Klug ist nicht klug genug gilt auch für schwerbehinderte Abiturienten

Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart: Auch Behinderte müssen Bestleistungen zeigen, wenn sie Medizin studieren möchten.

Medizin-Vorlesugl (Foto: dpa)

Schüler mit Behinderung können nicht verlangen, dass ihr Abiturdurchschnitt angehoben wird. Dies entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart (Az.: 12 K 2267/12).

Im konkreten Fall will eine an Diabetes erkrankte und dadurch schwerbehinderte Gymnasiastin Medizin studieren. Da ihr Abiturdurchschnitt von 1,6 nicht für einen sofortigen Studienplatz ausreichte, forderte sie einen „Nachteilsausgleich“ und eine verbesserte Note.

Nachteilsausgleich nur für aktuelle Noten

Die Richter lehnten dies ab. Zwar hätten betroffene Schüler Anspruch auf Hilfen, um die Nachteile der Behinderung auszugleichen. Eine Behinderung lasse es aber nicht zu, den Bewertungsmaßstab bei den Schulnoten zu verändern. Es sei nicht zulässig, Beurteilungen fiktive Leistungen zugrunde zu legen. Dies verstoße gegen den Grundsatz der Chancengleichheit.

Im schulischen Bereich gebe es als Nachteilsausgleich allerdings den „Notenschutz“. Dieser beinhalte, dass das bisher erreichte Notenniveau erhalten bleibt, wenn es sich aktuell aufgrund der Behinderung verschlechtert.

(RP)

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