Kieler Forscher wollen Gerätesteuerung über Gedanken entwickeln

Neue Technik in dieser Form noch nirgends auf der Welt erprobt – 52-jährige Schwerbehinderte soll als erste profitieren.

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmidt leitet das Projekt (Foto: Uni Kiel)

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmidt leitet das Projekt (Foto: Uni Kiel)

Forscher der Kieler Christian-Albrechts-Universität wollen eine neue Technik entwickeln, um mit reiner Gedankenkraft Geräte zu steuern. Die neue Technik sei in dieser Form noch nirgends auf der Welt erprobt, teilte Pressesprecher Dieter Kienitz am Montag mit.

In einem ersten Schritt will das Team um Prof. Gerhard Schmidt erreichen, dass eine 52-jährige Frau mit Hilfe von Gehirnimpulsen durch die Kanäle ihres Fernsehers zappen kann. Dadurch könne die Schwerstbehinderte aus Buchholz im Kreis Dithmarschen künftig mehr Einfluss auf ihre unmittelbare Umgebung nehmen. Sie kann nach einer Hirnblutung mit der Außenwelt nur noch über die Bewegung ihrer Augenlider kommunizieren.

Gezielt Bereiche des Gehirns aktivieren

Die Forscher arbeiten an einem Computerprogramm, dass die Muster ihrer Gehirnimpulse erkennt und auswertet. Dazu muss die Frau lernen, bestimmte Arreale ihres Gehirns willentlich zu aktivieren. „Sie könnte zum Beispiel daran denken, den rechten Arm zu bewegen“, erläuterte Prof. Schmidt.

Die entsprechenden Muster ihrer Hirnströme können dann als Steuerbefehl an eine Schnittstelle weitergeleitet werden, über die die Fernbedienung eines herkömmlichen Fernsehgeräts aktiviert werden soll.“

(dpa)

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