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Kroatischer Wein ist so wie das Blut der Erde

Das Land am Adriatischen Meer setzt verstärkt auf Touristen, die einen guten Tropfen zu schätzen wissen.

Kroatischer Wein (Foto: Asam)

Kroatischer Wein (Foto: Asam)

Das Touristenland Kroatien besinnt sich seiner Tradition im Weinbau. Mit 60.000 Hektar Rebland (Deutschland: 100.000 Deutschland) und zwei Mio. Hektoliter Ertrag sei das Land als Weinproduzent durchaus ernstzunehmen, sagte der bekannte Weinjournalist und Juror Thomas Brandl bei einer Präsentation von kroatischen Weinspezialitäten auf der Tourismusmesse ITB in Berlin. Überraschend ist der hohe Weißweinanteil von 60 Prozent. Die vielfältigen Stile und die große Bandbreite und Abwechslung machen das Land laut Experten zu einem „Geheimtipp“ für Weinkenner.

Antike Weinbautradition

Der Weinbau in Kroatien geht bis in die Antike zurück. Schon im 14. Jahrhundert gab es ein erstes Gesetz mit Qualitätsvorgaben für die Weinproduktion. Seit dem politischen Umbruch zu Beginn der 1990er-Jahre hat eine echter Boom eingesetzt, sagt Brandl. Hunderte private Weinkellereien wurden reetabliert, nach der Massenproduktion zu Zeiten des Kommunismus setzt man nun auf Qualität. Allein 65 internationale Auszeichnungen konnten die kroatischen Weinbauern im vergangenen Jahr einheimsen.

Die Bandbreite reicht von frischen, leichten, aromatischen und duftigen Weinen im Norden bis zu den starken, süßen und vollmundigen im Süden. 64 einheimische Rebsorten zählt das Land. Hauptgebiete sind die nördliche Region Istrien und die Kvarner Bucht, die Küstenregion Dalmatien und die kontinentale Region Mittelkroatien sowie Slawonien und der Donauraum. Kroatien hat als einziger der sieben westlichen Balkanstaaten ein Qualitätsweinprogramm. Der aktuelle Pro-Kopf-Konsum im Inland liegt laut Statistiken bei 42 Litern pro Jahr.

Bekannte Rebsorten mit kroatischem Timbre

Die am weitesten verbreitete Weißweinsorte im kontinentalen Teil Kroatiens ist der Welschriesling, während von den autochthonen Sorten hauptsächlich Skrlet und Kraljevina angebaut werden. Gute Weine werden aus Weißburgunder, Rheinriesling, Traminer, Chardonnay und Sauvignon gemacht.

Die Rotweine im kontinentalen Teil Kroatiens werden vor allem aus den Rebsorten Blauer Spätburgunder, Blauer Portugieser und Blaufränkischem hergestellt, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot werden häufig angebaut.

Letztere Sorten sind in der Küstenregion häufiger vertreten. Dort ist die bekannteste autochthone Sorte der dalmatinische Plavac Mali. Gerade aus der Rebsorte Plavac werden auch die bekanntesten Weine des Landes erzeugt, aber ihre Namen haben sie meist vom Standort, an dem sie angebaut werden, wie Dingac, Postup oder Ivan Dolac. Der Dingac ist der erste kroatische Wein, dessen geografische Herkunft geschützt wurde und bekannt ist über die Grenzen hinaus. Geschätzte Weißweinsorten im Küstengebiet sind der Istrische Malvasia, Zlahtina, Posip, Rukatac und Viska Vugava.

Die bekanntesten krotatischen Winzer

Drei der bekanntesten kroatischen Winzer – Kozlovic, Saints Hills und Krauthaker – haben sich im Vorjahr auf der Decanter Fine Wine Encounter Weinmesse in London vorgestellt, bei der sich jährlich die 100 besten Weinproduzenten aus aller Welt versammeln. Kroatische Weine wurden hier als „Hidden Gems“ verkostet. Zwei regionale Siegerplätze und noch eine Gold-, zehn Silber- und 26 Bronze-Medaillen sowie 25 Auszeichnungen „Empfehlenswert“ nahmen die kroatischen Winzer im Wettbewerb des britischen Magazins Decanter entgegen, der zu den prestigeträchtigsten in dieser Branche gilt.

Erstes Weinmuseum

Auch das erste Weinmuseum wächst aus dem ertragreichen kroatischen Boden. In Putnikovic, rund 20 Kilometer von Mali Ston entfernt, wird demnächst das erste nationale Museum des Weinbaus und der Weinherstellung eröffnet. Hier sollen nicht nur Ausstellungstücke gezeigt, sondern auch ein eigenes Weindepot angelegt und Besuche bei Winzern sowie Weinverkostungen organisiert werden.

Außerdem ist die Eröffnung einer Wein-Apotheke sowie einer Weinakademie für die Ausbildung von Sommeliers und Winzern geplant. Das Museum selbst wird eine archäologische Sammlung, Werkzeuge und Gegenstände, die in der Bearbeitung der Weinberge und der Herstellung vom Wein genutzt wurden, eine ethnografische Sammlung sowie eine Sammlung von Weinetiketten und Flaschen beherbergen.

In der ostslawonischen Region Osijek-Baranja wird eine eigene „Weintour“ entwickelt, mit etwa 1,3 Mio. Euro an Förderungen. Ziel ist es, die Entwicklung des Weintourismus zu fördern. Laut der Projektplanung sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre die bestehenden zwölf Weinstraßen erneuert sowie vier lokale Weinmuseen und ein regionales Weinmuseum gebaut werden. Die Minimuseen sollen in den vier Weinbaugebieten Baranja, Erdut, Akovo und Fericanci und das Regionalmuseum in der Festung Tvra im historischen Stadtkern von Osijek angesiedelt werden.

(pte)

Unsere Überschrift ist eine Abwandlung einer Zeile aus dem Lied „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens.

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