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„Leistungsstark mit Handicap“: Telekom stellt Schulen Lehrmaterial zur Verfügung

Schulmarketing ist erfolgreich, jedoch kompliziert, weil nicht überall willkommen – mit Behinderten schafft man das aber: Die sind offensichtlich ein guter Türöffner.

Lucas Ludwig, erfolgreicher paralympischer Schwimmathlet (Foto: Matthias Popp/obs/Deutsche Telekom AG)

Im Jahr der Paralympischen Spiele in London stellt der Telekommunikationskonzern ab sofort allen weiterführenden Schulen in Deutschland das Unterrichtsmaterial „Leistungsstark mit Handicap“ kostenlos zur Verfügung. Schirmherr für das neue Schulmaterial ist Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung: „Die Schüler erfahren durch das Unterrichtsmaterial, dass mit gegenseitigem Respekt ein faires Miteinander möglich ist. Das Unterrichtsmaterial bietet den Schulen die Gelegenheit, sich dem Thema ‚Inklusion’ gegenüber zu öffnen. Ich hoffe, dass dies einen Prozess an den noch nicht inklusiven Schulen in Gang setzt, sich ebenfalls auf den Weg zu machen.“

Für eine Doppelstunde oder längere Unterrichtsreihe

Verstärkt durch die Paralympics 2012 haben Lehrer einen aktuellen Anlass, mit Hilfe des methodisch didaktisch aufbereiteten Schulmaterials das Thema im Unterricht zu behandeln und mit ihren Schülern zu diskutieren. Unter www.neue-sporterfahrung.de/unterrichtsmaterial können Lehrkräfte das Material downloaden. Es ist modular aufgebaut und kann somit für eine Doppelstunde oder eine längere Unterrichtsreihe fächerübergreifend genutzt werden.

(v.r.n.l.) Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung und Lucas Ludwig, paralympischer Schwimm-Athlet sowie Stephan Althoff, Sponsoringchef der Deutschen Telekom, präsentieren das Unterrichtsmaterial "Leistungsstark mit Handicap" gemeinsam mit Schülern der Europaschule Bertha-von-Suttner aus Berlin (Foto: Deutsche Telekom AG)

„Die Spitzenleistungen von Sportlern mit Handicap brauchen auch außerhalb der Paralympics eine Bühne, um sie ins Bewusstsein gerade auch junger Menschen zu rufen. Gemeinsam müssen wir die Lebenssituation behinderter Menschen und deren Leistungsvermögen in die Öffentlichkeit tragen“, unterstreicht Lucas Ludwig, Paralympics-Teilnehmer im Schwimmen, die Bedeutung des Lehrmaterials. „Was zwischen behinderten und nicht-behinderten Sportlern längst zur Normalität geworden ist, sollte sich auch im öffentlichen Bewusstsein widerspiegeln.“

Ziel des Lernstoffs ist nicht nur reine Wissensvermittlung. Vor allem sollen sich Jugendliche mit der Lebenswelt behinderter Menschen auseinandersetzen. Sie lernen, wie man auf Menschen mit Handicap zugeht und sie integriert. Zudem sollen Vorurteile abgebaut und Leistungen anerkannt werden. Das Material ist so gestaltet, dass die Schüler in Gruppen rund 90 Minuten lang einen Lernzirkel durchlaufen, an dessen Stationen sie unterschiedliche Themen selbst erarbeiten.

Toleranz auf dem Stundenplan

Jeder Schüler kann entsprechend seines Lerntempos und -typs teilnehmen: Das Material enthält unter anderem Texte, Statistiken und Filme, aber auch Cartoons, die durch Situationskomik zum Nachdenken anregen. An der Pflichtstation „Behinderung/Handicap – was ist das?“ lernen die Gruppen das Basiswissen zu Themen wie „Gesellschaft und Gleichberechtigung“ oder „Handicap – Erfahrungen und Assoziationen“ und diskutieren darüber. An der Wahlstation erfahren sie dann, wie der Alltag im Rollstuhl abläuft oder mit welchen Problemen ein Sehbehinderter konfrontiert ist. Anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse vor der Klasse. Wenn es die Zeit zulässt, ergänzen Bonusstationen zu den Themen Blindenschrift, Behindertensport oder geistige Behinderung das Angebot.

Das Unterrichtsmaterial „Leistungsstark mit Handicap“ ist Teil der Telekom-Initiative „Neue Sporterfahrung“. Im Rahmen eines Projekttages treffen Schüler auf Spitzensportler mit Handicap. Sie berichten aus ihrer Perspektive und probieren gemeinsam mit den Schülern im Rahmen des Sportunterrichtes ihre Sportdisziplin aus – etwa Rollstuhlbasketball und Blindenfußball. Mögliche Vorurteile und Hemmschwellen werden so spielerisch abgebaut, Respekt und Toleranz gefördert. Seit Start der Telekom-Initiative im Oktober 2009 haben bundesweit bereits mehr als 400 Schulen und über 50.000 Jugendliche mit Begeisterung und großem Engagement teilgenommen.


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