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Leichtathletik-WM: Buggenhagen kann es halt immer noch

Die 60-Jährige gewinnt mit Diskus Gold. Willing holt Silber.

Archivfoto: Marianne Buggenhagen bei den Paralympics London 2012. (Foto: Julian Stratenschulte dpa)

Archivfoto: Marianne Buggenhagen bei den Paralympics London 2012. (Foto: Julian Stratenschulte dpa)

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten haben die Paralympics-Siegerinnen Marianne Buggenhagen und Martina Willing im Diskuswettbewerb einen Doppelsieg gefeiert.

Die 60-jährige querschnittsgelähmte Buggenhagen warf am Dienstag in Lyon (Frankreich) die Scheibe auf 27,04 Meter und holte sich mit der Saisonbestleistung den WM-Titel. Silber ging mit 24,23 Meter an ihre Teamkollegin Willing. Die 53-Jährige hatte zum WM-Auftakt schon Gold mit der Kugel gewonnen. Im Kugelstoßen sicherte sich Matthias Schulze mit 14,65 Metern zudem Bronze.

„Unwürdige Bedingungen“ beim Kugelstoßen

Alter schützt vor sportlicher Höchstleistung nicht. Wenn das auf jemanden zutrifft, dann auf Marianne Buggenhagen. Mit ihrem neuesten Diskus-Gold fügt sie ihrer beeindruckenden Vita einen weiteren Erfolg hinzu und darf sich nun 21-fache Weltmeisterin nennen. „Mit dem Sieg bin ich nun auch in dieser Hinsicht volljährig“, scherzte Buggenhagen glücklich.

Dabei sah es für die im brandenburgischen Bernau lebende und für den PSC Berlin startende Buggenhagen Anfang des Jahres nicht gut aus. Die neunmalige Paralympics-Siegerin hatte sich nach einer Schulterverletzung einer Operation unterziehen müssen. Doch zum Höhepunkt war sie fit und warf mit 27,04 Meter Saisonbestleistung.

Ihren Goldauftritt mit dem Diskus sah die Ausnahmeathletin auch als Antwort auf die „unwürdigen Bedingungen“ beim Kugelstoßen. Bei großer Hitze wurde der Ablauf entgegen vorangegangener Absprachen mehrfach geändert und ein Stoß, der für Buggenhagen Silber bedeutet hätte, fiel so unter den Tisch. Sie wurde nur Vierte, ging aber noch motivierter ins Diskuswerfen. Mit ihrem 21. WM-Titel geht sie wohl definitiv ihr letztes sportliches Ziel an. Die Paralympics 2016 in Rio – es wären ihre siebten.

Bronze für Matthias Schulze

Im Kugelstoßen sicherte sich Matthias Schulze mit 14,65 Metern Bronze. In der Startklasse der einseitig Armamputierten musste sich Schulze (SC DHfK Leipzig) am Dienstag in Lyon nur dem Paralympicssieger Nikita Prochorow (Russland) sowie dem Paralympics-Vierten Dmytro Ibragimov (Ukraine) geschlagen geben.

Prochorow stieß mit 15,69 Meter Weltrekord, Schulze lag mit 14,65 Meter nur neun Zentimeter hinter dem Silberrang. Schulze, der vor einem Jahr in London Fünfter bei den Paralympics wurde, war aufgrund eines Magen-Darm-Virus in der vergangenen Woche geschwächt in den Wettkampf gegangen. Am Samstag tritt der einzige sächsische WM-Starter noch im Diskuswerfen an.

Damit haben die Athleten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) bereits elf Medaillen auf ihrem Konto. Gold gab es zudem für Sebastian Dietz (Diskus) und Mathias Mester (Speer). Silber gewannen Jana Schmidt (Weitsprung) und Kugelstoßer Frank Tinnemeier. Bronze sicherten sich Vanessa Low und Heinrich Popow im Weitsprung sowie David Behre über 200 Meter.

(dpa)


Leichtathletik-WM 2013 in Lyon (19.-28.07.2013)
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