Leben retten: Petition gegen Praena-Bluttest auf Down-Syndrom

Eltern von Kindern mit Trisomie 21 haben eine Initiative gestartet, um das umstrittene Produkt der Firma Lifecodexx zu verbieten. ROLLINGPLANET-User können dabei helfen.

Lässt sich doch noch der umstrittene Praena-Test stoppen? (Foto: dapd)

Die Petition wurde vor einigen Tagen veröffentlicht und benötigt unbedingt 50.000 Unterschriften in den nächsten drei Wochen, um dem Deutschen Bundestag vorgelegt werden zu können. Auch ROLLINGPLANET-User werden gebeten, zu unterzeichnen. „Wir sind der Meinung, dass es besser wäre, vernünftig aufzuklären, als Kindern mit Down-Syndrom das Recht auf Leben zu verweigern“, erklärt eine der beteiligten Mütter gegenüber ROLLINGPLANET.

In der Begründung zur Petition heißt es:

Der Praena Test ist ein vorgeburtlicher Bluttest, mit dem festgestellt werden soll, ob bei dem Kind eine Trisomie 21 (Down Syndrom) vorliegt. Die bisherigen Möglichkeiten der Frühdiagnostik führen bereits jetzt dazu, dass 90 % der Kinder bei der Diagnose Down Syndrom abgetrieben werden. Die mit den invasiven Methoden (Eingriff in den Mutterleib) zur Frühdiagnostik verbundenen Risiken sollen durch den Praena Test vermieden werden. Viele schrecken vor den Risiken der invasiven Methoden zurück. Bei einer von 200 Untersuchungen kommt es zu Schädigungen des Kindes bis hin zum Schwangerschaftsabbruch.

Dieser Test zielt ausschließlich auf die Erkennung der Trisomie 21. Sämtliche andere Trisomien, die in Summe etwa genauso häufig vorkommen wie die Trisomie 21, werden durch diesen Test nicht erkannt. Ebensowenig andere Erkrankungen. Wie bei keiner der Methoden zur Frühdiagnostik bringt das Ergebnis eine 100%ige Sicherheit. Weder bei positivem noch bei negativem Befund. Der Hersteller selbst rät bei positivem Befund, das Ergebnis durch eine der invasiv Methoden abklären zu lassen.

Den Prozentsatz der Abtreibungen bei der Diagnose Down Syndrom treibt dieser Test nicht nach oben. Durch den Wegfall der Risiken, erhöht sich jedoch der Anteil derer, die sich für eine frühdiagnostische Untersuchung entscheiden.

Frühdiagnostische Untersuchungen sollen dem medizinischen Zwecke dienen und nicht der Selektion von ungeborenem Leben.

Wichtiger an dieser Stelle ist die Aufklärung der Betroffenen und die Bereitstellung von Infomaterial bei der Diagnose Down Syndrom. Mangelnde Aufklärung und die Verbreitung schlichtweg falscher und veralteter Informationen, tragen einen großen Teil zu einer Abtreibungsrate von 90 % bei.

Menschen mit Down Syndrom sind in der Lage ein eigenständiges Leben zu führen und haben die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie jeder andere Mensch auch.

ROLLINGPLANET-User können das Anliegen hier unterstützen: ePetitionen


ROLLINGPLANET-Dossier: Legal, illegal? Scheißegal! Downsyndrom-Babys werden aussortiert


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1 Kommentar

  • Thomas

    Dagegen – gegen diese Petition.
    Warum? Ist es nicht das Recht (und auch die Pflicht) von werdenden Eltern (und v.a. Müttern) sich die Frage zu stellen, ob man der Herausforderung eines (wie auch immer) behinderten Kindes gewachsen ist?
    Niemand spricht einem Menschen mit einer Behinderung ab, ein eigenständiges, geschweige denn ein wertvolles und gutes Leben zu führen.
    Gibt es auch eine Studie dazu, wie viele Abtreibungen ein solcher Test verhindern kann, weil die Eltern sich der Herausforderung „Down-Syndrom“ gewachsen fühlen statt eine uneinschätzbare Behinderung abzuwehren und vorsorglich abtreiben?
    Ich sehe in meinem Beruf tagtäglich unzählige Kinder, die in Tagesstätten und Internate abgeschoben werden weil die Eltern dem nicht gewachsen sind.
    Nehmt doch bitte auch mal Eltern als kompetent genug wahr, dass eine Entscheidung über eine Abtreibung nicht einfach so im Vorbeigehen getroffen wird.
    Danke.

    27. September 2012 at 21:31

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