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Kirsten Bruhn: Verschlissen und kaputt, aber Gold

Die Paralympics-Siegerin gewinnt bei den Schwimm-Europameisterschaften über 100 Meter Brust.

Kirsten Bruhn (Archivfoto, aufgenommen bei den 27. Internationalen deutschen Meisterschaften der Behinderten-Schwimmer am 23.05.2013 in der Schwimm-und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin (Foto: Rainer Jensen/dpa)

Kirsten Bruhn (Archivfoto: Rainer Jensen/dpa, aufgenommen bei den 27. Internationalen deutschen Meisterschaften der Behinderten-Schwimmer am 23.05.2013 in der Schwimm-und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin)

Ihre Schultern sind „verschlissen und kaputt“, sagte Kirsten Bruhn noch vor einigen Tagen und warnte vor allzu großen Erwartungen bei ihrem letzten großen internationalen Auftritt: „Wenn eine gute Platzierung dabei herauskommt, bin ich sehr zufrieden.“ Das muss man nach den heutigen Ergebnissen als krasses Understatement verstehen.

Die Paralympics-Siegerin kann sehr, sehr zufrieden sein. Sie hat bei den Europameisterschaften der behinderten Schwimmer die Goldmedaille über 100 Meter Brust gewonnen. Die 44-Jährige setzte sich am Dienstag in Eindhoven in 1:37,90 Minuten durch, verfehlte ihren an gleicher Stätte bei der Weltmeisterschaft 2010 erzielten Weltrekord aber um 3,95 Sekunden. Mit 17 Sekunden Vorsprung verwies die Querschnittsgelähmte, die ihren Trainings- und Lebensmittelpunkt in Berlin hat, die Österreicherin Sabine Weber-Treiber auf Rang zwei.

Über 50 Meter Freistil holte Bruhn zudem Bronze hinter ihrer Vereinskameradin Denise Grahl. Der querschnittsgelähmte Berliner Niels Grunenberg sicherte sich Bronze über 100 Meter Brust. Er kam nach 1:38,80 Minuten mit 2,36 Sekunden Rückstand auf den Schweden Karl Fersmon ins Ziel. Auf seiner Spezialstrecke hatte er bei der WM vor vier Jahren und Olympia 2012 jeweils den zweiten Platz belegt. Sebastian Iwanow als Dritter über 50 Meter Schmetterling baute die Medaillenausbeute für das Berliner Schwimmteam noch aus.

(RP/dpa/bb)

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