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Konsenspapier: Behinderte Schüler sollen besser in Regelschulen integriert werden

Fraktionen in Mecklenburg-Vorpommern wollen beim Thema Inklusion zusammenarbeiten. Das haben sie sich jetzt schriftlich versprochen. Große Veränderungen gibt es frühestens 2014/2015.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (Foto: SPD)

(dapd-lmv) – Wie ROLLINGPLANET berichtete, kündigten gestern Regierung und Opposition an, sich nicht streiten zu wollen, wenn es darum geht, Schüler mit Behinderung in Regelschulen zu integrieren. Tatsächlich haben heute nun Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) und Vertreter der vier Fraktionen (SPD, CDU, Die Linke und Grüne) in Schwerin ein Konsenspapier zur sogenannten Inklusion unterzeichnet.

„Es ist unser gemeinsames Ziel, über Parteigrenzen hinweg einen grundsätzlichen Konsens über die Entwicklung eines inklusiven Schulsystems zu erreichen“, hieß es darin. Dies sei eine große Herausforderung, sagte Brodkorb. „Das ist meines Erachtens die größte Schulreform, die es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat.“ Daher sei es wichtig, dass eine breite Einigung erzielt werde.

Wie genau die Integration von Schülern mit besonderem Förderbedarf aussehen könne, müsse Schritt für Schritt erarbeitet werden, sagte Brodkorb. „Inklusion bedeutet für jede Gruppe etwas anderes.“ Eine „Zwangsinklusion“ von taubstummen Kindern in eine Klasse von Schülern, die keine Gebärdensprache beherrschten, sei beispielsweise nicht sinnvoll. Die Kinder würden dabei nicht integriert, sondern ausgeschlossen. Darum müsse für jede Gruppe eine passende Lösung gefunden werden.

Große Veränderungen frühestens 2014/2015

Ein entsprechendes Konzept will die Landesregierung auf der Grundlage eines Berichtes einer Expertenkommission und dem einer Begleitgruppe erstellen. Der Landtag werde sich voraussichtlich 2013 mit dem Entwurf beschäftigen, sagte Brodkorb. Alle unterzeichnenden Fraktionen sollen dann laut Vereinbarung an der schrittweisen Umsetzung des Konzepts bis zum Jahr 2020 festhalten. Große Veränderungen in den Schulen werde es frühestens 2014/2015 geben, sagte Brodkorb.

Vertreter der SPD/CDU-Koalition sowie der Oppositionsfraktionen von Linke und Grüne begrüßten die Einigung. Die Eingliederung von behinderten Kindern sei ein gesamtgesellschaftliches Thema, betonte Fraktionsvize Simone Oldenburg von der Linken. „Inklusion kann auch nur durch alle gesellschaftlichen Kräfte tatsächlich zum Erfolg geführt werden.“

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