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Kampagne für Elektrorollstuhl-Hockey-WM 2014 gestartet

Der Weltmeister daheim: München und der Deutsche Behindertensportverband unterzeichneten heute ihre Zusammenarbeit für das Sportereignis.

Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r).: Stefan Utz (Projektleiter der WM), Thomas Urban (Sportamtsleiter München), Dr. Karl Quade (Vizepräsident DBS), Ulf Mehrens (Vorsitzender DRS) (Foto: Katrin Donauer)

Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r).: Stefan Utz (Projektleiter der WM), Thomas Urban (Sportamtsleiter München), Dr. Karl Quade (Vizepräsident DBS), Ulf Mehrens (Vorsitzender DRS) (Foto: Katrin Donauer)

Im Münchner Rathaus fand am Dienstag die Auftakt-Pressekonferenz zur Elektrorollstuhl-Hockey-Weltmeisterschaft 2014 (6.-10. August) statt. Ermöglicht wird die WM im eigenen Land durch die Unterstützung der bayerischen Landeshauptstadt, die heute den Vertrag mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS), dem Ausrichter der Veranstaltung, unterzeichnete. Im März hatte Münchens Stadtrat einen Zuschuss in Höhe von 230.000 Euro beschlossen.

„Mit der Unterstützung der E-Hockey-WM setzt München ein klares Zeichen, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich in das öffentliche Leben mit einbezogen werden und in der Mitte der Gesellschaft stehen“, erklärte Sportamtsleiter Thomas Urban. „Unser Ziel ist die Gleichstellung benachteiligter Menschen und die Förderung der Inklusion im Sport. München soll auch künftig eine aktive Sportstadt für alle Menschen sein.“

Dr. Karl Quade, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbands: „Der DBS hat schon lange den Wunsch, eine E-Hockey-WM im eigenen Land auszurichten. Dass dieser Wunsch nun in Erfüllung geht, verdanken wir vor allem der Stadt München.“

E-Hockey – die Entwicklung

  • Der E-Hockey-Sport nahm seine Anfänge in den 70er Jahren in München.
  • Eine der Gründermannschaften waren die Munich Animals vom TSV Forstenried, dessen Präsident Dr. Peter Sopp die heutige Pressekonferenz moderierte.
  • 1986 wurde das erste Turnier gespielt, die ersten deutschen Meisterschaften folgten 1993.
  • Im Jahre 2004 fand schließlich die erste Weltmeisterschaft in Helsinki, Finnland, statt.
  • Ein Jahr später wurde die Bundesliga im E-Hockey eingeführt. In Deutschland gibt es isngesamt 16 Mannschaften.
  • Seit 1989 ist der Elektro-Rollstuhl-Sport ein Fachbereich des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes (DRS).
  • Bei der E-Hockey WM von 6. bis 10. August 2014 wird Deutschlands als amtierender Weltmeister antreten.
  • Im Münchner Olympia Eissportstadion wird er versuchen, seinen Titel gegen Nationalmannschaften aus Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Italien, den Niederlanden und der Schweiz zu verteidigen.

Für den DBS, als Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für den Sport von Menschen mit Behinderung zuständig, ist die E-Hockey-WM neben den Paralympics in Sotschi und der Europameisterschaft im Sportschießen in Suhl das erklärte Highlight im Jahr 2014.

„Meilenstein im E-Rollstuhlsport“

Ulf Mehrens, der als DRS-Vorsitzender die Anfänge dieser Sportart mitbegleitet hat, hob die hier geleistete nachhaltige Entwicklung hervor: „Die E-Hockey-WM 2014 in München ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen, den Sport und die Mobilität auch im Bereich der schwerstbehinderten Menschen zu ermöglichen, und daher ein Meilenstein in der Geschichte des E-Rollstuhlsports. Wir sind optimistisch, dass durch diese WM die Zahl der Rollstuhlsportler auch weiterhin steigt und weitere Förderer und Unterstützer gefunden werden können.“

Stefan Utz, Projektleiter der WM und Vorsitzender des Fachbereichs E-Rollstuhl-Sport (ERS) im DRS, hat bei der letzten WM 2010 als Nationalspieler mit seiner Mannschaft den Titel geholt. Mit Unterstützung seiner Brüder Roland und Oswald (Behindertenbeauftragter der Stadt München) war er die treibende Kraft bei der Bewerbung um die Ausrichtung der WM.

Ein Kraftakt, bis es geschafft war

Kampagnenmotiv für die WM 2014 – "Image of a champion" ist kein Blindtext, wie die Macher versichern.

Kampagnenmotiv für die WM 2014 – „Image of a champion“ ist kein Blindtext, wie die Macher versichern.

Seit letztem März mussten dafür einige Hürden genommen werden: „Allein die Logistik für eine barrierefreie Veranstaltung in dieser Größenordnung, an der rund 80 internationale Sportler im Rollstuhl teilnehmen, inklusive Anreise, Unterbringung, Transport der Sport-Rollstühle und vielem mehr war und ist eine echte Herausforderung – ganz zu schweigen von den finanziellen Mitteln, die akquiriert werden müssen“, erzählte Utz.

„Aber dank der großzügigen Unterstützung der Stadt München und der Stiftung Pfennigparade München als Hauptsponsor sowie unseres 18-köpfigen ehrenamtlichen Orga-Teams blicken wir voller Optimismus und Vorfreude aufs nächste Jahr. Und ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass wir den Titel verteidigen werden,“ so Utz weiter. Stolz präsentierte er dann auch das Motiv der WM 2014 – mit dem Claim „Image of a Champion“.

(PM)

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