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Landtag in Hessen entscheidet über Gebärdensprache als Wahlfach

Lehrer befürchten jedoch, dass es nicht ausreichend Experten geben könnte, um Klassen zu unterrichten.

So wie hier am Hans-Sachs-Gymnasium in Nürnberg (Bayern) könnte es künftig auch in Hessen Gebärdensprache als Wahlfach geben. (Foto: Daniel Karmann/dpa)

So wie hier am Hans-Sachs-Gymnasium in Nürnberg (Bayern) könnte es künftig auch in Hessen Gebärdensprache als Wahlfach geben. (Foto: Daniel Karmann/dpa)

Der Landtag will kommende Woche darüber entscheiden, ob die Gebärdensprache als Wahlfach an hessischen Schulen eingeführt wird. Die Zustimmung zu dem Antrag der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen gilt als sicher. Dagegen wird der Vorstoß der SPD-Fraktion für ein Wahlpflichtfach voraussichtlich keine Mehrheit finden.

Die Vorsitzende des deutschen Lehrerverbandes Hessen, Edith Krippner-Grimme, hält das Fach „Gebärdensprache“ zwar grundsätzlich für gut. Sie befürchtet jedoch, dass es nicht ausreichend Experten geben könnte, um Klassen zu unterrichten. Fraglich sei auch, wie gut das Angebot von Schülern angenommen wird. (ROLLINGPLANET zweifelt übrigens nicht daran, dass die Reaktion positiv sein wird – siehe dazu unsere Berichte: Erstmals bietet höhere Schule in Bayern Gebärdensprachunterricht als Wahlfach an und Macht das Schule? Gymnasiasten lernen Gebärdensprache). Das Kultusministerium geht wie der Lehrerverband ebenfalls davon aus, dass es nur ein begrenztes Interesse gibt, sieht aber keinen Grund, das Wahlfach nicht einzuführen, wie Sprecher Stefan Löwer erläuterte.

Der bildungspolitische Referent der Lehrgewerkschaft GEW, Roman George, sagte: „Wir sympathisieren mit dem Vorschlag.“ Die GEW könne sich auch vorstellen, dass es eine weiterführende Lösung gibt, etwa als Wahlpflichtfach. George forderte einen Ausbau des Fortbildungsangebots, um genug Lehrer zu schulen.

Wahlpflichtunterricht bedeutet, dass man aus bestimmten Fachbereichen Lehrangebote auswählen muss, zum Beispiel aus Mathematik, Informatik, Kunst und Musik oder Sprachen wie Französisch, Spanisch, Lateinunterricht, Italienisch, Russisch und Griechisch. Es handelt sich folglich um ein Schulfach, das man aus einer Gruppe von Fächern auswählen muss.


(dpa/lhe)

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2 Kommentare

  • Armin Goldy

    Immer schön weiter machen

    19. Februar 2017 at 13:56
  • Heidi Assmann

    Das ist und hat Klasse. 😊

    19. Februar 2017 at 14:43

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