""

Kein schöner Tag für Vanessa Low und Oscar Pistorius

Paralympics: Es kann nicht immer nur Sieger geben. ROLLINGPLANET nennt die vier Verlierer des Sonntags.

Vanessa Low am Sonntagmorgen im Olympiastadion von London (Foto: dpa)

1. Das Superstar-Fiasko

Nur Silber: Paralympics-Superstar Oscar Pistorius verpasste überraschend seine erste von drei angestrebten Goldmedaillen. Der Südafrikaner unterlag am Sonntagabend im 200-Meter-Rennen dem Brasilianer Alan Oliveira, der ihn kurz vor der Ziellinie noch abfing, um 7/100 Sekunden. Der beidseitig unterschenkelamputierte Leverkusener David Behre belegte in seinem ersten Paralympics-Finale den siebten Rang und blieb dabei deutlich unter seiner Bestzeit.

Pistorius beklagte sich danach über zu hohe Stelzen der Rivalen, die durch das neue Reglement erlaubt sind. „Wir sind kein faires Rennen gelaufen. Fakt ist: So schnell war er bisher noch nie. Auch nicht annähernd“, sagte der Südafrikaner, dem zahlreiche Konkurrenten beipflichteten. „Wenn man sich Videos aus dem vergangenen Jahr anschaut, sieht man, dass er kleiner war als ich. Jetzt ist er größer“, so Pistorius. „Ich laufe zehn Meter in der Sekunde. Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand acht Meter Rückstand auf der Zielgerade noch aufholen kann. Das kann nicht richtig sein.“

Noch gestern hatte Pistorius über 200 Meter im Vorlauf den Weltrekord unterboten. „So ein tolles Publikum wie in London habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Superstar – da war er noch bester Laune.

2+3: Zwei unglückliche deutsche Weitspringerinnen

Der Medienhype im Vorfeld und die Erwartungen waren enorm – und offensichtlich zu groß: Im schon morgens mit 80.000 Zuschauern voll besetzten Olympiastadion konnte Vanessa Low nicht überzeugen. Insgeheim war bei ihrer Premiere sogar Gold erwartet worden – die Schlagzeilen über das Doppelt-Gold-Weitsprung-Handicap-Traum-Liebespaar der Nation, Markus Rehm & Vanessa Low (beide sind miteinander liiert) müssen also noch warten.

Die 22 Jahre alte beidseitig Oberschenkelamputierte Low, die bei RTL als Cutterin arbeitet, wurde bei ihrem Debüt Sechste. Nicht viel besser erging es ihrer fünf Jahre älteren Vereinskollegin Katrin Green aus Leverkusen (Fünfte).

4. Die Fahne brachte ihr kein Glück

Schwimmerin Daniela Schulte verpasste auch bei ihrem dritten Start in London die erhoffte Medaille. Über 100 Meter Rücken wurde die sehbehinderte deutschen Fahnenträgerin Vierte.

(RP/dpa)


[szb color=blue link=http://rollingplanet.net/themenschwerpunkte/paralympics-2012]Zum Magazin ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012[/szb]
Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN