""

24.357 Unterschriften für Volksinitiative „Gute Inklusion“

ROLLINGPLANET-Tagebuch: DGB-Kritik an Arbeitgebern +++ Warnung vor Medikamenten-Cocktail +++ Schummeleien im Gesundheitssystem +++ Karlsruhe barrierefrei

TAGEBUCH
MITTWOCH, 3. MAI 2017
Hamburg

Volksinitiative „Gute Inklusion“ gibt Unterschriften im Rathaus aus

Vertreter und Mitglieder der Volksinitiative „Gute Inklusion“ halten im Rathaus Hamburg Ordner mit Unterschriften und übergeben sie den Vertretern der Geschäftsstelle des Senats Peer Schaefer (r.) und Andrea Stöckmann (2.v.r.). (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Vertreter und Mitglieder der Volksinitiative „Gute Inklusion“ halten im Rathaus Hamburg Ordner mit Unterschriften und übergeben sie den Vertretern der Geschäftsstelle des Senats Peer Schaefer (r.) und Andrea Stöckmann (2.v.r.). (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Ordner mit Unterschriften der Volksinitiative „Gute Inklusion“. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Ordner mit Unterschriften der Volksinitiative „Gute Inklusion“. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Gut drei Monate nach ihrem Start hat die Volksinitiative „Gute Inklusion für Hamburgs SchülerInnen“ dem Senat 24.357 Unterstützerunterschriften übergeben. Vertreter der Senatskanzlei nahmen heute im Rathaus insgesamt 14 Ordner entgegen.
Die Initiative verlangt für die Betreuung behinderter Kinder in den Regelschulen mehr Pädagogen, mehr Räume, barrierefreie Schulen sowie Therapie und Pflege für beeinträchtigte Schüler. Nach Angaben der Senatskanzlei werden die Unterschriften nun vom Bezirksamt Mitte auf ihre Gültigkeit hin überprüft. Sollten mindestens 10.000 von ihnen gültig sein, muss sich die Hamburgische Bürgerschaft mit dem Thema beschäftigen. Ziel der Initiative sei es, das dies bereits am 9. Juni im Schulausschuss thematisiert werde. (dpa/lno)
Hintergrund: ROLLINGPLANET

Sachsen-Anhalt

DGB kritisiert mangelnde Anstellung von Schwerbehinderten

 Bundesagentur für Arbeit legt Zahlen vor, die belegen: Kein Durchstarten für Menschen mit Behinderung (Foto: dpa)

Bundesagentur für Arbeit legt Zahlen vor, die belegen: Kein Durchstarten für Menschen mit Behinderung (Foto: dpa)

Schwerbehinderte Menschen profitieren in Sachsen-Anhalt nicht genug von der guten Entwicklung des Arbeitsmarktes. Das kritisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund heute. Die Gruppe mache nur 3,6 Prozent aller Beschäftigten aus. Damit liege Sachsen-Anhalt unter der gesetzlichen Quote von fünf Prozent Schwerbehinderter in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern.
Aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die 2015 erhoben und im März 2017 veröffentlich wurden, geht hervor, dass rund ein Viertel der Firmen, die die Auflagen erfüllen müssten, keinen Schwerbehinderten eingestellt haben.
Der DGB fordert, vor allem die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, die noch keinen Schwerbehinderten eingestellt haben. Die Arbeitslosenquote lag im April in Sachsen-Anhalt bei 8,6 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats. (dpa/sa)

Warnung

Medikamenten-Cocktail kann tödlich sein

Die Arbeitsgemeinschaft „Gesundheit 65 Plus“ hat vor den Risiken gewarnt, die insbesondere für ältere Menschen bei der regelmäßigen Einnahme von mehreren Medikamenten gleichzeitig entstehen. Dadurch könne der Behandlungserfolg gefährdet, die Lebensqualität vermindert oder die Gefahr von Todesfällen steigen, erklärte die Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch in Berlin. Zwischen drei und sieben Prozent aller Krankenhauseinweisungen hätten als Ursache unerwünschte Arzneimittelwirkungen, davon verliefen zwei Prozent tödlich.
Die Arbeitsgemeinschaft rief dazu auf, dass sich Ärzte und Apotheker mit dem Medikationsmanagement intensiver auseinandersetzten. Zudem müsse die Kooperation zwischen Ärzten, Apothekern, oder Pflegekräften verbessert werden. Zudem sollten Softwareprogramme für dieses Management besser genutzt werden.
Seit 1. Oktober vergangenen Jahres hat jeder gesetzlich versicherte Patient, der drei oder mehr Arzneimittel einnehmen muss, Anspruch auf einen Medikationsplan durch einen Arzt oder Apotheker. Hierin werden alle Arzneimittel, die Patienten anwenden, mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen verständlich dokumentiert. Erstellung und Aktualisierung sollen durch den Arzt erfolgen, der den Patienten schwerpunktmäßig betreut – in der Regel sind das Hausärzte. Zunächst wird der Medikationsplan auf Papier ausgestellt. Von 2018 an soll er zusätzlich auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. (dpa)

Gesundheitssystem

Ärzte-Präsident Montgomery verlangt wirksamen Schutz für Ärzte

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat ein zunehmend aggressives Verhalten von Patienten gegen Ärzte beklagt: „Fast neun von zehn Hausärzten sind schon Opfer von aggressivem Verhalten ihrer Patienten geworden. Das kann so nicht bleiben. Gewalt gegen Ärzte darf kein Dauerzustand werden. Wir brauchen endlich wirksamen Schutz für die Helfer.“ Der Ärzte-Präsident sprach von einer „fatalen Fehlentwicklung“ und fügte hinzu: „Hier brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens und politische Unterstützung.“ ROLLINGPLANET

DIENSTAG, 2. MAI 2017
Der ganz normale Wahnsinn

Kunde mit Down-Syndrom darf nicht mit Münzen zahlen

Neulich an der Kasse... (Symbolfoto: dpa)

Neulich an der Kasse… (Symbolfoto: dpa)

Die Kassiererin eines Real-Supermarktes in Gießen (Hessen) hat einen Kunden mit Down-Syndrom offensichtlich daran gehindert haben, seinen Einkauf zu bezahlen, weil er zu viel Kleingeld hatte. Kundin Nadine Kühnel, die in der Schlange dahinter stand und den Vorfall mit ihrer Schwester beobachtete, reagierte entsetzt und wütend. Auf Facebook schilderte sie (O-Ton):

Armes armes Deutschland! Ich bin so was von wütend. Meine Schwester und ich waren grade im Real einkaufen an der Kasse vor uns stand ein junger Mann ( Down Syndrom) er hatte sich ein Bibi und Tina Buch und ein Päckchen Kaugummi kaufen wollen hatte aber nur sehr viel Kleingeld (1cent, 2cent, 50 Cent etc) die Kassiererin weigerte sich das Geld zu zählen ( Anordnung hin oder her) wir uns natürlich darüber aufgeregt wie unfreundlich sie ist, daraufhin holte sie den Chef, der sagte nehmen wir nicht an, dass ganze Geld jetzt zu zählen geht nicht weil die anderen so lange dann warten müssten 😡. Wir wollten helfen zu zählen, sagte er Nein. Darauf hin haben wir ihm das passende gesagt und der Mann vor uns und ich haben ihm dann seine Sachen bezahlt.

Nicht zuletzt dank des couragierten Facebook-Postings von Kühnel reagierte der Supermarkt und entschuldigte sich. (ag)

Schummeleien im Gesundheitssystem

Versicherungsamt warnt Krankenkassen vor weiteren Manipulationen

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die gesetzlichen Krankenkassen vor weiteren Manipulationen bei der Abrechnung gewarnt. Er werde von den neu geschaffenen Sanktionsmöglichkeiten „konsequent Gebrauch machen“, schrieb BVA-Präsident Frank Plate in einem heute veröffentlichten Schreiben an die betreffenden Kassen.
Nachdem sich gesetzliche Krankenkassen angeblich durch Beeinflussung ärztlicher Diagnosen Vorteile bei der Verteilung der Finanzmittel aus dem Gesundheitsfonds (Risikostrukturausgleich) verschafft hatten, verschärfte der Gesetzgeber die Sanktionsmöglichkeiten. Zudem wurde die Aufsicht durch das Bundesversicherungsamt gestärkt.
Plate schrieb nun, er behalte sich vor, bei allen am Risikostrukturausgleich (RSA) beteiligten Kassen „zukünftig Prüfungen auch vor Ort durchführen zu lassen“. Die Einnahmen aus dem Überprüfungen und Korrekturen würden wieder dem Gesundheitsfonds zugewiesen. Plate forderte die Kassen auf, frühere Datenerhebungen zu überprüfen und Unregelmäßigkeiten gegebenenfalls freiwillig an das BVA zu melden. In diesem Fall könne das Amt „ganz oder teilweise“ auf einen „Strafaufschlag“ verzichten, heißt es in dem Schreiben weiter.
Der Finanzausgleich (RSA) regelt über den Gesundheitsfonds die Verteilung von jährlich mehr als 200 Milliarden Euro unter den Kassen. Er war ins Gerede gekommen, nachdem der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, auf „Schummeleien“ bei der sogenannten Kodierung von Krankheitsbildern hingewiesen hatte. (dpa)

Karlsruhe

Barrierefreie Stadtziele: Neue Web-App hilft

Es ist eine große Neuerung, über die sich viele freuen werden“, freut sich Karina Langeneckert, Direktorin der Sozial- und Jugendbehörde, bei der Vorstellung der Web-App „Karlsruhe barrierefrei“. Auch Magrit Schönfeld vom Beirat für Menschen mit Behinderung ist sehr angetan und spricht von einer großen Erleichterung des Alltags durch das neue Angebot. Mit der App könnten Mobilitätseingeschränke nun im Vorfeld ihren Alltag besser planen. Für die Nutzung muss keine Anwendung heruntergeladen werden, da sie über den Browser abgerufen wird. Karlsruhe barrierefrei

Rollstuhlbasketball

RSV Lahn-Dill verpflichtet Brian Bell

Brian Bell im Trikot der US-Nationalmannschaft. (Foto: nwba)

Brian Bell im Trikot der US-Nationalmannschaft. (Foto: nwba)

Der frisch gebackene Deutsche Meister RSV Lahn-Dill hat seine erste Neuverpflichtung für die Saison 2017/2018 unter Dach und Fach. Mit US-Nationalspieler Brain Bell haben die Mittelhessen dabei einen ganz Großen der Szene an Land gezogen. Der 28-jährige Paralympicssieger wechselt vom italienischen Erstligisten Briantea ’84 Cantu nach Wetzlar, wie der Verein heute mitteilte. ROLLINGPLANET

Zur Startseite Zum Tagebuch

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN