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Kampf gegen den Blutkrebs: DKMS steigt in die Forschung ein

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist der weltweit größte Pool potenzieller Stammzellspender. Jetzt will die Gesellschaft auch die Forschung voranbringen.

CTU-Initiator Professor Gerhard Ehninger, der  auch Gutachter beim Dopingverdacht gegen die Olympiasiegerin Pechstein war, erläutert Details zu  Blutzellen (Foto: dpa)

CTU-Initiator Professor Gerhard Ehninger, der auch Gutachter beim Dopingverdacht gegen die Olympiasiegerin Pechstein war, erläutert Details zu Blutzellen (Foto: dpa)

Das Ziel ist schnellere und bessere Hilfe für Blutkrebspatienten: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) fördert künftig auch die Blutkrebsforschung. Die dafür gegründete Clinical Trial Unit (CTU) in Dresden soll den Erkenntnisgewinn zu Stammzelltransplantation und -spende beschleunigen.

„Schwerpunkt ist die Suche nach passenden Therapien für Menschen mit schweren Erkrankungen des blutbildenden Systems – über Blutkrebs hinaus“, teilte die DKMS am Montag in Köln mit.

„Wir sind fest überzeugt, dass wir so wesentlich bessere Behandlungsmethoden für die Patienten entwicklen und damit die Chancen auf ein zweites Leben nachhaltig erhöhen können“, sagte DKMS-Mitbegründer und CTU-Initiator Professor Gerhard Ehninger vom Dresdner Universitätsklinikum.

Mit internationalen Kooperationspartnern

Die DKMS-Forschungseinheit kooperiert dazu mit Institutionen im In- und Ausland. Erste Projekte gebe es bereits. So wird eine Plattform für klinische Studien zu Blutkrebserkrankungen ausgebaut und international nutzbar gemacht.

„Es geht darum, die Blutkrebserkrankungen auszurotten, deshalb wollen wir mehr als Blutstammzellen von freiwilligen Spendern gewinnen“, begründete Ehninger den Schritt. Die DKMS unterstütze daher die Forschung und entwickele alternative Therapien mit.

Mit Geld der Gesellschaft fanden den Angaben zufolge in der Vergangenheit schon Kollegen in Wien und Frankfurt am Main heraus, dass es Patienten nach einer Transplantation mit Blutstammzellen aus der Familie nicht besser ging als mit einer Spende nichtverwandter Spender. „Das bedeutet, dass 80 Prozent der Patienten einen Spender bekommen können, es muss nicht immer die Familie sein.“

2013 stehen drei Millionen Euro für Forschungsprojekte bereit, ab 2014 sollen es jährlich sieben Millionen Euro sein. Das Geld kommt aus Spenden sowie Erlösen der Transplantatherstellung. „Die CTU soll allen deutschen und europäischen Zentren helfen, Studien zu machen“, sagte Ehninger.

Alle 45 Minuten in Deutschland: Diagnose Leukämie

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde 1991 gegründet. Mit 3,6 Millionen registrierten Spendern weltweit, rund 3 Millionen in Deutschland, ist sie die größte Datei dieser Art überhaupt. Bisher vermittelte sie rund 36.000 Stammzellentnahmen.

Die einzige multinationale Stammzellspenderdatei arbeitet bereits mit Partnern in den USA, Polen, Großbritannien und Spanien zusammen. Sie stellt inzwischen fast die Hälfte aller Blutstammzellprodukte her, die weltweit verwendet werden. Nicht überall im Ausland wurde die DKMS mit offenen Armen empfangen; so gab es auch Kritik an den Kosten.

Weltweit erkranken jährlich rund 840.000 Menschen an Blutkrebs, in Deutschland sind es mehr als 32.500 Frauen und Männer. Alle 45 Minuten bekommt ein Mensch in Deutschland die Diagnose Leukämie, alle 16 Minuten die Diagnose Blutkrebserkrankung. Vielen Patienten kann nur eine Stammzelltransplantation helfen, aber jeder fünfte Patient in Deutschland sucht noch vergeblich nach einem passenden Spender.

(dpa)

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