Kampagne: „Unternehmen inklusive Arbeit“

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, appellierte heute an die Wirtschaft, mehr Menschen mit Behinderung einzustellen.

(Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de)

Eine Kampagne unter dem Motto „Unternehmen inklusive Arbeit“ soll behinderten Menschen die Tür zur Beschäftigung weiter öffnen. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, lud dazu heute Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Politik zur Auftaktveranstaltung nach Berlin ein (ROLLINGPLANET berichtete: Behindertenbeauftragter lädt zur Fachkräftekonferenz ein).

Hüppe appellierte heute in Berlin an die Wirtschaft: „Viele behinderte Menschen sind gut, teilweise sogar besser als andere qualifiziert, ihr Potenzial wird auf dem Arbeitsmarkt aber noch viel zu wenig beachtet. Das muss sich ändern und dafür werbe ich.“

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wolle er vor allem kleine und mittlere Unternehmen überzeugen, behinderte Menschen einzustellen. „Das ist für den Betrieb gewinnbringend und auch volkswirtschaftlich sinnvoll.“ Bei Bedarf könnten die Firmen Fördermittel in Anspruch nehmen. „Unternehmer bekommen Hilfestellung bei der Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze“, sagte Hüppe.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen gefordert

Obwohl der Anteil von Fachkräften bei Behinderten etwas höher ist als bei Nichtbehinderten, hätten sie es schwerer, einen regulären Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt zu bekommen. Auch mit guter Ausbildung sind sie durchweg länger ohne Job. Die von Hüppe gestartete Kampagne soll mit regionalen Konferenzen bis 2013 fortgesetzt werden. Auf den Konferenzen stellen Firmen ihre Konzepte zur erfolgreichen Integration behinderter Menschen vor.

Zum Jahresende 2011 lebten rund 7,3 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Als schwerbehindert gelten Personen mit einem Grad der Behinderung von 50 Prozent und mehr. Insgesamt waren im August 177 062 schwerbehinderte Menschen arbeitslos, knapp 3500 weniger als ein Jahr zuvor. 6,1 Prozent aller Arbeitslosen sind schwerbehindert.

(dpa)

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