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Leckerbissen für Heulsusen – nur Frau Mojtahedi will keine sein

Rollstuhlbasketball: Am Samstag wird der RSV Lahn-Dill (voraussichtlich) seinen Titelhattrick feiern – und emotionale Momente erleben. Aber nicht nur, weil man wieder gewonnen hat.

Rollstuhlbasketballerin Mojtahedi

Mojtahedi: "Die Konzentration gilt der Meisterschaft" (Foto: Armin Diekmann)

(aj/mk/RP) – Das Rennen um die deutsche Meisterschaft 2012 geht in die letzte und entscheidende Phase. Am Samstag (19.30 Uhr) trifft der Herausforderer RSC-Rollis Zwickau im Rückspiel um den Titel auswärts auf den Titelverteidiger RSV Lahn-Dill in der August-Bebel-Halle in Wetzlar.

Im Modus „Best-of-Three“ wird die Mannschaft deutscher Meister, die als erste zwei Siege in den Finalduellen erringt. Lahn-Dill gewann das Hinspiel am vergangenen Sonntag mit 85:64 gegen die Zwickauer, für die es zugleich ihre erste Heimniederlage in der Meisterschaft war. ROLLINGPLANET meldete: RSV Lahn-Dill geht in der Finalserie mit 1:0 in Führung

Gelänge dem RSC-Rollis Zwickau am Samstag die Revanche, käme es einen Tag später, am 22.04 um 16 Uhr, an gleicher Stätte zum letzten und entscheidenden Duell. Daran glaubt aber niemand ernsthaft – wohl nicht einmal in Zwickau, obwohl man im ersten Spiel bis zur Halbzeit gut mithielt: Allzu groß ist die Favoritenstellung des europäischen Ranglistenersten aus Wetzlar.

Selbst ohne eine sportliche Überraschung wird der Samstagabend jedoch voller Emotionen sein: Beim RSV Lahn-Dill kämpfen gleich drei Spieler zum letzten Mal für den Verein um Punkte. Nicht nur Joey Johnson verabschiedet sich (Beim RSV Lahn-Dill geht die Ära Joey Johnson zu Ende), sondern auch Mina Mojtahedi und Steve Serio werden gehen/rollen (ROLLINGPLANET wird ausführlich berichten).

Die große Party ist schon angerichtet

Joey Johnson

Joey Johnson (Foto: Armin Diekmann)

Besonders an Johnson hängt das Herz der Fans in Wetzlar – nach neun Jahren sagt er „Good bye“. Dementsprechend motiviert geht der Kanadier in die Partie.

Seit seinem ersten Einsatz am 4. Oktober 2003 beim damaligen RSC Hamburg hat der RSV-Center insgesamt 3.980 Punkte in 269 Pflichtspielen erzielt.

Zwanzig weitere Zähler und am Samstag wäre eine neue Rekordmarke fällig – bisher schaffte es beim RSV nur Urgestein und Pizzamann Dirk Köhler (aktuell 4.785 Punkte) die 4.000-Punkte-Schallmauer zu knacken. Nach dem Spiel will die gesamte Mannschaft mit ihren Fans in der Halle den neunten Meistertitel sowie den Abschied von ihren drei Freunden feiern.

„Wir müssen uns zunächst zu einhundert Prozent auf dieses eine Spiel gegen Zwickau konzentrieren, erst dann dürfen wir den Emotionen freien Lauf lassen“, warnt RSV-Trainer Nicolai Zeltinger. „Wenn wir wieder eine solch hohe Intensität in der Verteidigung an den Tag legen wie vor einer Woche und damit Topscorer Adam Erben aus dem Spiel nehmen können, dann ist das größte Hindernis aus dem Weg geräumt“.

„Wenn wir eine gute Tagesform haben und unser Potential komplett ausschöpfen, können wir Lahn-Dill etwas auf dem Parkett ärgern“, heißt es dazu tapfer aus Zwickau.

„Das wird ein ganz schwerer Abschied vom Heimpublikum für mich, ich glaube, ich habe das alles selbst noch nicht realisiert“, gibt der 36-jährige Kanadier Johnson zu.

Die Finnin Mina Mojtahedi zeigt sich hingegen ungerührt – sie will (noch) nicht an Tränen denken: „Die Konzentration gilt der Meisterschaft“.

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