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Kritik an TV-Verlesung von Udo Reiters Abschiedsbrief bei Günther Jauch

„Brandgefährlich“: Deutsche Stiftung Patientenschutz befürchtet Nachahmungstaten.

Udo Reiter {†), ehemaliger MDR-Intendant, aufgenommen am 19.01.2014 während der ARD-Talksendung "Günther Jauch" zum Thema: "Mein Tod gehört mir! Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?" im Studio des Berlin Gasometer. Reiter ist am 10.10.2014 erschossen auf der Terrasse seines Hauses bei Leipzig aufgefunden worden.  (Foto: Karlheinz Schindler/dpa)

Udo Reiter {†), ehemaliger MDR-Intendant, aufgenommen am 19.01.2014 während der ARD-Talksendung „Günther Jauch“ zum Thema: „Mein Tod gehört mir! Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?“ im Studio des Berlin Gasometer. Reiter ist am 10.10.2014 erschossen auf der Terrasse seines Hauses bei Leipzig aufgefunden worden. (Foto: Karlheinz Schindler/dpa)

Nach dem Verlesen von Udo Reiters Abschiedsbrief in der ARD regt sich Kritik. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fürchtet Nachahmungstaten nach dem Suizid des Ex-MDR-Intendanten. „Mit dem Verlesen des Abschiedsbriefes vor einem Millionenpublikum gewinnt dieser ganz persönliche Schritt eine öffentliche Dimension, die brandgefährlich ist“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Dienstag. „Denn schon heute entscheiden sich überproportional mehr alte Menschen, die Selbsttötung der Pflegebedürftigkeit vorzuziehen.“

Am Sonntagabend hatte Günther Jauch Reiters Brief in seiner ARD-Talkshow verlesen. 4,34 Millionen sahen zu. Reiter hatte sich am 9. Oktober das Leben genommen.

NDR hält dagegen

Der für die Talkshow zuständige NDR wies die Vorwürfe zurück: „Das Thema Sterbehilfe beschäftigt viele Menschen, es ist daher von großer gesellschaftlicher Relevanz und politisch hochaktuell“, sagte ein Sprecher. „Die Redaktion war sich der Sensibilität des Themas voll bewusst und hat daher eine Gesprächsrunde gewählt, die den Suizid von Udo Reiter auch kritisch einordnet und bewertet.“

In einem Beitrag sei eine Frau porträtiert worden, die trotz schwerer Krankheit einen starken Lebenswillen gezeigt habe. In der Sendung sei darüber hinaus mehrfach auf Hilfsangebote auf der eigenen Homepage verwiesen worden.

(dpa)

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