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Kindergärten in Rheinland-Pfalz lehnen Kinder mit Diabetes ab

Exklusion wegen Haftungsbedenken: Betreiber sind mangelhaft aufgeklärt.

(Foto: Helene Souza/pixelio.de)

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Manche Kindergärten in Rheinland-Pfalz wollen keine zuckerkranken Mädchen und Jungen aufnehmen. „In einigen Fällen wird die Aufnahme von diabetischen Kindern aus Unwissenheit abgelehnt“, teilte Familienministerin Irene Alt (Grüne) in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit. „Häufig ist Aufklärung gerade zu haftungsrechtlichen Fragestellungen dann sehr hilfreich.“

Auch ein zuckerkrankes Kind habe grundsätzlich Anspruch auf einen Kindergartenplatz. „Die Landesregierung ist sehr daran interessiert, dass Kinder mit Diabetes in Regeleinrichtungen betreut werden können und nicht wegen ihrer Krankheit auf integrative Einrichtungen oder Förderkindergärten verwiesen werden müssen“, betonte Alt.

Für den Umgang mit chronisch kranken und insbesondere diabetischen Kindern gebe es ein Merkblatt – und für Erzieherinnen medizinische Fortbildungen. „Diese sind jedoch nicht einheitlich organisiert.“

Bei den Schuleingangsuntersuchungen meldeten Eltern im Schuljahr 2012/2013 in Rheinland-Pfalz 33 Fälle von Diabetes bei ABC-Schützen. In den vorausgegangenen Jahren hatte es ähnliche Fallzahlen gegeben.

(dpa)

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2 Kommentare

  • anders

    Inklusion? Die Exklusionsquote nimmt offenbar weiter zu. Jetzt sollen auch noch alle chronisch kranken Menschen pauschal in Sondereinrichtungen gehen? Welchen sonderpädagogischen Förderbedarf haben bitte alle Diabetiker, Epileptiker, Asthamtiker, CFler usw. ?

    10. Mai 2014 at 18:25
  • Scharik

    Ja, genau dies haben mein WG-Kollege Thomas und ich uns auch gefragt.

    Die Gefahr, oder steckt sogar der Wunsch dahinter, dass Menschen, die nicht in die wirtschaftliche Norm und gesellschaftliche Ordnung passen, so ganz bequem unter dem Deckmantel der Inklusion und „Nächstenliebe“, in gettoähnliche Institutionen ausgelagert werden, besteht jedenfalls ganz erheblich.
    So manche von uns hatten dies aber schon frühzeitig bemerkt, als das Thema „Inklusion“ ganz frisch hochgepuscht wurde. Sie wurden aber auch oft aus den „eigenen Reihen“ zumindest belächelt.

    10. Mai 2014 at 20:00

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