""

Linken-Behindertenpolitiker Jürgen Maresch gibt auf

Werden deshalb künftig die Polizisten in Brandenburg keine Behindertenparkplätze mehr besetzen?

Jürgen Maresch bei einem Besuch der Förderschule in Werder/Havel (Foto: privat)

Jürgen Maresch bei einem Besuch der Förderschule in Werder/Havel (Foto: privat)

Der Abgeordnete Jürgen Maresch (Linke) will bei der Landtagswahl Brandenburg im kommenden Jahr nicht mehr als Direktkandidat in antreten. Dies schrieb Maresch am Montag in einer persönlichen Erklärung.

Er habe sich hin und wieder gegen die Mehrheitsmeinung seiner Fraktion stellen müssen, erklärte der 47-Jährige. „Beispielhaft dafür steht die Polizeireform, bezüglich derer meine Meinung nach wie vor eine andere ist.“ Maresch war 2009 im Wahlkreis Cottbus II als Direktkandidat in den Landtag gewählt worden.

Kernfeld Behindertenpolitik

Der Linken-Politiker hatte sich auch gegen die Fusion der Hochschule Lausitz mit der BTU Cottbus und eine Fortführung des Braunkohlentagebaus ausgesprochen. Er habe Signale seiner Partei bekommen, dass eine weitere Kandidatur nicht mehr erwünscht sei, schrieb Maresch. „Dies nehme ich zur Kenntnis und akzeptiere es.“ Er wolle nun in seinen Beruf als Polizist zurückkehren.

Der Fraktionschef der Linken und designierte Parteichef Christian Görke sagte, er bedauere die Entscheidung. „Jürgen Maresch ist ein streitbarer Kollege und hat sich in seinem Kernfeld Behindertenpolitik sehr engagiert.“

Aus der Kompetenzliste gefallen

Erst am Wochenende hatte der Landesvorstand der Linken eine Empfehlung zur Aufstellung der Landtagskandidaten an die Kreisverbände abgegeben. In der sogenannten Kompetenzliste wurde Maresch nicht genannt.

Als Freund-und-Helfer-Rückkehrer muss Maresch seine behindertenpolitische Arbeit ja nicht ganz aufgeben – ROLLINGPLANET hat schon eine neue Aufgabe für den Ersten Polizeihauptkommissar a.D.: Reden Sie doch mal mit Ihren alten und neuen Kollegen über Behindertenparkplätze.

Was Jürgen Maresch über die Inklusion in Brandenburg denkt

(Quelle: http://www.juergen-maresch.de/ (Schreibweise von der Redaktion nicht verändert)

Sozialminister Günter Baaske, Landesbehindertenbeauftragter Jürgen Dusel und Marianne Seibert, Vorsitzende des Landesbehindertenbeirats haben am 8. Oktober 2013 in einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Zwischenbilanz zum Behindertenpolitischen Maßnahmenpaket präsentiert.

Zweifellos sind in den letzten Jahren beim Thema Inklusion massive Fortschritte erzielt worden. Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am alltäglichen Leben. Inklusion bedeutet nicht ausschließlich inklusives lernen, wie es gerne und oft bei politisch Verantwortlichen und auch bei den Medien gesehen wird. Mit der Verabschiedung des behindertenpolitischen Maßnahmepaketes hat Brandenburg eine Vorreiterrolle in Deutschland übernommen. Seit 10 Jahren werden erstmals wieder Förderschullehrer ausgebildet, es wurde ein novelliertes Behindertengleichstellungsgesetz – mit erheblichen Verbesserungen- verabschiedet. Inzwischen haben auch zahlreiche Kommunen die Wichtigkeit des Themas Inklusion entdeckt.

Denn betroffenen sind nicht nur die über 400.000 Menschen mit Behinderung in Brandenburg – es sind alle Menschen in Brandenburg betroffen. Barrierefreiheit nützt nicht nur Menschen mit Behinderung sondern eben auch älteren Menschen, Familien etc. Insoweit ist der Schritt zur Inklusion in Brandenburg an sich ein großer Schritt für alle Menschen in Brandenburg. Deshalb ist es eben falsch Inklusion nur auf Schule zu begreifen, Inklusion nur auf Menschen mit Behinderung zu fokussieren. Es gibt aber auch noch viele Dinge zu tun. Inklusion in der Gesamtheit bedarf der fachlichen, personellen, sachlichen und finanziellen Ausstattung. Hier kann man die Städte und Gemeinden nicht alleine lassen. Dies wird aber noch zum Teil realisiert.

Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozeß und betrifft alle. Auch alle Ministerien. Insoweit muss sich die Landesregierung fragen lassen, warum in den letzten acht Jahren gerade einmal acht (!!) Azubis mit Behinderung in die Ministerien, Behörden und Ämter des Landes eingestellt wurden. Dies ist ein schlechtes Beispiel. Auch müssen Fehler der Vergangenheit korregiert werden. Die 2006 durch SPD und CDU beschlossenen Kommunalisierung der Eingliederungshilfe muss rückgängig gemacht werden. Im Lichte der Inklusion ist es den Gemeinden und Städten eben nicht mehr möglich den erhöhten Bedarf an Einzelfallhelfern für behinderte Schüler zu decken. Auch ist es nicht einsehbar, wieso der Sondertransport von behinderten Schülern zur Schule bezahlt wird aber zu den Ferienspielen eben nicht. Die Liste ließe sich fortsetzten. Inklusion ist teuer aber ein Menschenrecht.

Nicht alles geht sofort und gleich. Aber bei allen Fehlern, Rückschlägen und Niederlagen bei dem Thema- Das Thema Inklusion ist in Brandenburg angekommen und allein dies ist ein Meilenstein. Nun gilt es nicht stehenzubleiben sondern weiter zu machen. Für alle Menschen in Brandenburg.

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Daniel Horneber

    sorry wenn ich das so hart sage aber Ein Themenfeld wo man gute Poilitik vertritt reich halt einfach nicht

    4. November 2013 at 22:21

KOMMENTAR SCHREIBEN