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Kriminelle Brüder müssen nach Mord an Rollstuhlfahrer in den Knast

Lebenslänglich? Nö. Hat uns ja furchtbar leid getan.

Mike G. (r.) neben seinem Anwalt Stephan Bonell (Foto: Peter Endig/dpa)

Mike G. (r.) neben seinem Anwalt Stephan Bonell (Foto: Peter Endig/dpa)

Wegen des Mordes an einem Rollstuhlfahrer in Naunhof (Einwohner: 8452) am südöstlichen Stadtrand von Leipzig sind zwei Brüder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach den jüngeren, 25 Jahre alten Mann am Mittwoch wegen Mordes aus Habgier und Heimtücke sowie Raubes mit Todesfolge schuldig. Er soll 14 Jahre ins Gefängnis. Sein 31 Jahre alter Bruder wurde zu 13 Jahren Haft wegen Raubes mit Todesfolge verurteilt.

Der Jüngere hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt. Demnach brauchten die vorbestraften Brüder am 20. Oktober 2012 Geld. Eigentlich wollten sie eine Kabeltrommel stehlen, erinnerten sich dann aber an die Münzsammlung eines körperlich behinderten 68-Jährigen, den sie aus der Stadt vom Sehen her kannten. Sie stiegen in dessen Haus ein.

Der 25-Jährige fand die Münzen – aber das auf einem Sofa schlafende Opfer wurde wach. „Ich hab einen Kerzenständer gegriffen, hab’ mich umgedreht und hab’ auf ihn eingeschlagen“, räumte der 25-Jährige ein. Der 31-Jährige war an der Attacke nicht beteiligt, verhinderte aber hinterher, dass sein Bruder den Notarzt rief.

„Echte Reue gezeigt“

Der schwer verletzte 68-Jährige wurde am Tag nach dem Raubüberfall von einem Nachbarn gefunden. Er hatte schwere Verletzungen: Jochbeinbruch, Schädelbruch, Hirnblutungen. Der Mann fiel ins Koma und starb Anfang 2013 im Krankenhaus. „Die Kammer hat es mit einem erschreckenden und ziemlich brutalen Geschehen zu tun gehabt“, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Es habe einen hilflosen Menschen getroffen.

Das Gericht habe lange überlegt, ob für den 25 Jahre alten Haupttäter, wie vom Staatsanwalt gefordert, nicht eine lebenslange Strafe zu verhängen sei. Weil er aber echte Reue zeige und ein schlüssiges Geständnis abgelegt habe, sei die Kammer schließlich zu den 14 Jahren Haftstrafe gekommen. Der ältere Bruder habe zwar nicht zugeschlagen, aber am Tod des 68-Jährigen trage auch er eine Mitschuld. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(dpa)

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