Klare Ansage von Rollstuhlbasketballern: „Refugees welcome!“

Am Sonntag kommt es zu einem Bundesliga-Duell zweier Vereine, die Solidarität mit Flüchtlingen zeigen.

Trier heißt bei seinem Heimspiel am Sonntag Flüchtlinge willkommen. (Foto: Doneck Dolphins Trier)

Trier heißt bei seinem Heimspiel am Sonntag Flüchtlinge willkommen. (Foto: Doneck Dolphins Trier)

Doneck Dolphins Trier mit Weltklasse-Akteur Dirk Passiwan empfängt am Sonntag (11. Oktober 2015, 13 Uhr) am 2. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga Mainhatten Skywheelers. ROLLINGPLANET sagt schon mal einen Sieg der Gastgeber vorher, was aber an dieser Stelle nebensächlich sein soll.

Bei dem Duell treffen zwei Teams aufeinander, die politisches Bewusstsein zeigen – was uns mindestens genauso gut gefällt wie ein Passiwan, der locker 35 Korbpunkte in einem Spiel wirft. Die Dolphins werden die Begegnung nutzen, „Refugees welcome“ in der Arena Trier zu heißen.

Freizeitgestaltung für Flüchtlinge

„Wir sind ein Verein, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Wir wollen mit einem positivem Beispiel zeigen, dass alle Menschen in Trier willkommen sind“, so Pressesprecher Bastian Lütge nach einem Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Trier.

Zu ihrem Heimspiel gegen die Frankfurter haben die Rheinland-Pfälzer Flüchtlinge eingeladen. „Ich war bereits vor einigen Wochen in der Einrichtung, und konnte mir ein Bild davon machen, wie die Flüchtlinge mit ihrer Freizeit umgehen“, so Lütge. „Wir haben uns im Verein deshalb dazu entschlossen, in Absprache mit dem Leiter der Einrichtung, Frank-Peter Wagner, den Flüchtlingen Freikarten zur Verfügung zu stellen, um ihren Alltag ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten.“

Die Mitarbeiter der AfA Trier, die die Karten entgegennahmen, waren von diesem Vorschlag begeistert und werden die Flüchtlinge zum Spiel begleiten. Schöner Nebeneffekt für Passiwan & Co.: Zusätzliche Zuschauer in der Halle.

Umzug aus der Komfortzone

Bürgerliches Engagement zeigten auch die Gäste aus Frankfurt. Bereits Anfang September mussten die Mainhatten Skyhweelers binnen 24 Stunden ihre Trainings- und Spielstätte, die Sporthalle der Franz-Böhm Schule in Ginnheim, räumen, um Platz für über 80 Flüchtlinge zu schaffen.

Doch der Verein zeigte sich keineswegs verärgert, sondern solidarisch: „Für uns ist dies ein Umzug aus der Komfortzone“, erklärte Skyhweelers-Manager Pierre Fontaine. „Eine Komfortzone, die für die willkommenen Gäste nahezu unbekannt ist. Was sind unsere Probleme im Vergleich zu den Sorgen, die auf den Schulter der Familien lastet, die sich auf der Flucht befinden.“

(RP)

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