Junge Rheumatiker fühlen sich nicht Ernst genommen

Jeder Dritte bricht seine Therapie ab, wenn der Übergang vom Kinder- zum Erwachsenen-Rheumatologen ansteht.

(Symbolfoto: twinlili/pixelio.de)

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Rund 2.500 junge Rheumatiker wechseln jedes Jahr zum Erwachsenen-Rheumatologen – und fühlen sich enttäuscht. Steht nach langer Wartezeit endlich der erste Termin an, kommt es häufig zum Bruch: Die Erwachsenen-Rheumatologen planen viel weniger Zeit für das Gespräch ein, als es die Jugendlichen gewöhnt sind. Aus der Kinder-Rheumatologie kennen sie ein familienorientiertes Modell mit ausführlichen Besprechungen und Untersuchungen. Dies ist das Fazit des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 31. August bis 3. September 2016 in Frankfurt a.M., bei dem Jugendlichen Vorträge hielten und mit vielen Ärzten ins Gespräch kamen.

Viele Jugendliche haben das Gefühl, dass ihre Beschwerden nicht Ernst genommen werden. Sie berichteten auch, dass sie weniger Physio- und Ergotherapien verschrieben bekommen und nicht mehr alle Gelenke untersucht werden.

Dazu kommt: Die Jugendlichen stehen mitten in der Pubertät. Sie lösen sich von ihren Eltern ab, die sich häufig um alle Termine rund um die Erkrankung gekümmert haben. Viele junge Rheumatiker lehnen in der Pubertät ihre Krankheit ab. Sie wollen so normal wie möglich leben. Die Folge: Sie brechen Therapien ab – und leiden später unter den Langzeitschäden.

„Mein Rheuma wird erwachsen“

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, gibt es das Projekt „Mein Rheuma wird erwachsen“. Zehn Junge Rheumatikerinnen aus ganz Deutschland wurden von der Rheuma-Liga zu Transition-Peers ausgebildet, um Ärzte und Jugendliche auf die Probleme beim Übergang hinzuweisen, Tipps zu geben und Mut zu machen. Das Projekt wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Kooperationspartner ist das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum.

Das Projekt feiert laut Angaben der Initiatoren mittlerweile erste Erfolge: Einige Kliniken und Ärzte haben die jungen Rheumatikerinnen angesprochen, um den Übergang vor Ort zu verbessern und die Abbruchquote zu verringern. Mehr Infos zum dem Projekt unter: www.mein-rheuma-wird-erwachsen.de

(RP/PM)

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