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Leute mit Behinderung, was wollt Ihr eigentlich?

Die aktuelle „Spiegel“-Kolumne von Silke Burmester wird vermutlich die Gemüter von Behinderten erregen.

Journalistin Silke Burmester (Foto: BR)

Journalistin Silke Burmester (Foto: BR)

Auf Spiegel Online ist heute eine neue Folge der Kolumne von Silke Burmester erschienen. Sie nimmt den Disput zwischen dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und der taz über deren Blindenfußball-Satire von Michael Ringel (ROLLINGPLANET berichtete) zum Anlass, um über Sprache und Inklusion zu philosophieren. Die Überschrift lautet „Behinderung und Sprache: Inklusion, wie sie sein sollte“, und die Journalistin schreibt unter anderem:

(…) frage ich mich langsam: Leute mit Behinderung, was wollt ihr eigentlich?
Ihr wollt, dass wir, die wir keine offensichtliche Behinderung haben oder uns nicht eingeschränkt fühlen, euch „normal“ behandeln. Also mit euch umgehen, wie wir mit jedem anderen umgehen. Ihr wollt Teilhabe. Ihr habt den Anspruch, dass ihr so selbstbestimmt leben könnt, wie wir „Normalos“ eben auch. Sprich, dass wir euch nicht länger behindern. Das finde ich gut. Das gefällt mir.

(…)

Aber manchmal, Leute, da wundere ich mich auch. Und dann habe ich das Gefühl, hier läuft was schief. Dass man nicht „Behinderte“ sagen soll, sondern „Menschen mit Behinderung“, das kann ich nachvollziehen. Aber es hört auf, wenn etwa aus Menschen, die ohne fremde Hilfe nicht zurechtkommen, „Menschen mit besonderen Fähigkeiten“ gemacht werden. Denn wenn man ehrlich ist, fehlen ihnen auch Fähigkeiten. Aber das darf man nicht sagen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

(…)

Die Kolumne endet mit diesen Gedanken:

Wenn ihr, liebe Menschen mit Behinderung dazugehört, dann seid ihr Teil der Gemeinschaft. Im Zweifelsfall einer Gemeinschaft der schlechten Witze. Witze von Ringel. Natürlich wäre es schön, Witze würden nicht auf Kosten von Minderheiten gemacht oder von Defiziten. Aber euch geht es ja darum, nicht als defizitär wahrgenommen zu werden. Uns auch. Und deswegen behandeln wir euch so beknackt wie andere auch.

Oder sollen wir euch doch lieber schonen, weil ihr nicht sehen könnt oder nur ein Bein habt?

ROLLINGPLANET hat dazu bekanntlich eine eindeutige Meinung: Im Gegensatz zu Burmester können wir nicht nachvollziehen, warum es grundsätzlich „Menschen mit Behinderung“ heißen soll – weshalb wir nach wie vor oft auch „Behinderte“ schreiben. Das hat uns schon einige wütende Kommentare eingebracht, aber unsere Überzeugung bleibt: „Menschen mit Behinderung“ zu diskriminieren macht die Sache nicht besser als Behinderte zu diskriminieren. Uns jedenfalls nervt die „Politische Korrektheit“ in der Sprache ganz gehörig.

Und ja – die taz-Satire fanden wir zwar mehr oder weniger misslungen (wobei wir vorsichtig sein sollten, mit Steinen aufs Glashaus zu werfen: Auch ROLLINGPLANET-Satiren werden von vielen als wenig lustig empfunden), aber wir halten es mit Bert Bohla, dem blinden Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Lichtblicke e.V., der im ROLLINGPLANET-Blog behauptet: „Man sollte keine Minderheit so diskriminieren, dass man keine Witze mehr über sie reißt.“

ROLLINGPLANET will allerdings nicht verheimlichen, dass es ganz gegenteilige Meinungen gibt – wie auch Burmester erfahren hat. In einer ersten Replik antwortet Melas Asperger- und ADS-Blog:

Frau Burmester, ich verstehe durchaus Ihre Verunsicherung und die Verunsicherung anderer Textarbeiter. Die Ansichten, wie man über Menschen mit Behinderungen berichten darf, verändern sich derzeit in rasender Geschwindigkeit. Das führt manchmal auch zu übertriebener Vorsicht. Unsicherheit mögen Journalisten aber gar nicht. Sie müssen ja mit der Sprache arbeiten und dazu brauchen sie allgemein anerkannte, belastbare Richtlinien, was in Ordnung ist und was nicht. Mit Ihrer Kolumne versuchen Sie diese Sicherheit herzustellen und dazu erklären Sie Menschen mit Behinderungen, wie diese Behindertenwitze zu rezipieren haben.

(…)

Aber erst einmal will ich Ihre Frage beantworten, was Menschen mit Behinderungen eigentlich wollen. Die Antwort darauf lautet: Respekt.

Was Sie dagegen fordern, ist der Freibrief, uns Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen, Ignoranz und blankes Unwissen nun nicht mehr direkt, aber dann wenigstens im Kleid der Satire vor die Füße rotzen zu dürfen. Alles total lustig und wer nicht mitlacht, oder gar den Mund aufmacht, ist ein Spielverderber.

(…)

Nein, Frau Burmester, Sie und andere Journalisten behandeln uns nicht so scheiße wie alle anderen auch. Sie behandeln uns deutlich mieser. Ständig werden wir in den Medien kleiner und hilfloser gemacht als wir sind. Man schreibt, berichtet, filmt über unsere Köpfe hinweg. Man lässt Eltern reden, Betreuer, Heimpersonal, Sonderpädagogen – aber selten uns. Wir leiden unter unserer Behinderung, sind an Rollstühle gefesselt, leben in immerwährender Dunkelheit oder in unserer eigenen Welt.

Frau Burmester, erweisen Sie uns erst einmal den nötigen Respekt. Dann können wir irgendwann über Behindertenwitze reden.

Bleibt die Frage: Leute mit Behinderung, was wollt Ihr eigentlich? Hoffentlich nicht alle das selbe. Es wäre furchtbar, wenn ROLLINGPLANET plötzlich entdecken müsste, dass es tatsächlich den Behinderten an und für sich gibt. Es ist schon schlimm genug, dass es Menschen mit und ohne Behinderung gibt, die das glauben. Bitte tun Sie uns das nicht an.

(RP)

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23 Kommentare

  • Thomas Reitemann

    Irgendwie, wo ich selbst Rollstuhlfahrer bin, kann ich Frau Burmester verstehen. Ich halte es auch für fragwürdig, daß Behinderung eine „besondere Fähigkeit“ ist. Daß man das Fehlen von Fähigkeiten aufgrund einer Behinderung allerdings nicht benennen darf, halte ich für ein Gerücht. Problematisch wird es erst dann, wenn der Behinderte auf das Fehlen dieser Fähigkeiten reduziert und nicht mehr oder nicht mehr primär als Mensch und somit als Teil der Gesellschaft gesehen wird. Über die Behinderung eines Menschen Witze zu machen ist oft einfach auch eine Frage, auf welche Art und Weise diese gemacht werden und wie sehr der Behinderte mit sich klarkommt. Wenn der Humor erkennbar ist, sollte es okay sein. Viel mehr hat der Behinderte ein Problem mit sich selbst, wenn er mit selbst diesem Humor nicht klarkommt. Allerdings gebe ich ihr recht, wenn sie in ihrem letzten Satz das Wort „beknackt“ verwendet, denn manche haben den Umgang mit Behinderten noch immer nicht gelernt. Den somit von Frau Burmester benutzten zynischen Unterton, indem sie erst im letzten Satz auf die Mißstände im Umgang mit Behinderten verwies, scheint aber die Person, die die nachfolgende, im Artikel zu lesende, Replik verfasste, nicht kapiert zu haben.

    9. Dezember 2013 at 08:14
    • Peter Kuntze

      Unter uns gesagt (ich habe auch den schönen grünen Ausweis in der Brieftasche):
      „Besondere Fähigkeiten“ klingt mir doch verdammt nach einer der bekannten Sprachregelungen aus der soziallpädagogischen Ecke ähnlich wie „optisch herausgefordert“ oder „anders sehend“. Ich sage es im Klartewxt: ich sehe aus wie Franz Josef Strauß selig (also ganz schön häßlich) und ich bin sehbehindert. Das sind Tatsachen, da beißt die Maus keinen Faden ab.
      Hinter dem Gewäsch a la „Sinti- und Roma- Schnitzel“ steckt System. Dahinter steckt der pure Herrschaftsanspruch der psychopolitosoziopädagogischen Kaste, genau wie bei den zahllosen Frauen- und anderen „Beauftragten“.
      Das Unwesen der „Beauftragten“ ist übrigens ein Erbe des Herrn Adolf Schicklgruber- der hat auch schon ungezählte „Beauftragte“ ernannt, die dann beliebig nach unten treten durften. Und nichts anderes steckt hinter dem ganzen Gesummse unserer heutigen Sprachregelungs- Beauftragten. Da wollen nur ein paar wildgewordene Spießbürger (und nichts ist widerlicher als „progressive“ Spießer) ihre Macht demonstrieren.
      Und dazu kommt das sozialpädagogische weltbild: Ich Sozialpädagoge- ich normal! Du nix Sozialpädagoge- du nix mormal! Sprich, wer nicht zur Szene gehört, der ist halt ein „Fall“, weil er gehört halt nicht dazu. Und darum müssen wir ihn bestrafen und ihn unsere Macht spüren lassen. Das ist alles. Die Herrscherkaste will uns alle da unten bloß mal wieder’n bißchen lang machen.

      12. Dezember 2013 at 11:58
  • Marcel

    Ich denke, dazu muss man zwei Sachen festhalten: Wer im Internet nur ein wenig von Mainstream abweicht, wird meistens mit übelsten Sachen bombadiert. Die Antwort hier zum Beispiel wirkt so, als ob der Schreiber den Text der Autorin gar nicht gelesen hat oder etwas reingelesen hat, was da gar nicht drin steht. Die Autorin hat vollkommen recht, meiner Ansicht nach schwingen sich Leidmedien und Co. zu Klassensprechern der Behinderten auf, als ob die zu blöd wären zu wissen, wann sie beleidigt zu sein haben und wann nicht.
    Auf der anderen Seite muss ich sagen, das sind die Luxusprobleme von Leuten, die zu viel Zeit haben. Da draußen gibt es Leute, die nicht aus der Wohnung können, weil sie kein Auto vom Sozialamt oder keine barrierefreie Wohnung bekommen. Da gibt es Leute, die praktisch rund um die Uhr versorgt werden müssen und deren Eltern jahrzehntelang keinen freien Tag gehabt haben. Und hier regt sich jemand über eine blödsinnige Satire auf?

    9. Dezember 2013 at 10:08
    • Mandy

      Marcel: ich werde selten mit blöden Kommentaren gefoppt, due Gesunden melden sich dann garnichtmehr.

      9. Dezember 2013 at 18:21
  • Susanne Pohlmann

    Lieber Thomas Reitemann, Sie haben das Problem gut auf den Punkt gebracht.

    9. Dezember 2013 at 11:51
  • Steffi

    Wer nicht verstehen will, dass zwischen einem humorvollen „auf die Schippe genommen werden“ und platten Witzen auf Kosten anderer, Welten liegen, der ist als Journalist im falschen Beuf gelandet.
    Wenn man die Eigenschaften, wegen derer eine Gruppe diskriminiert wird, humoristisch verwerten will, dann ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ringel hat es nicht und Burmeister anscheinend auch nicht.
    Im Zweifelsfall ist ein Witz über Krüppel oder Nigger eher geschmacklos als einer über Blondinen oder Ostfriesen.
    Letztere kämpfen doch nicht täglich mit „echten“ Vorurteilen und Einschränkungen.

    9. Dezember 2013 at 15:28
  • Karin Wehn

    Sehr geehrte Frau Burmeister,

    Ihre Kolumne ist leider ein herber Schlag ins Gesicht. aller Behinderten. Ich selber sitze seit 2009 im Rollstuhl, war insgesamt fast zwei Jahre im Krankenhaus .Ich bin zudem mit zwei blinden Familienmitgliedern aufgewachsen. kenne diese Behinderung – aus einer Außensicht sehr gut

    Ich lade Sie zu folgendem Experiment ein:
    Wenn Sie interessiert sind. stelle ich Ihnen gerne mal einen Tag meinen Rollstuhl zur Verfügung- Mein Voeschlag wäre, dass Sie ganz normal vesuchen Ihren Allltag zu „mestern, z.B. zur Arbeit gehen, einkaufen, Freunde treffen, am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

    Ich möchte kein Mitleid, aber vielleicht würde Ihnen das „interessante“ neue Einblicke eroffnen, die auch Ihnen einen tneuen Einblick geben.

    Für ev. Röckfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    9. Dezember 2013 at 16:05
  • Melanie

    Ich bin durch die Kolumne auf dieser interessanten Seite gelandet und bin erstaunt, dass ihr mit dem Begriff „Behinderte“ so glücklich seid. Der Begriff „Mensch mit Behinderung“ ist sehr viel besser, weil man mit Behinderung immer noch ein Mensch ist. Ich will nicht eine Behinderte sein.Ich will dann doch lieber ein Mensch mit einer blöden Behinderung sein, als nur eine blöde Behinderte. Oder?

    9. Dezember 2013 at 17:19
  • Hinkebein

    ich bin selbst zu 80% Schwerbehindert. mit Merkzeichen G.
    ich finde diese Diskussion total lächerlich!
    Habt ihr denn keine anderem Probleme???
    Totaler Schwachsinn, ob Behindert oder Mensch mit Behinderung kommt aufs selbe raus.- am liebsten kann ich Euch sagen wär ich gesund!

    9. Dezember 2013 at 17:37
  • Illgen Hermann

    Was für ein Theater,
    jeder Mensch ist irgendwie behindert, der eine Mehr der andere weniger. Der Umgang zwischen unterschiedlichen „Gruppen“ war schon immer problematisch. Gehen Sie mal als Weißer in die amerikanischen Slums. sie werden begafft. Oder schlimmeres.
    Die Lösung ist einfach: Wir alle sollten unsere Kinder so erziehen das eine Behinderung oder Anderssein ganz normal ist. Solange kein anderer ohne sein Einverständnis dabei geschädigt wird.
    Behinderung existiert nur im Kopf.
    Stellt euch vor alle könnten fliegen nur du als Fußgänger nicht, dann bist du Behindert. Währst Du der einzigste der gehen kann währst, Du ein Wunder.

    9. Dezember 2013 at 17:51
    • Steffi

      „Behinderung existiert nur im Kopf“ – ja… nee is klar.
      Rollen ‚Sie mal ne Meile auf meinen Rädern, dann werden Ihnen solche Platitüden im Hals steckenbleiben.

      9. Dezember 2013 at 23:21
      • Illgen Hermann

        Hallo Steffi!
        Ich meinte nicht die Körperlichen Einschränkungen, sonder nur das Denken. Es ist mir klar das ein Rollstuhlfahrer Einschränkungen gegen über einen Fußgänger hat. Auch das Alter macht alles beschwerlicher. Schon klar und auch ich habe eine Einschränkende Behinderung, und mache einfach das beste daraus.

        10. Dezember 2013 at 08:14
        • Steffi

          Nun ja Herrman,
          deine philosophischen Exkurse in allen Ehren – aber ich erlebe Dummheit und Diskriminierung in meinem Alltag und zwar regelmässig.
          Wenn ich dann Witze auf meine Kosten nicht witzig finde, und die folgende Diskussion von Menschen wie Ihnen als Theater abqualifiziert wird, kriege ich einen Hals.
          Ich mache auch das Beste aus meinem Leben. Das wir mich aber nicht davon abhalten, auf Dummheit und Ungerechtigkeiten hinzuweisen.

          11. Dezember 2013 at 07:35
  • Dani

    Ich möchte hier noch einen aus meiner Sicht absolut gelungenen Blogeintrag verlinken:

    http://textgedanken.wordpress.com/2013/12/09/witze-uber-menschen-mit-behinderung-gedanken-zu-ableismus-und-inklusion/

    9. Dezember 2013 at 19:17
  • Scharik

    Ich finde es immer wieder ganz großartig, wie akademisch dieses Thema seitens der z.B. stark benachteiligten Fußgänger diskutiert wird.
    Akademisch heißt ja nicht unbedingt lebensnah.

    „Behinderung existiert nur im Kopf.“, ist so eine akademische Meinung.
    Schuld an unserem speziellen Bild in der Öffentlichkeit sind also solch einer Meinung nach nur wir Behinderten selber.
    Das solche Meinungen die Grundlage eines Menschenbildes sind, welches in der Geschichte immer wieder zu Verachtung, Ausgrenzung und sogar Vernichtung geführt haben, daran denken diese „Wohlmeinenden“ in der Regel nicht.

    10. Dezember 2013 at 08:41
  • Ali

    Das schöne ist, dass irgendwie alle auf Ihre Art und Weise recht haben denn jede Minderheit schreit nach Respekt und Anerkennung aber sobald es um Nachteile geht wird geschrien ohne Ende. Wenn manche der Meinung sind das lieber über die Begriffe diskutiert wird als über die Teilhabe dann ist es respektlos, denn es macht keinen Unterschied ob Menschen mit Behinderungen oder Behinderte. Blondinen oder Brillenträger werden auch nicht Menschen mit blonden Haaren bzw Menschen mit Brille genannt.

    Ich finde des Spruch weniger ist mehr sehr treffend denn wir Behinderten machen uns das Leben selber ziemlich schwer denn wir nehmen unsere Vorteile mit Kusshand an aber sobald wir benachteiligt werden heisst es wir werden diskriminiert. Wir sollten weniger auf unsere Vorteile achten und die anderen versuchen unseren Alltag aus unserer Sicht zu sehen.

    Es ist immer einfach über etwas zu reden womit man eigentlich nichts verändert aber sich dem genauen Problem zu stellen trauen sich die wenigsten. Wir sollten auch aufhören immer nur zu meckern wie schlecht es uns geht, in Deutschland geht es uns im Gegensatz zu anderen deutlich besser und es wird viel für uns getan, es bedeutet zwar nicht das wir uns darauf ausruhen dürfen aber nur zu meckern mach es auch nicht besser.

    Ich finde wir sollten auch den Nichtbehinderten den gleichen Respekt zukommen lassen wie wir es andersherum einfordern denn nur wenn man beidseitig aufeinander zugeht kommt man weiter. Übrigens gibt es ja nicht nur die beiden Begriffe Menschen mit Behinderungen und Behinderte sondern auch die Variante der Menschen mit Mobilitätseinschränkung den ich viel schlimmer und unpassender finde zumal ich immer noch bei dem Begriff Behindert bleibe auch wenn es politisch unkorrekt ist.

    10. Dezember 2013 at 13:24
    • Steffi

      „denn wir nehmen unsere Vorteile mit Kusshand an“
      Oh …welche Vorteile gibt es drenn?
      Ich kenne nur Nachteilsausgleiche und sie sind nicht annähernd ausreichend die realen Nachteile tatsächlich auszugleichen.

      „Wir sollten auch aufhören immer nur zu meckern wie schlecht es uns geht,“
      Pluralis Majestatis? Ich spreche Ihnen das Recht ab, für mich mitzusprechen!

      „Ich finde wir sollten auch den Nichtbehinderten den gleichen Respekt zukommen lassen wie wir es andersherum einfordern.
      Ah ja.
      Abgesehen davon, dass Sie hier unterstellen, dass die „Normalos“ von Krüppeln wie mir respektlos behandelt werden – Wie soll diese Art Respekt konkret aussehen?

      Ich persönlich finde übrigens den Begriff Mobilitätseinschränkung sehr sinnvoll. Er ist konkreter wie Behinderung und verdeutlich meinem Gesprächspartner wo ich gesundheitliche Einschränkungen habe.

      11. Dezember 2013 at 07:27
  • Das.Mondkalb

    … gerade beim Surfen entdeckt! Nette Bildmontage! 😉 Vielleicht ist soetwas gerade die angemessenste Antwort auf einen dämmlichen Witz.
    http://herrnilsenskopfsalat.wordpress.com/2013/12/10/ein-witz-seine-wirkung-i-stopped-having-fun-ten-jokes-ago/

    10. Dezember 2013 at 16:20
  • Scharik

    @ Steffi
    Sie haben gut geantwortet. „Ali“ ist aber anscheinend nicht koerperbehindert. Vielleicht ist seine „wir – Behinderte-Form“ seiner Meinung nach eine gute Moeglichkeit, seine Akademischkeit zu verbergen?
    Gruss
    Scharik

    11. Dezember 2013 at 16:58
  • Michael Wahl

    Also echt, diese Tante diskriminiert Behinderte ohne Ende. Ich hoffe, der Spiegel wirft sie nach dieser Geschichte raus.

    13. Dezember 2013 at 13:05
  • Rolliman

    Ich kann supergut damit leben, wenn Leute über mich Witze reißen! Warum? Weil ich dann wahrgenommen werde! Nichts ist schlimmer, wie die Teilnahmslosigkeit in unserer Gesellschaft heutzutage. Und die Witzereißer geben mir eine Chance in Kontakt zu kommen. Wenn mir einer „Frankenstein“ nachruft, dann ziehe ich immer eine autogrammkarte von Boris Karloff aus der Tasche und sage:“Sehen Sie, ich bin mit meinem Aussehen ein Hollywoodstar geworden!!! Und was sind Sie?“ Es würde vielen Behinderten und deren Angehörigen oft besser gehen, wenn sie cooler reagieren würden.
    Getreu dem Motto:“Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr scheuert…?“

    16. Dezember 2013 at 14:54
  • Bianka Brankovic

    wie schon ein kommentierender vorher sagte, das Problem fängt an, wenn eine Satire die jeweiligen Behinderten auf ihre Behinderung reduziert und ganz klar ist, dass der Satiriker keinen Plan hat, wovon er da schreibt. Das TAZ-Stück ist einfach mal schlecht, Herr Ringel hat entweder nie recherchiert, wie Blindenfußball funktioniert oder hält es für überflüssig, sich für seine Satire passend vorzubereiten.

    Und zu Frau Burmester, ich will, dass man mich als Mensch wahrnimmt, der eine Behinderung hat, oder mögen Sie darauf reduziert werden, dass sie Journalistin sind und lachen Sie über jeden schlechten Journalistenwitz?

    8. Mai 2014 at 14:05

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