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Letzter Akt im SCHILDBürgerstreich von Rödelheim

Die Stadt Frankfurt am Main erklärt abschließend, welche Maßnahmen sie aufgrund eines ROLLINGPLANET-Artikels ergriff.

Inzwischen entferntes Schild (Foto: Judith Göbel)

Im Juli berichtete ROLLINGPLANET über einen echten SCHILDbürgerstreich: ROLLINGPLANET-Userin Judith Göbel hatte aufgedeckt, wie widersinnig die Bauherren des renovierten Bahnhofs in Frankfurt-Rödelheim vorgegangen waren. Rollstuhlfahrern wollten sie untersagen, eine neue Rampe zu benutzen: „Befahren für Rollstuhlbenutzer verboten!“ (siehe auch Foto oben).

Aufgrund unseres Artikels wies zwar die Deutsche Bahn jegliche Schuld von sich, doch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) meldete sich bei ROLLINGPLANET und versprach, sich der Sache anzunehmen. Inzwischen wurden tatsächlich die von Judith Göbel sarkastisch als „Freie Farce für Alle“-Schilder ausgetauscht.

Olaf Cuntz, Bürgermeister und Dezernent für Planen und Bauen der Stadt Frankfurt am Main, erklärt uns dazu:

Ihre Verwunderung über die bauliche Ausführung der Unterführung und vor allem die kritisierte Beschilderung kann ich aus Ihrer Sicht gut nachvollziehen und möchte im Folgenden die Hintergründe und Konsequenzen erläutern.

Der barrierefreie Umbau der Unterführung ist eine Maßnahme der Deutschen Bahn AG, die in Abstimmung mit der Stadt Frankfurt durchgeführt wurde. Standardmäßig wird die Barrierefreiheit von Unterführungen und Bahnsteigzugängen mit Aufzügen gewährleistet, die auch im Rahmen dieser Maßnahme eingebaut wurden. Auf Wunsch der Stadt und mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt wurde in das Gestaltungskonzept auf beiden Seiten der Unterführung zusätzlich eine Rampe integriert. Leider konnte diese aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht in der für Rollstühle vorgegebenen maximalen Steigung von 6% ausgeführt werden. Dies war schon im Planungsstadium bekannt.

Neues Schild (Foto: Judith Göbel)

Um die gleichwohl vorhandenen Vorteile für viele Nutzergruppen zu nutzen, wurde auf die Rampe trotz des ungünstigeren Neigungsverhältnisses nicht verzichtet.

Da noch in der Obhut der Deutschen Bahn, wurde die Rampe mit Schildern versehen, die nach den uns vorliegenden Auskünften standardmäßig vom Eisenbahnbundesamt zur Vermeidung von Unfällen bei zu starken Rampensteigungen gefordert werden.

Die bauliche Anlage wird in Kürze an die Stadt Frankfurt übergeben werden.

Wir haben aber schon vorab mit der Deutschen Bahn AG vereinbart, die Schilder auszutauschen. Die neue Aufschrift lautet:

„Vorsicht – Rampensteigung ca. 10 % – Benutzung auf eigene Gefahr“.

Damit wurde nun eine Formulierung gefunden, die angemessen auf die tatsächlich vorhandenen ungünstigen Rampenverhältnisse aufmerksam macht, aber niemand ausgrenzt.

Da Sie einen ähnlichen Text vorgeschlagen hatten, gehe ich davon aus, dass Sie mit dieser Lösung einverstanden sein könnten und bedanke mich noch einmal dafür, dass Sie uns auf diese Situation aufmerksam gemacht haben.“

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