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Gehörlose fordern Änderung der Fahrerlaubnisverordnung

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Lehrerinnen schleifen autistischen Jungen durch das Schulgebäude +++ Zuschüsse für Fahrstühle und Treppenlifte +++ GEW Hessen fordert mehr Personal für Inklusion +++ Arbeitsrecht


TAGEBUCH
FREITAG, 18. AUGUST 2017
Petition

Unterstützer gesucht für neue Fahrerlaubnisverordnung für Gehörlose


(Symbolfoto: Torsten Lohse /pixelio.de)

(Symbolfoto: Torsten Lohse /pixelio.de)

Jeannine und Elvis Exner aus Ingolstadt (Bayern) sind gehörlos und dürfen deswegen nur den Führerschein machen, wenn sie sich fachärztlich untersuchen lassen. 450 Euro kostet diese ärztliche Bescheinigung. Dabei wird geprüft, ob alle anderen Sinnesfunktionen intakt sind. Hinzu komme noch die Gebühr für einen Gebärdensprachendolmetscher.
Die Jugendlichen fühlen sich deshalb benachteiligt. Sie fordern nun in einer Petition eine Änderung der Fahrerlaubnisverordnung und „dass von gehörlosen Menschen ausschließlich bei einem begründeten Verdacht, dass andere Sinne beeinträchtig sind, die Einholung eines fachärztlichen Gutachtens abverlangt werden kann“. Zudem, so heißt es, sei die Forderung eines Gutachtens „im Zeitalter der Inklusion nicht mehr angemessen“. epetitionen.bundestag.de

MITTWOCH, 16. AUGUST 2017
USA

Lehrerinnen schleifen autistischen Jungen durch das Schulgebäude

Überwachungskameras zeichneten den Vorfall auf.

Überwachungskameras zeichneten den Vorfall auf.

Schreckliche Bilder aus einer Grundschule in der Kleinstadt Crestline im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio. Zwei Lehrerinnen schleifen einen 7-jährigen Jungen, der mit Autismus lebt, durch das Gebäude. Er wurde bestraft, weil er eine Rutsche hinaufgeklettert war. Die Lehrerinnen wurden beurlaubt. Anklage will der Staatsanwalt jedoch nicht erheben, weil das Kind nicht verletzt wurde. Video: Stern

Rückblick: In der Oakland High School im US-Bundesstaat Kalifornien schlagen Sicherheitsbeauftragte einen 17-jährigen Rollstuhlfahrer ins Krankenhaus, weil er nicht geschoben werden wollte. ROLLINGPLANET

Sachsen-Anhalt

Förderprogramm für mehr Fahrstühle startet

Entwicklungsminister Thomas Webel (CDU) (Pressefoto)

Entwicklungsminister Thomas Webel (CDU) (Pressefoto)

Vom Fahrstuhl über den Treppenlift bis zur Rampe: Ein neues Förderprogramm des Landes setzt auf mehr Barrierefreiheit in Wohnhäusern. Sowohl Privatpersonen wie auch private und gewerbliche Vermieter und Wohnungsunternehmen könnten dafür einen 50-prozentigen Zuschuss erhalten, der bei maximal 10.000 Euro pro Wohnung liege, sagte Entwicklungsminister Thomas Webel (CDU) in Magdeburg.
Die Miete dürfe sechs Euro je Quadratmeter in den vier Jahren nach der Aufwertung nicht übersteigen. Förderanträge können von kommender Woche an bei der Investitionsbank (IB) Sachsen-Anhalt gestellt werden. Bis Ende 2019 stehen laut IB jährlich 14 Millionen Euro für das „Fahrstuhlprogramm“ zur Verfügung. (dpa/sa)

DIENSTAG, 15. AUGUST 2017
Hessen

Lehrer wollen bessere Inklusion, mehr Gehalt und verkürzte Arbeitszeiten

Birgit Koch, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hessen (Foto: GEW)

Birgit Koch, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hessen (Foto: GEW)

Die GEW fordert eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern und macht sich für mehr Personal für die Inklusion an Hessens Schulen stark. Gerade wenn die Arbeitszeit bei der Berechnung mitberücksichtigt werde, sei der Verdienst von Hessens Grundschullehrern im Bundesvergleich nicht besonders gut, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch, am Dienstag in Wiesbaden. Deshalb sollte die Besoldung von A12 auf A13 angehoben und die Arbeitszeit reduziert werden.
Um den betreuungsintensiven Schülern beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern gerecht zu werden, müsse zudem das Personal an den Grundschulen für die Inklusion ausgebaut werden. Die GEW hält dabei die grundsätzliche Zuweisung von einer Förderschullehrkraft für jeweils drei Klassen für erforderlich. „Darüber hinaus benötigen wir ebenso viele Sozialpädagogische Fachkräfte sowie mindestens eine Stelle für Schulsozialarbeit an jeder Schule“, erklärte Koch. (dpa)

SAMSTAG, 12. AUGUST 2017
Arbeitsrecht

Wann ein Chef (nicht) abmahnen darf

Um nicht für den Rest des Berufslebens abgestempelt zu sein: Arbeitnehmer sollten  verlangen, dass der Chef die unberechtigte Abmahnung zurücknimmt und aus der Personalakte entfernt. (Foto: Tim Reckmann/pixelio.de)

Um nicht für den Rest des Berufslebens abgestempelt zu sein: Arbeitnehmer sollten verlangen, dass der Chef die unberechtigte Abmahnung zurücknimmt und aus der Personalakte entfernt. (Foto: Tim Reckmann/pixelio.de)

Der Chef darf einen Arbeitnehmer nicht wegen einer Krankheit abmahnen. Zulässig ist diese Warnung nur wegen eines Fehlverhaltens, auf das der Arbeitnehmer Einfluss hat – also beispielsweise wegen Unpünktlichkeit oder Alkohol am Arbeitsplatz. Darauf macht die Arbeitnehmerkammer Bremen aufmerksam. Bei wiederholten Verstößen droht die Kündigung.
Wer eine unberechtigte Abmahnung erhält, kann sich dagegen wehren: mit einer schriftlichen Gegendarstellung, die erklärt, warum man die Abmahnung nicht für gerechtfertigt hält. Arbeitnehmer sollten außerdem verlangen, dass der Chef die unberechtigte Abmahnung zurücknimmt und aus der Personalakte entfernt. Ob berechtigt oder nicht: Arbeitnehmer holen sich in so einem Fall am besten rechtlichen Beistand holen. Sie können sich auch an den Betriebs- oder Personalrat wenden, wenn es einen gibt. (dpa/tmn)

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