Krebsvorsorge soll ab 2015 verstärkt werden

Die Bundesregierung will Früherkennung auch von Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs. ROLLINGPLANET nennt wichtige Fakten zu diesen beiden Erkrankungen.

Sieht etwas monströs aus, schmerzt aber nicht: Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs (Foto: Siemens)

Die Krebsvorsorge für die Versicherten in Deutschland soll nach Plänen der Bundesregierung verstärkt werden. Auch zur Früherkennung von Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs sollen die Krankenkassen Patienten demnach regelmäßig zu Untersuchungen einladen, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums heute in Berlin sagte.

Vorbild sei die Brustkrebsvorbeugung, bei der dies bereits praktiziert werde. Die Teilnahme an den Untersuchungen sei dann freiwillig. Damit wurden Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) bestätigt. Das neue Programm könnte nach Angaben der Zeitung vermutlich 2015 an den Start gehen.

Altersgrenzen, ab denen die Kassen die Kosten für Vorsorge-Checks übernehmen, sollen künftig nicht mehr gesetzlich vorgegeben werden, heißt es in einem Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums. Sie solle der Gemeinsame Bundesausschuss als oberstes Beschlussgremium von Ärzten und Krankenkassen „nach dem jeweils gültigen Stand des medizinischen Wissens“ festlegen. Zu Mammographie-Untersuchungen der Brust werden bisher Frauen von 50 bis 69 Jahren eingeladen.

Vorgesehen ist außerdem, dass die Länder klinische Krebsregister einrichten müssen. Sie sollen nach bundeseinheitlichen Vorgaben Daten zu Behandlungsschritten und zum Erfolg von Krebsbehandlungen sammeln, was die Qualität der Behandlung verbessern soll. Geplant ist, dass der Gesetzentwurf noch im Sommer ins Bundeskabinett eingebracht wird. Damit sollen Empfehlungen zur besseren Vorsorge umgesetzt werden. Die Zahl der Erkrankungen stieg nach Regierungsangaben zuletzt. Mit mehr als 218.000 Opfern im Jahr sei Krebs die zweithäufigste Todesursache.

Fakten zu Darmkrebs

Alljährlich erkranken etwa 73 000 Deutsche neu an Darmkrebs. Knapp zehn Prozent der Betroffenen sind bei der Diagnose jünger als 50 Jahre, etwa zwei Drittel der Erkrankten sind Männer. Tückisch: Darmkrebsvorstufen verursachen lange keine Beschwerden. Im Frühstadium entdeckt, liegen die Heilungschancen bei fast 100 Prozent. Das macht Vorsorge so wichtig. Dank Beruhigungs- oder Kurzschlafspritze spürt man keine Schmerzen.

Fakten zu Gebärmutterhalskrebs

Der Gebärmutterhals ist die Verbindung zwischen dem unteren Teil der Gebärmutter und der Scheide. Dort kann eine Krebserkrankung, das so genannte Zervixkarzinom, auftreten. Jährlich erkranken weltweit etwa 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Rund 350.000 sterben daran – vor allem in den Entwicklungsländern. Der Grund dafür ist, dass in armen Ländern die effektive Früherkennungsuntersuchung, der so genannte Pap-Abstrich, zu selten oder gar nicht durchgeführt wird.

In Deutschland gibt es ein Früherkennungsprogramm, doch nur etwa jede zweite Frau nimmt regelmäßig daran teil. Jährlich erkranken bei uns zirka 6.000 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs – etwa 2.000 sterben pro Jahr an seinen Folgen. 80 Prozent der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses treten bei Frauen auf, die in den letzten Jahren die Früherkennungs-Untersuchung nicht wahrgenommen haben.

(dpa/Lisa/Frauenärzte im Netz)

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