""

Julia Häusermann: Schauspielerin mit Down-Syndrom erhält Alfred-Kerr-Darstellerpreis

Die 21-Jährige Schweizerin spielte auf dem Theatertreffen sich selbst in der Inszenierung „Disabled Theatre“.

Julia Häusermann (Foto: Theater Hora)

Julia Häusermann (Foto: Theater Hora)

Die Preise des 50. Berliner Theatertreffens (endete am Pfingstmontag) sind an die Schauspielerinnen Sandra Hüller und Julia Häusermann gegangen.

Film- und Theaterschauspielerin Sandra Hüller („Requiem“, „Brownian Movement“) wurde für ihre Leistung in dem Jelinek-Stück „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall“ mit dem mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis geehrt.

Den mit 5000 Euro dotierten Alfred-Kerr-Darstellerpreis für Nachwuchsschauspieler erhielt die Schweizerin Julia Häusermann, die damit Nachfolgerin von Fabian Hinrichs ist.

„Ganz sie selbst“

„Heute ist ein großer Traum von mir wahr geworden“, freute sich die die 21-Jährige Schauspielerin und Sängerin. Sie hat das Down-Syndrom und spielt in der Inszenierung „Disabled Theater“ vom Theater Hora in Zürich sich selbst.

Häusermanns Spiel sei von immenser Kraft und beängstigender Zartheit, urteilte der alleinige Kerr-Preis-Juror, der Schauspieler Thomas Thieme. „Ganz sie selbst, von anarchischem Humor, stiller Aggressivität und so unendlich traurig.“

Seit 2011 wird über Häusermann ein Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens SF1 gedreht. Zusammen mit Damian Bright und Sara Hess tanzt sie für einen Clip des Ex-Benneton-Models Melanie Alexander. Sie arbeitete in den Hora-Produktionen „I can’t dance“ (2010), „Ente“, „Tod & Tulpe“ (2011), „Das Schiff der Träume“ (2011), „The Democratic Set“ (2011), „Box“ (2011), „Disabled Theater“ (2012) und „Paganini & Ich“ (2012).

Das Jubiläumstheatertreffen präsentierte die zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der Saison. Erstmals hatte das Festival eine Produktion mit ausschließlich behinderten Darstellern gezeigt (ROLLINGPLANET berichtete: Erstmals spielen Behinderte auf dem Theatertreffen). Am Theater Hora können Menschen mit einer geistigen Behinderung auch eine staatlich anerkannte Schauspielausbildung machen.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN