust aufs Kranksein machen. Wer eingeliefert wird, kann sich aussuchen (wenn er es noch kann), ob er gerne eine Suite mit Besucherzimmer und Küche hat oder einfach nur ein Bett.

Intensivstation mit Wohlfühlfaktor

Nun ein interessanter Designerversuch in Deutschland. Sternenhimmel überm Krankenbett: Die Berliner Charité will in einer wissenschaftlichen Studie überprüfen, ob der Wohlfühlfaktor auf einer Intensivstationen die Heilungschancen für Patienten verbessert.

Dafür sind zwei Zimmer zum Beispiel mit Lichtdecken ausgestattet worden, die den Tag- und Nachtrhythmus bis hin zum Sonnenaufgang imitieren. Die großen LED-Flächen können auch als Spielkonsolen für die geistige Anregung der Patienten dienen.

Weltweit erste Studie dieser Art

Die oft einschüchternde Technik der Intensivmedizin ist bis zum Beatmungsgerät hinter hölzernen Wänden verschwunden.

Mit den Veränderungen sollen Angst- und Stresslevel für schwerkranke Patienten sinken, wie die Charité am Donnerstag mitteilte. Das Projekt erhält bis 2015 rund eine Million Euro Forschungs- und Fördergelder aus Politik und Industrie. Nach Angaben der Charité ist es die weltweit erste Studie dieser Art für Intensivmedizin.

ROLLINGPLANET-Redakteure haben sich bereits entschieden: Da bleiben wir drin. Diese Intensivstation verlassen wir so schnell nicht mehr freiwillig. Die nackte Birne in unserem Redaktionsbüro kann warten.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN